Münnerstadt

Münnertadt: Mit der Kunst auf Augenhöhe

Originale von Tilman Riemenschneider und Veit Stoß aus dem Münnerstädter Altar sind noch bis Oktober in einer Sonderausstellung im Museum am Dom in Würzburg zu sehen.
Unmittelbar vor dem Lockdown im März entstand  im Würzburger Museum am Dom dieses Foto der Sonderausstellung mit den Kunstwerken aus dem Münnerstädter Altar der Stadtpfarrkirche. Foto: Heike Beudert       -  Unmittelbar vor dem Lockdown im März entstand  im Würzburger Museum am Dom dieses Foto der Sonderausstellung mit den Kunstwerken aus dem Münnerstädter Altar der Stadtpfarrkirche. Foto: Heike Beudert
| Unmittelbar vor dem Lockdown im März entstand im Würzburger Museum am Dom dieses Foto der Sonderausstellung mit den Kunstwerken aus dem Münnerstädter Altar der Stadtpfarrkirche. Foto: Heike Beudert

Es ist die Nähe zu den Münnerstädter Kunstwerken, die Stadtpfarrer P. Markus Reis so sehr an der Sonderausstellung "Riemenschneider trifft Stoß - Schnittpunkt Münnerstadt " im Würzburger Museum am Dom beeindruckt. Wohl selten sind die Werke aus dem Altar der Stadtpfarrkirche so unmittelbar für den Betrachter zu erleben. Die Besucher können die geschnitzten Skulpturen Tilman Riemenschneiders auf Augenhöhe betrachten. Es ist so viel Nähe möglich, dass man als Besucher sogar den Duft des uralten Holzes noch erschnuppern kann - zumindest war das vor Corona möglich, als Nase und Mund noch nicht mit einer Maske bedeckt werden mussten.

Seit Ende letzten Jahres läuft die sehenswerte Ausstellung im Würzburger Museum am Dom. Eigentlich wäre sie jetzt bereits vorüber. Doch nachdem durch den Lockdown lange Zeit keine Besucher mehr die Ausstellung besuchen konnten, wurde sie nochmals verlängert. Es sollen mehr Menschen die Möglichkeit bekommen, die Ausstellung trotz bestehender Einschränkungen zu besuchen, so Kerstin Schmeiser-Weiß von der Pressestelle des Bistums Würzburg. Öffentliche Führungen durch die Ausstellung mit kleiner Teilnehmerzahl werden wieder angeboten.

Zwölf Kunstwerke aus Münnerstadt sind nach Auskunft des Ausstellungskurators in Würzburg zu sehen - ergänzt durch vielfältige Informationen zur Entstehungsgeschichte. "Auch wenn sie sich nie persönlich begegnet sind, bildet der Münnerstädter Altar so den Schnittpunkt auf den Lebenswegen der beiden wohl bekanntesten Künstler der deutschen Spätgotik", heißt es in der Information zur Sonderausstellung.

"Die Figuren und Altartafeln auf Augenhöhe sehen zu können, ist die Besonderheit", sagt P. Markus Reis . Dies sei im Altar so nicht möglich. Deshalb freut sich der Stadtpfarrer , dass er in der kommenden Woche mit einem kleinen Kreis, den ehrenamtlichen Helfern der Kirchenreinigung, endlich einen Ausflug in die Sonderausstellung unternehmen kann. Denn der für Mai anvisierte Ausstellungsbesuch der Pfarrgemeinde in Würzburg musste coronabedingt abgesagt werden.

Originale aus dem Altar

Von Tilman Riemenschneider sind sechs Skulpturen ausgestellt (der heilige Kilian, die heilige Elisabeth von Thüringen , Johannes der Täufer , Johannes der Evangelist , Gottvater mit dem Leichnam Jesu und ein Engel). Außerdem beeindrucken die beiden Reliefs Riemenschneiders, eines zeigt die letzte Kommunion Maria Magdalenas , eines die Grablegung der Heiligen, die auch Kirchenpatronin in Münnerstadt ist. Von Veit Stoß sind die vier Holztafelgemälde mit den Szenen der Kilianslegende aus nächster Nähe zu betrachten.

Möglich wurde die Ausstellung, weil die Kirchensanierung in der Stadtpfarrkirche läuft. Dazu mussten die wertvollen Originale aus dem Altar abgebaut und sicher eingelagert werden. Das Museum am Dom nutzte die Chance für eine Ausstellung. "Für uns in Münnerstadt sind die Kunstwerke selbstverständlich", sagt Markus Reis . Gerade die Ausstellungseröffnung im Winter habe ihm aber nochmals verdeutlicht, welche überregionale Bedeutung die Kunstwerke des Altars hätten. Dies lässt sich auch daran erkennen, dass die Altarwerke nach Ende der Sonderausstellung ins Bayerische Nationalmuseum nach München kommen. Dort wird gerade eine Ausstellung mit ihnen vorbereitet "Kunst und Kapitalverbrechen - Veit Stoß, Tilman Riemenschneider und der Münnerstädter Altar" heißt dort der Titel. Ab 26. November wird die Ausstellung zu sehen sein. Auf der Homepage des Museums ist die Ausstellung bereits angekündigt, und es wird auch erklärt, woher der Titel kommt. 1503 hat Veit Stoß in Nürnberg einen Schuldschein gefälscht und wurde entlarvt. Um einer harten Strafe zu entgegen, floh er zu Angehörigen nach Münnerstadt ; hier erhielt er den Auftrag, die Flügel des Altarretabels zu bemalen. "Mit den genannten Gemälden, sämtlichen seiner graphischen Blätter, Arbeiten fränkischer Zeitgenossen sowie Objekten der Rechtsgeschichte und der Alltagskultur - vom Folterwerkzeug bis zum kostbaren Schmuck - erzählt die Ausstellung die spannende Geschichte des Münnerstädter Altars. Sie bietet den Genuss hochrangiger Kunst und lenkt den Blick auf den Zusammenhang von Verbrechen und künstlerischer Praxis", ist nachzulesen.

Im Mai 2021 werden Altartafeln und Skulpturen wieder in Münnerstadt zurück sein. P. Markus Reis hofft, dass bis dahin der Chorraum saniert sein wird. Ob dies realisierbar ist, darüber gibt es gerade Gespräche mit den Vertretern der Diözese.

Wo Die Sonderausstellung "Riemenschneider trifft Stoß - Schnittpunkt Münnerstadt " im Museum am Dom in Würzburg läuft noch bis zum 4. Oktober zu den Öffnungszeiten des Museums.

Führungen durch die Sonderausstellung mit Kunstbetrachtung finden statt am: Sonntag, 16. August; Sonntag, 30. August; Sonntag, 13. September sowie Sonntag, 27. September. Beginn ist jeweils um 15 Uhr. Wegen der Corona-Vorschriften können maximal zehn Personen an einer Führung teilnehmen. Eine Anmeldung ist erforderlich unter museen@bistum-wuerzburg.de oder telefonisch unter 0931/386 656 00.eik

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