Burkardroth

Nach über 40 Jahren: Flurbereinigung in Teilen von Burkardroth abgeschlossen

Die Marktgemeinde ist für die Pflege von Flächen und Bäumen zuständig. Das wird keine leichte Aufgabe.
Übergabe der Bescheide: Steffen Mehling, Teilnehmergemeinschaft Premich (von links), Bürgermeister Daniel Wehner, Konrad Väth, Teilnehmergemeinschaft Gefäll, Johannes Sauer, Teilnehmergemeinschaft Stangenroth, Dorit Bollmann vom Amt für ländliche Entwicklung und Linus Krämer von der Unteren Naturschutzbehörde. Foto: Gabi Sell       -  Übergabe der Bescheide: Steffen Mehling, Teilnehmergemeinschaft Premich (von links), Bürgermeister Daniel Wehner, Konrad Väth, Teilnehmergemeinschaft Gefäll, Johannes Sauer, Teilnehmergemeinschaft Stangenroth, Dorit Bollmann vom Amt für ländliche Entwicklung und Linus Krämer von der Unteren Naturschutzbehörde. Foto: Gabi Sell
Übergabe der Bescheide: Steffen Mehling, Teilnehmergemeinschaft Premich (von links), Bürgermeister Daniel Wehner, Konrad Väth, Teilnehmergemeinschaft Gefäll, Johannes Sauer, Teilnehmergemeinschaft Stangenroth, Dorit Bollmann vom Amt für ländliche Entwicklung und Linus Krämer von der Unteren Naturschutzbehörde. Foto: Gabi Sell

Die Teilnehmergemeinschaften der Burkardrother Ortsteile Stangenroth, Gefäll und Premich haben die Landschaftsplanung , sprich Flurbereinigung , abgeschlossen. Damit geht ein über 40 Jahre dauerndes Projekt zu Ende. Baudirektorin Dorit Bollmann, Sachgebietsleiterin Landespflege vom Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken,übergab nun die Bescheide für die Landschaftsplanungsstufe 3 an Bürgermeister Daniel Wehner.

Keine leichte Aufgabe

Die Marktgemeinde Burkardroth als Eigentümer ist für die Pflege- und Bewirtschaftungsmaßnahmen verantwortlich. Das wird keine leichte Aufgabe sein. "Alle Obstbäume pflegen, das schaffen wir nicht", ging Bürgermeister Wehner auf die begrenzten Möglichkeiten des Bauhofes ein. Auch ließe die Bereitschaft in der Bevölkerung nach, sich an der Pflege zu beteiligen. Aus ökonomischen Gründen ist also eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Landwirten anzustreben, um mit der Pflege oder Bewirtschaftung eine Nutzung verbinden zu können, hieß es.

Eine weitere Aufgabe der Gemeinde wird es sein, den Leuten klarzumachen, warum zum Beispiel Wiesen nicht gemäht werden dürfen. Laut Wehner kämen diesbezüglich derzeit täglich drei bis vier Anrufe.

Infotafeln zum Grüngitter

Eine entsprechende Aufklärung könne durch das Aufstellen von Infotafeln und über das Projekt Grüngitter erfolgen. Bürgermeister Wehner zeigte sich angetan von der Idee, Obstbäume mittels einer Banderole als "Probierbäume" auszuweisen. Auch Schnittkurse, angeboten von der Unteren Naturschutzbehörde , könnten möglicherweise Interesse wecken.

Dass die Flurbereinigung so lange gedauert hat - in Gefäll wurde laut Wehner 1978 begonnen -, sei im Nachhinein betrachtet nicht unbedingt ein Nachteil gewesen. So konnte die Landschaftsplanung immer weiter modifiziert und viele Projekte im Rahmen der Dorferneuerung noch umgesetzt werden, waren sich alle einig.

Die Landschaftsplanung ist ein Prozess mit einer langfristigen Gesamtstrategie für eine nachhaltige Entwicklung der Landschaft, erläuterte Bollmann. Belangen von Naturschutz und Landschaftspflege sollen im Verfahren Rechnung getragen werden. Ziel ist die umweltverträgliche Umsetzung des Gesamtprojekts sowie die Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes.

Seit 1983 gibt es die dreistufige Landschaftsplanung (Vorbereitung, Vertiefung, Bewirtschaftungs- und Sicherungskonzept), die als Grundlage von Naturschutz und Landschaftspflege in der Ländlichen Entwicklung dient und die Belange der Landespflege stärker berücksichtigt. So haben die Teilnehmergemeinschaften im Rahmen der Flurneuordnung Flächen mit ökologischer Zielsetzung ausgewiesen.

Insgesamt wurden rund 150 neue Strukturen (28,7 Hektar) bereitgestellt, 36 in Gefäll, 61 in Stangenroth und 54 in Premich. Wie Bollmann erklärte, sind es viele kleine Flächen, die dazukamen. Sie sind weitere wertvolle Lebens- und Rückzugsräume für die heimische Tier- und Pflanzenwelt und prägen das Landschaftsbild.

Biotope und Streuobstwiesen

So wurden Biotope erhalten, gesichert und erweitert sowie neue geschaffen. Die typischen Strukturen, Gras- und Krautflur, Obstbaumpflanzungen, Pflanzungen von gewässer- oder wegbegleitenden Gehölzen stehen in Verbindung mit bestehenden Feldgehölzen, Hecken sowie Streuobstwiesen und -reihen.

Für deren ökologischen Wert ist eine fachgerechte Pflege und ordnungsgemäße Unterhaltung ausschlaggebend. Mit den Pflegeempfehlungen, in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde , sollte auch gearbeitet werden, sagte Bollmann.

Weil viele Steuergelder in die Entwicklung eingeflossen sind, sollte diese auch weiter geführt werden. Die Gemeinde stehe zwar in der Verantwortung, es sei aber auch "eine gute Investition in Naherholung und Heimat".

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