Schondra

Musikkapelle holt die Natur in den Konzertsaal

Der Musikverein Schondra zog alle Register seines Könnens bei einem Mottokonzert.
Ein gelungenes Mottokonzert bot der Musikverein Schondra. Peter Kolpf
Ein gelungenes Mottokonzert bot der Musikverein Schondra. Peter Kolpf
Konzerte unter einem bestimmten Motto haben beim Musikverein Schondra in der Schondratalhalle schon Tradition. Waren die Ausflüge in den vergangenen Jahren in das Reich des Musicals oder des Kinofilms gegangen, so lautete es jetzt "Sound of nature" (Die Klänge unserer Natur). "Mit der traditionellen Musik kann man junge Musiker nicht halten", sagte der Musikvereinsvorsitzende Christoph Büchner. Man könne die Jugend und auch junge Zuhörer mit moderner Musik besser begeistern. Außerdem lasse sich die moderne Musik besser in ein Motto verpacken und mit Showeffekten spannender gestalten, erklärte Büchner.

Tobias Frühwirth, der neue musikalische Leiter der Trachtenkapelle des Musikvereines Schondra, hatte ein Programm mit zeitgenössischer sinfonischer Blasmusik - welches die Gefahren für die Natur durch den Menschen, aber auch den Einklang mit ihr in Klängen darstellen sollte - zusammengestellt. Es traf den Zeitgeschmack des Publikums exakt.

Dabei zeigten sich die 34 Musiker von einer beeindruckenden Seite. Hochmotiviert und sehr engagiert interpretierten sie ihre Musikliteratur auf höchstem Niveau. Da passten die Tempi, die Dynamik und der Rhythmus. Schon beim ersten Stück der "Kilkenny Rhapsody" des niederländischen Komponisten Kees Vlak liefen sie zur Höchstform auf und wiesen auf das musikalische Potenzial hin, das in ihnen steckt. Eine Rhapsodie ist definiert als ein "folkloristisch erzählendes Stück". Kees Vlak geht in seiner "Kilkenny Rhapsody" sogar noch einen Schritt weiter, denn seine Absicht ist es, auch das Wesen von Volk und Land erfassen und darüber hinaus auch geographische Besonderheiten musikalisch umzusetzen. Irland ist für einen rhapsodischen Ansatz geradezu eine Schatzkammer, denn neben romantischen Melodien wie "The Foggy Day" oder "The Gentle Maiden" bieten die beliebten Tänze wie Jig, Reel oder Hornpipe, oft vom Klang der Flöte und der kleinen Trommel geprägt, wunderbare musikalische Möglichkeiten.

Aus dichtem Nebel steigt schemenhaft die "Grüne Insel" empor - "Éire", wie die Iren ihre geliebte Heimat nennen. Anschließend wechseln sich Lieder und Tänze von unverkennbar keltischem Ursprung ab, die schließlich zu einem wirkungsvollen Höhepunkt geführt werden. Der Nebel fällt wieder ein: Das Thema eines Tanzes klingt leise nach. Beendet wird die "Kilkenny Rhapsody" mit einer jener melancholischen irischen Weisen, wie sie in den urigen irischen Pubs zu Hause sind.

Tobias Frühwirth erwies sich als engagierter Dirigent, der seine Musiker begeistern und mitreißen kann. Präzise gab er die Einsätze und hatte seine Musiker fest im Griff, die gerne seinen Anweisungen folgten. Entscheidend zu dem riesigen Erfolg trugen auch Mona Schuhmann und Arnold Scheller als Moderatoren bei. Mit kecken Sprüchen und witzigen Einlagen führten sie von Stück zu Stück und erklärten mit viel Fachwissen Land und Leute sowie die Musikstücke immer mit einem Blick auf die Natur. Ein ideales Paar, welches den musikalischen Werken das Sahnehäubchen aufsetzte. Abgerundet wurde der Abend durch die Revivalband des Musikvereins unter der musikalischen Leitung Carolin Klug-Schäfer. Im Big-Band-Sound verzauberten die Musiker der Revival-Band mit Stücken wie "Über den Wolken" von Reinhard May oder "Die Moldau" von Bedrich Smetana in einem Arrangement von Gerhard Hafner. Es sind die älteren Musiker des Musikvereines, die nach vielen Jahren wieder ihr Instrument vom Dachboden geholt haben und inzwischen regelmäßig einmal pro Woche proben.
Musik steckt noch immer bei ihnen im Blut. Dass dem so ist bewiesen sie mit ihrem flotten Sound. Gangolf Hau moderierte ihre Stücke an. Verabschiedet wurde auch der seit 1996 agierende Dirigent Thomas Reuß. Vereinsvorsitzender Christoph Büchner sagte: "Du hast viel geleistet. Mit dir haben wir viele musikalische Höhepunkte erlebt - großer Dank dafür - und du hast uns zu dem gemacht, was wir heute sind." Auch Tobias Frühwirth wurde vorgestellt, denn es war sein erstes offizielles Konzert. Büchner betonte, Frühwirth habe eine klare Richtung, für alles ein gutes Gefühl, sei gesellig und es mache einfach Spaß mit ihm zu neuen Ufern zu eilen. Riesiger Applaus und zwei Zugaben, beendeten ein emotionales und spannendes Musikerlebnis.

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