Münnerstadt

Münnerstädter Stadtknechte geben Kalender raus

Weil die drei Aufführungen des Heimatspiels "Die Schutzfrau von Münnerstadt" ausfallen mussten, haben hat sich die Truppe etwas Besonderes überlegt, um die Kasse der Heimatspielgemeinde ein wenig aufzubessern.
Im kalten Wasser des Bachs am Jörgentor ließen sich die Stadtknechte fotografieren.  Foto: Dieter Britz       -  Im kalten Wasser des Bachs am Jörgentor ließen sich die Stadtknechte fotografieren.  Foto: Dieter Britz
| Im kalten Wasser des Bachs am Jörgentor ließen sich die Stadtknechte fotografieren. Foto: Dieter Britz

Was tun hartgesottene Stadtknechte nicht alles für eine junge hübsche Starfotografin ? Zum Beispiel ziehen sie ihre Schuhe und ihre roten Wollstrümpfe aus, krempeln die Uniformhosen hoch bis zu den Knien und steigen auf ihr Kommando gemeinsam in das eiskalte Wasser des Baches am Jörgentor. Dann bleiben sie geduldig mehrere Minuten drin, bis die Fotografin ihre Bilder in der Kamera hat. So geschehen am Samstag bei glücklicherweise sehr viel Sonnenschein und hohen Temperaturen, sodass die eiskalten Waden der Stadtknechte schnell wieder trocken und warm waren.

Spontane Idee

Die spontane Idee zu diesem Gruppen-Fußbad hatte übrigens die Fotografin . Ein paar Spaziergänger, die am Jörgentor vorbeikamen, schüttelten zuerst ratlos die Köpfe und wollten dann unbedingt wissen, was da eigentlich los war. Des Rätsels Lösung: die Stadtknechte der Heimatspielgemeinde trafen sich zu einem Fotoshooting an verschiedenen Orten in der Stadt und der direkten Umgebung, denn sie wollen erstmals einen Kalender produzieren, dessen Erlös der Heimatsspielgemeinde zugute kommen soll, eine karitative Einrichtung soll möglichst auch bedacht werden.

Aufführungen ausgefallen

Die Heimatspielgemeinde musste in diesem Jahr die sonst üblichen drei Aufführungen des Heimatsspiels wegen der Corona-Pandemie ausfallen lassen, und die Einnahmen durch die Eintrittsgelder fehlen nun natürlich in der Vereinskasse. Da möchten die Stadtknechte als Abteilung der Heimatsspielgemeinde einen finanziellen Beitrag leisten.

Zurück zum Kalender: Die Fotografin , die all die schönen Bilder dafür schoss, kam aus Stuttgart angereist. Linda Hummel studiert dort Kommunikationsdesign. "Da ist auch Fotografie mit dabei" erklärt sie. Und ihre Verbindung zu Münnerstadt ? - "Die Liebe. Einer der Stadtknechte ist mein Freund."

Lagerfeuerromantik

Das Fotoshooting begann sie mit einigen Fotos im Stadtknechtsgarten der Familie Beudert östlich des Jörgentorparks. In diesem Kleingarten entstanden vor allem Lagerfeuerromantik-Bilder, die sozusagen die romantischen und schönen Seiten des Stadtknechtslebens zeigen. Nach der schon geschilderten Fußwaschung im Bach am Jörgentor ging es weiter auf den Spielplatz, den die Stadtknechte für kurze Zeit in Beschlag nahmen für ein paar Bilder. Besonders gut war die Idee, sie am Jörgentorpark auf der alten Stadtmauer zu platzieren. Schließlich war es vor Jahrhunderten ihre vornehmste Aufgabe, genau diese Mauer bei Angriffen zu verteidigen.

Ausflug zur Schlegelwarte

Eine Aufnahme entstand in der Durchfahrt des Jörgentors. Einige Autofahrer warteten deshalb gerne. Auch ein Abstecher zur Schlegelwarte stand für die Fotografin und ihre Fotomodelle auf dem Programm. Hier wurden die Stadtknechte bei Sonnenuntergang abgelichtet. Eines betonte Heiko Sauer, der Sprecher der Stadtknechte, ausdrücklich: "unser Kalender soll nicht so klischeebehaftet werden wie zum Beispiel der Feuerwehr-Kalender in Würzburg."

Aber es soll dokumentiert werden, wie die Stadtknechte früher im Lager lebten. In normalen Jahren, ohne Corona, gibt es einmal im Jahr auf dem Anger ein Stadtknechtslager mit einem großen Programm. Die Corona-Pandemie hat das dieses Jahr natürlich verhindert. In besagten normalen Jahren spielen sie auch dreimal bei den Aufführungen des Heimatspiels eine Hauptrolle. Auch das hat Corona verhindert. Dass die Stadtknechte alle in ihren schmucken rotweißen Uniformen mit Hüten und Helmen, bewaffnet mit Rapiers und Hellebarden zum Fotoshooting kamen, versteht sich von selbst.

Erfahrung nutzen

Viele technische und organisatorische Einzelheiten zum Stadtknechts-Kalender müssen erst noch geklärt werden. Die Macher wollen sich wegen der Auflage mit dem Altstadtverein, der in Sachen Kalender viel Erfahrung hat, in Verbindung setzen. Ende Oktober oder spätestens Anfang November soll er gedruckt werden, damit er zum Weihnachtsgeschäft zur Verfügung steht. Über den möglichen Verkaufspreis ist auch noch nichts bekannt.

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