Münnerstadt

Münnerstadt: Urteil zum Brand einer Gartenhütte behält Gültigkeit

Das Feuer in einem Münnerstädter Garten liegt zwei Jahre zurück. Nach der Verhandlung hatten Staatsanwalt und Verteidigung Berufung eingelegt - diese wurde nun zurückgezogen.
Im November 2019 brannte eine Gartenhütte in Münnerstadt. Die Sache ging vor Gericht.
Foto: Archiv Robert Müller | Im November 2019 brannte eine Gartenhütte in Münnerstadt. Die Sache ging vor Gericht.

Ein Jahr und acht Monate Haftstrafe auf Bewährung: Das erstinstanzliche Urteil des Bad Kissinger Amtsgerichts aus dem April 2021 bleibt jetzt doch bestehen. Denn damals hatten sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung zunächst dagegen Berufung eingelegt. Am Donnerstag, 13. Januar 2022, wurde vor dem Landgericht Schweinfurt in dieser Sache neu verhandelt. Auf Nachfrage beim Pressesprecher des Landgerichts, Thomas Fenner, stellte sich heraus, dass nun beide Seiten die Berufung zurückzogen.

Unfall oder Brandstiftung? Mit dieser Frage hatte sich im April 2021 das Schöffengericht in Bad Kissingen ausführlich beschäftigt. Während der damals 52-jährige Angeklagte beteuerte, die Gartenhütte einer Bekannten nicht absichtlich in Brand gesteckt zu haben, war das Gericht damals zu einem anderen Schluss gekommen und hatte den Mann wegen schwerer Brandstiftung in Tateinheit mit Sachbeschädigung zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung verurteilt.

Geschädigte blieb damals auf den Kosten sitzen

Zudem hatte der Mann damals die Kosten des Verfahrens zu tragen und den Brandschaden, der nach Anklageschrift zwischen 15 000 und 20 000 Euro liegt, zu erstatten - was aufgrund der wirtschaftlichen Situation des Mannes aber schon damals nicht möglich erschien. Das Gericht hatte dennoch strafmildernde Umstände anerkannt: Der Angeklagte habe sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden, auch seien durch die Tat keine weiteren Menschen gefährdet worden, hieß es damals. Die Staatsanwaltschaft hatte dies in der Verhandlung anders betrachtet und zwei Jahre und sechs Monate Freiheitsstrafe gefordert. Die Verteidigung hatte auf fahrlässige Brandstiftung plädiert. Damals hatte sie eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 25 Euro für angemessen gehalten. 

Zum Hintergrund sei gesagt: Die geschädigte Besitzerin hatte dem Angeklagten ihren Garten im Ludwig-Nüdling-Weg leihweise zur Nutzung überlassen. Als es zwischen den beiden zu Spannungen gekommen war, wohl auch aufgrund einer psychischen Erkrankung des Mannes, hatte sie das Vorhängeschloss ausgetauscht. Der Angeklagte verschaffte sich daraufhin über einen Hintereingang Zutritt, verbrachte eine Nacht in der Gartenhütte und setzte diese, nach Ansicht des Gerichts absichtlich, am frühen Morgen unter Alkoholeinfluss mit einem Benzinkanister in Flammen. Das Gartenhaus war nicht versichert.

Weitere Artikel
Themen & Autoren / Autorinnen
Münnerstadt
Simon Snaschel
Anklageschriften
Brandstiftung
Gartenhäuser
Geschichte
Landgericht Schweinfurt
Staatsanwälte
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 50 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top