Münnerstadt

Münnerstadt: Telefonaktion zum Weltkrebstag

Die Chefärzte der Lungenfachklinik, Thoraxzentrum Münnerstadt, beantworten am Samstag, 6. Februar, von 11 bis 14 Uhr Fragen zum Thema Lungenkrebs.
Dr. Bernd Seese bei einer Bronchoskopie-Untersuchung im Thoraxzentrum Münnerstadt. Die Klinik ist auf Lungen- und Atemwegserkrankungen spezialisiert. Foto: Claudia Löwinger.       -  Dr. Bernd Seese bei einer Bronchoskopie-Untersuchung im Thoraxzentrum Münnerstadt. Die Klinik ist auf Lungen- und Atemwegserkrankungen spezialisiert. Foto: Claudia Löwinger.
| Dr. Bernd Seese bei einer Bronchoskopie-Untersuchung im Thoraxzentrum Münnerstadt. Die Klinik ist auf Lungen- und Atemwegserkrankungen spezialisiert. Foto: Claudia Löwinger.

Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar haben sich die Verantwortlichen im Thoraxzentrum Münnerstadt etwas Besonderes einfallen lassen. Am Samstag werden die drei Chefärzte der Lungenfachklinik, Dr. Rainer Haußmann ( Anästhesie ), Dr. Bora Kosan ( Thoraxchirurgie ) und Dr. Bernd Seese ( Pneumologie , Ärztlicher Direktor) am Telefon Fragen zum Thema Lungenkrebs beantworten. Diese Aktion richtet sich an Betroffene und deren Angehörige.

Fast eine halbe Million Menschen erkranken in Deutschland jährlich neu an Krebs, rund 50 000 davon an Lungenkrebs . "Leider erfolgt die Diagnose oft erst im fortgeschrittenen Stadium. Ursache ist, dass Lungenkrebs im Anfangsstadium meist keine Symptome hervorruft und deshalb oft unentdeckt bleibt", heißt es in der Ankündigung der Anrufaktion. Früherkennung sei wichtig, denn: Umso früher erkannt, umso besser sei die Überlebensrate. "Unbedingt abgeklärt werden sollte länger andauernder Husten, Schmerzen in der Brust und Atembeschwerden sowie blutiger Auswurf."

Für Patienten und Angehörige sei die Diagnose ein Schock. Wie damit umgehen? Welche Therapie ist die richtige? Kann sie individuell zugeschnitten werden? Was gibt es für Nebenwirkungen? Soll ich meinem Umfeld von der Erkrankung erzählen? Die Chefärzte möchten bei der Telefonaktion viele Menschen zum Thema Lungenkrebs sensibilisieren und informieren, sie ermutigen Symptome abklären zu lassen sowie Unsicherheit und Ängste nehmen.

"Es ist ein sehr aggressiver Tumor", sagt Dr. Bora Kosan bei einem Gespräch der drei Chefärzte mit dieser Zeitung. Die Sterberate sei sehr hoch. Es gebe viele neue Medikamente , die die Lebenserwartung verlängern. Heilung gebe es nur, wenn der Krebs im Frühstadium erkannt und entfernt wird. Das sei aber nur bei 20 Prozent der Patienten der Fall. In 80 Prozent der Fälle sei der Tumor lokal fortgeschritten oder habe bereits gestreut. Oft bleibe nur die palliative Therapie. "Wir können die Lebenszeit verlängern, Heilung gibt es dann nicht." Dr Bora Kosan ist Spezialist für minimalinvasive Operationstechniken (Schlüssellochtechnik) und wird auch dazu Fragen beantworten.

"Es hat in den letzten vier, fünf Jahren eine extreme Flut von Neuerungen gegeben", sagt Dr. Bernd Seese dazu. Als Beispiel nennt er die molekulargenetische Diagnostik, bei der nach Mutationen der DNA gesucht wird. Diese könne allerdings nur bei zehn Prozent der Fälle angewandt werden. Weit häufiger finde die immunonkologische Therapie Anwendung, bei der das körpereigene Immunsystem in die Lage versetzt wird, selbst den Tumor zu bekämpfen.

Bei der Telefonaktion können von den Patienten auch grundsätzliche Themen angesprochen werden zur Diagnostik und Behandlungsmethoden, ob eine Operation, Chemotherapie, Bestrahlung oder ein Mix aus allen sinnvoll ist.

"Viele haben Angst vor den Narkose", weiß Dr. Rainer Haußmann. Das betreffe besonders Patienten mit Risikofaktoren. "Heute gibt es Alternativen zur Vollnarkose, bei der die Patienten nicht aktiv beatmet werden", sagt er. Er steht für alle Fragen rund um die Narkose zur Verfügung.

Eine palliative Therapie gehe mit einer hohen psychologischen Belastung einher, sagt Dr. Bernd Seese. Ihre Ängst und Sorgen können Patienten ebenfalls ansprechen. Und noch etwas ist dem Ärztlichen Direktor des Thoraxzentrums Bezirk Unterfranken sehr wichtig: "Viele Menschen suchen sich alternative Methoden, die sie mit ihrem Arzt nicht absprechen." Davon rät er dringend ab. Es gebe durchaus Dinge, die ein Arzt empfehlen könne, andere hingegen seien reine Geldschneiderei.

Chefärzte am Telefon:

Wann: Samstag, 6. Februar, von 11 bis 14 Uhr.

Wer: Dr. med. Rainer Haußmann, Chefarzt Anästhesie . Der Facharzt für Anästhesiologie beantwortet unter Tel.: 09733 / 628 886 Fragen unter anderem zu Narkoseverfahren, Beatmung, Risikofaktoren und Schmerztherapie .

Dr. med. Bora Kosan, Chefarzt Thoraxchirurgie . Der Facharzt für Thoraxchirurgie und Herzchirurgie beantwortet unter Tel.: 09733/ 628 887 Fragen unter anderem zu verschiedenen operativen Eingriffsmöglichkeiten, minimalinvasive Operationen (Schlüssellochtechnik), uniportale VATS-Lobektomie und Manschettenresektionen.

Dr. med. Bernd Seese, Ärztlicher Direktor und Chefarzt Pneumologie . Der Facharzt für Innere Medizin , Pneumologie , Sportmedizin und Schlafmedizin beantwortet unter Tel.: 09733/ 628 888

Fragenunter anderem zur zielgerichteten Abklärung bei Verdacht auf Lungenkrebs und interdisziplinärer Therapieplanung ( medikamentöse Therapie, operative Behandlung, Strahlentherapie ) und Stent-Implantation.

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