Münnerstadt

Münnerstadt: Sanierungs-Anreize für Hausbesitzer

Mit kommunalen Förderprogrammen will die Stadt Münnerstadt erreichen, dass bestehende Haussubstanz erhalten und genutzt bleibt, egal ob in der historischen Altstadt oder in den Stadtteilen.
Nicht nur für die historische Altstadt, sondern für das gesamte Stadtgebiet gibt es mittlerweile kommunale Förderprogramme für die Sanierung bestehender Bausubstanz.Heike Beudert       -  Nicht nur für die historische Altstadt, sondern für das gesamte Stadtgebiet gibt es mittlerweile kommunale Förderprogramme für die Sanierung bestehender Bausubstanz.Heike Beudert
Nicht nur für die historische Altstadt, sondern für das gesamte Stadtgebiet gibt es mittlerweile kommunale Förderprogramme für die Sanierung bestehender Bausubstanz.Heike Beudert

Lange Zeit war es so, dass nur der Bauherr in Münnerstadt kommunale Fördergelder für eine Wohnhaussanierung beantragen konnte, der ein historisches Haus in der Altstadt beziehungsweise in einem Sanierungsgebiet der Innenstadt hatte. Mittlerweile hat die Stadt Münnerstadt ein ganzes Paket von Fördermöglichkeiten geschnürt, welches Hausbesitzer auch in anderen Siedlungsgebieten bei Umbauten in Anspruch nehmen können. Denn in der Stadt hatte man erkannt, dass auch in den Ortsteilen und in den sogenannten Neubaugebieten der 1960er und 1970er Jahre der Sanierungsbedarf bei Häusern steigt. Außerdem sollen diese Gebäude weiterhin genutzt werden, um das großflächige Ausweisen von weiteren Siedlungsflächen zu reduzieren.

"Wir wollen möglichst viele wirtschaftliche Anreize schaffen, Gebäude zu sanieren und zu erhalten", betont Bürgermeister Helmut Blank auf Anfrage. Mit den Förderprogrammen sollen unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen erreicht werden, die in Münnerstadt in den Wohnungsbau investieren, erklärt Blank. Er erinnert daran, dass erst im Januar 2020 mit den Beratungsgutscheinen für Architektenstunden ein weiteres Förderprogramm aufgelegt wurde. Dieses wird über die NES-Allianz abgewickelt, die Kosten aber trägt die Kommune zusammen mit der Regierung von Unterfranken .

Die Förderprogramme haben sich nach Ansicht Blanks bewährt. Auch über die Fraktionen hinweg gebe es Zustimmung. "Ich kenne niemanden, der das nicht gut findet", sagt Blank, der seine letzten Tage im Amt hat. Er geht davon aus, dass diese Förderlinie auch unter dem neuen Bürgermeister Michael Kastl und im neuen Stadtrat die Unterstützung findet.

Beim jüngsten Fördermodell, den Beratungsgutscheinen, ist die Anzahl der bezuschussten Beratungsstunden abhängig von der Lage des Objekts. Für Gebäude außerhalb der Altortlagen gibt es Gutscheine für acht Beratungsstunden, für Gebäude in einem Altort 16. Handelt es sich bei dem Gebäude um ein Einzeldenkmal kann der Bauherr 20 Beratungsstunden beantragen. Auch die Schließung von Baulücken ist berücksichtigt. Außerhalb der Altortslagen gibt es vier Beratungsstunden, innerhalb des Altorts acht Beratungsstunden. Das Programm gilt in Münnerstadt in allen Ortsteilen außerhalb ausgewiesener Sanierungsgebiete.

Gut für das Stadtbild

Wer in der Münnerstädter Altstadt wohnt, kann auf einen anderen Fördertopf zurückgreifen. "Kommunales Förderprogramm" heißt dieser. Bauherren sollen dadurch ermuntert werden, ihre Fassaden, Eingangsbereiche, Einfahrten und Hofflächen so zu gestalten, dass sie zum historischen Stadtbild passen und konform mit der bestehenden Altstadtsatzung sind. Für Beratungsleistungen stehen jeweils 55 000 Euro im städtischen Haushalt. Für Fördermaßnahmen ca. 90 000 Euro. Zusätzlich gibt es nach Auskunft der Stadt eine Förderung für private Investitions- und Modernisierungsmaßnahmen (in Abhängigkeit der Gesamtkosten sowie deren Rentierlichkeit).

Andrea Halboth vom Architekturbüro Halboth in Münnerstadt berichtet davon, dass die Stadt die Förderfähigkeit im Rahmen des Kommunalen Förderprogrammes bei jedem Projekt sehr genau prüfen lässt, die Vorgaben hoch sind, so dass der Bauherr nicht immer die erhoffte Förderhöhe erreichen kann.

Ein weiteres Programm dient der Schaffung von eigen genutztem Wohnraum im Bereich der Münnerstädter Altstadt . Im Haushalt der Stadt Münnerstadt sind dafür zwischen 2020 bis 2023 insgesamt 150 000 Euro eingestellt, die von Bauwilligen abgerufen werden können. Es geht dabei vor allem darum, Leerstände in der Innenstadt zu beseitigen und diese wieder als Wohnraum attraktiver zu machen, und zwar gerade auch für junge Familien.

Diese Absicht steht auch hinter dem Förderprogramm "Revitalisierung der Alt- und Innenorte", was sich an die Stadtteile richtet. Auch dort hatte der Stadtrat Bedarf gesehen, etwas gegen Leerstände zu tun. Bürgermeister Blank spricht von sehr positiven Erfahrungen. Dieses Programm werde sehr gut angenommen.

Steuerliche Vorteile

In den Stadtteilen Reichenbach, Seubrigshausen und Wermerichshausen wurden 2019 zudem Sanierungsgebiete ausgewiesen. In diesen förmlich festgelegten Gebieten sind nach dem Einkommensteuergesetz steuerliche Abschreibungen möglich. Das Antragsverfahren läuft über die Stadt .

Insgesamt, so die Information, wurden im Jahr 2019 von der Stadt Münnerstadt private Sanierungsmaßnahmen mit einem Umfang von rund 70 000 Euro gefördert. Ansprechpartner in Sachen Förderprogrammen ist in der Münnerstädter Stadtverwaltung Manuela Häfner.

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