Münnerstadt

Münnerstadt: Zwei Häuser, ein neuer Chef

Der Bayerische Hof und das Gasthaus Zum Bären sind am Münnerstädter Marktplatz die gastronomischen Platzhirsche. Der Hotelbetriebswirt Ron Richter wird zum Jahresende neuer Pächter beider Hotel- und Gaststättenbetriebe.
Hotelbetriebswirt Ron Richter pachtet das Hotel-Restaurant 'Bayerischer Hof' und das 'Gasthaus Zum Bären', beide in zentraler Lage am Münnerstädter Marktplatz. Foto: Heike Beudert       -  Hotelbetriebswirt Ron Richter pachtet das Hotel-Restaurant 'Bayerischer Hof' und das 'Gasthaus Zum Bären', beide in zentraler Lage am Münnerstädter Marktplatz. Foto: Heike Beudert
| Hotelbetriebswirt Ron Richter pachtet das Hotel-Restaurant "Bayerischer Hof" und das "Gasthaus Zum Bären", beide in zentraler Lage am Münnerstädter Marktplatz. Foto: Heike Beudert

Nachdem die beiden Hotel- und Gastronomiebetriebe am Marktplatz, der Bayerische Hof und der Bären, über Jahre Besitzer geführt waren, hat sich die Inhaberfamilie Schaub nun entschlossen, beide Häuser in die Hände eines Pächters zu geben. Mit Ron Richter übernimmt zum Jahresende ein erfahrener Hotelfachmann das Zepter. Der gebürtige Kölner hat Führungserfahrung weltweit in verschiedensten Hotels gesammelt und wagt jetzt - in einer sehr schwierigen Zeit - erstmals den Sprung in die Selbstständigkeit.

Der 45-Jährige war zuletzt Hoteldirektor im Bad Kissinger Frankenland. Der Landkreis gefällt ihm gut und er will sich hier dauerhaft sesshaft machen. Denn als Familienvater mit schulpflichtigem Sohn ist ihm diese Stabilität jetzt wichtig.

Dass er zwei eingeführte Häuser am Marktplatz übernehmen kann, findet er besonders reizvoll an seiner neuen Aufgabe. Die Ausrichtung der Häuser will er beibehalten: Der Bayerische Hof soll mit seinem Restaurant-Betrieb weiterhin Tradition und Gemütlichkeit verkörpern, während der Bären - wie schon jetzt - moderner ist und ein eher jüngeres Publikum anspricht.

Stammgäste kennengelernt

Bereits seit mehreren Wochen kümmert sich Ron Richter um die beiden Hotel- und Gastronomiebetriebe und hat Zeit, die Strukturen kennenzulernen. Auch die Stammgäste kennen ihn bereits. Richter betont, dass er motivierte Mitarbeiter habe, die übernommen werden. Auf die Zusammenarbeit freut er sich. Der Standort beider Häuser am Marktplatz sei ideal, sagt der künftige Pächter. Und die vergangenen Wochen haben ihn in der Ansicht bestärkt, dass das Städtchen Potenzial hat. Dies gelte es auszuschöpfen.

Wichtig ist ihm, dass beide Häuser im Internet noch stärker Präsenz zeigen. Es gibt eine neue Webseite. Auch in den sozialen Netzwerken präsentiert Ron Richter jetzt verstärkt die Angebote von Hotel und Gastronomie der beiden Betriebe. "Ich glaube, dass ich in Münnerstadt erfolgreich sein werde", betont er.

Fließend soll der Übergang sein. Dazu gehört auch, dass alle bereits abgeschlossenen vertraglichen Bedingungen vom neuen Pächter übernommen werden. Das bedeutet beispielsweise, dass erworbene Gutscheine weiterhin ihre Gültigkeit behalten, betont Ron Richter.

Getrübt wird seine Vorfreude auf die neue berufliche Herausforderung aktuell durch den zweiten Lockdown in der Gastronomie. Als Bundeskanzlerin Angela Merkel diesen verkündete, war das für ihn ein Tiefschlag. Schon Nächte vorher hatte ihn die Sorge darüber, dass dieser Schritt kommen könnte, nicht mehr gut schlafen lassen.

Den neuen Lockdown empfindet er als Bestrafung für eine Branche, die ohnehin durch die Coronapandemie so stark gebeutelt wurde, sagt Ron Richter. Dabei sei es gerade die Gastronomie und Hotellerie, die durch ihre strengen Hygienekonzepte versuche, Corona keine Chance zu geben.

Pläne für die Weihnachtszeit

Jetzt muss Ron Richter erst einmal sehen, wie die beiden Betriebe gut über den Lockdown kommen. Froh ist er, dass zumindest Geschäfts-Übernachtungen möglich sind. Sie helfen, auch wenn sie nicht so umfangreich sind wie in normalen Zeiten. Um die Auswirkungen im gastronomischen Sektor abzufedern, wird es Essen zum Mitnehmen geben mit einer gemeinsamen Karte aus beiden Häusern.

Trotz der unsicheren Zeiten macht Ron Richter Pläne für die Zeit nach dem Lockdown. Wenn es möglich ist, möchte er beispielsweise im Dezember einen kleinen Weihnachtsmarkt anbieten - alles im Rahmen der erlaubten Vorschriften, betont er.

Ron Richter erlernte im Hyatt in Köln den Beruf des Hotelfachmanns und hat einen Abschluss als Hotelbetriebswirt. Stationen seiner beruflichen Tätigkeit in internationalen Hotel-Ketten waren Hamburg, Leipzig, Frankfurt, Washington, Dubai, die Schweiz und Thailand.

Inhaber Günter Schaub ist froh, mit dem Hotelfachmann einen - wie er betont - "jungen und dynamischen Mann" als Pächter gefunden zu haben. Günter Schaub erklärt dass er und seine Frau Brigitte mit Herz und Seele an den Betrieben hängen. "Wir haben aber ein Alter, in dem es nicht mehr geht", begründet Günter Schaub die Entscheidung, dass sich die Familie aus der Gastronomie zurückzieht. Körperlich sei der Betrieb für sie nicht mehr zu bewältigen.

Aber auch ihn sorgt der Lockdown. Was das für den Hotel- und Gaststättenbetrieb bedeutet, hatte die Familie Schaub ja bereits März dieses Jahres zu spüren bekommen.

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