Nüdlingen

Neubau der Schlossbergschule ja, aber wo?

In einem nichtöffentlichen Workshop beschäftigte sich der Gemeinderat mit dem Fortbestand der Nüdlinger Schlossberg-Grundschule. Der Beschluss fällt am 7. Juli.
Mit Nachdruck stimmte Nüdlingens Bürgermeister Harald Hofmann im Workshopf für den Schulneubau auf altem Gelände.Sigismund von Dobschütz       -  Mit Nachdruck stimmte Nüdlingens Bürgermeister Harald Hofmann im Workshopf für den Schulneubau auf altem Gelände.Sigismund von Dobschütz
Mit Nachdruck stimmte Nüdlingens Bürgermeister Harald Hofmann im Workshopf für den Schulneubau auf altem Gelände.Sigismund von Dobschütz

Mit deutlicher Vorentscheidung von 13 Punkten setzte sich der Vorschlag eines Neubaus der Schlossberg-Grundschule auf bisherigem Standort beim Gemeinderat durch. Die Alternative eines Neubaus auf einem benachbarten Kirchengrundstück (fünf Punkte) und ein möglicher Neubau auf dem heutigen Sportplatz (zwei Punkte) waren nur zweite Wahl. Die ebenso teure Generalsanierung der Schule wie auch der Neubau auf einem Gemeindegrundstück im Norden neben dem Bauhof fielen als Alternativen durch.

Offiziell über den Neubau abstimmen wird der Gemeinderat in seiner Gemeinderatssitzung am 7. Juli. Über den Standort will das Gremium aber erst nach weiterer inhaltlicher Prüfung und erfolgter Kaufanfrage bei der Diözese entscheiden.

Eigentlich hätte es am Samstag ein öffentlicher Workshop des Gemeinderats sein müssen, eröffnete Bürgermeister Harald Hofmann die fast dreistündige Veranstaltung. Doch wegen der noch immer gültigen Corona-Abstandsregeln war in der Schulturnhalle kein Platz für Zuhörer. Am Ende des Workshops sollten sich, so die Hoffnung des Bürgermeisters, die Gemeinderäte eine Meinung über Generalsanierung oder Neubau der Grundschule sowie im Falle eines Neubaus über dessen Standort gebildet haben.

Vier Vorschläge

Vier denkbare Vorschläge unter Berücksichtigung des in Zukunft benötigten Raumkonzepts für Grundschule und Kinderhort stellten die mit der Planung beauftragten Architekten Joachim Perleth und Christiane Wichmann sowie Stadt- und Raumplanerin Leonie Wabra (alle Architektenbüro Perleth, Schweinfurt) mit Vor- und Nachteilen vor.

Gegen eine Generalsanierung sprechen die Kosten, die mit insgesamt 10,2 Millionen Euro ebenso hoch sind wie die eines Neubaus, der je nach Raumkonzept mit 8,5 Millionen oder knapp zehn Millionen Euro angegeben wird. "Wenn Sanierungskosten 80 Prozent der Neubaukosten überschreiten, ist eine Sanierung unwirtschaftlich. Wir liegen deutlich drüber", stellte Architekt Joachim Perleth fest. Deshalb hatte die Regierung von Unterfranken bereits den Neubau empfohlen.

Der Bau auf bisherigem Schulgelände bietet bei gleichen Kosten auch alle Vorteile eines Neubaus auf grüner Wiese wie die Einhaltung der Barrierefreiheit, die Abstimmung der Raumstruktur auf das pädagogische Zukunftskonzept, die weitere Nutzungsmöglichkeit des Sportgeländes und der Turnhalle, die räumliche Trennung von Schule und Hort sowie der Erhalt aller Lehrerparkplätze. Allerdings seien in diesem Fall Einschränkungen im Schulbetrieb während der Bautätigkeit in Kauf zu nehmen und der Bau selbst sei bedingt durch die 15 Höhenmeter steile Hanglage "eine echte Herausforderung", betonte Leonie Wabra.

Erst während des Workshops kam aus dem Gremium der Vorschlag, bei der Diözese wegen des Ankaufs ihres Grundstücks neben dem Sportplatz anzufragen. Ein dortiger Bau hätte alle strukturellen Vorteile eines Schulneubaus, doch würde der Schulbetrieb während der Baumaßnahmen nicht gestört werden. Nach Abriss des Altbaus könnte dieses Gelände für Wohnungsbau genutzt werden. Hier kämen allerdings zu den Neubaukosten noch der Kaufpreis und die Abrisskosten des Altbaus (950 000 Euro) zusätzlich hinzu. "Dieses Grundstück ist Ackerland. Wir haben dort überhaupt kein Baurecht", machte Christiane Wichmann auf weitere Schwierigkeiten aufmerksam. "Beim Bau auf altem Gelände könnten wir sofort loslegen, alles andere kostet noch mehr Zeit", ergänzte Hofmann, der sich nachdrücklich für den Bau auf bisherigem Schulgelände einsetzte und sich darin auch mit Schulleiterin Susanna Bickert einig war.

Standortfrage noch einmal prüfen

Doch einige Gemeinderäte meinten, nach fünfjähriger Planungszeit komme es nun auch nicht mehr auf ein paar Wochen an. So konnte man sich nur darauf einigen, am 7. Juli in offizieller Sitzung zunächst über einen Neubau abzustimmen. Über den Standort (Altgelände oder Kirchengrundstück) soll erst dann entschieden werden, wenn die Antwort der Diözese vorliegt, beide Standortalternativen vom Architekturbüro inhaltlich noch näher geprüft wurden und vergleichbare Schulneubauten vom Gemeinderat besichtigt werden konnten.

"Die Standortfrage bleibt also weiter offen", schloss Bürgermeister Hofmann etwas enttäuscht über den nochmaligen Zeitverzug den Workshop . Mehrfach hatte er versucht, eine Standortentscheidung des Gremiums zu erreichen, hatte man sich doch nur eine Stunde zuvor mehrheitlich für einen Neubau auf dem Altgelände ausgesprochen. Nun machte er die Ratsmitglieder deutlich darauf aufmerksam, dass erst nach verbindlicher Standortentscheidung eine Präzisierung der Ausschreibung für den Architektenwettbewerb erfolgen kann.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Nüdlingen
  • Bau
  • Bauhöfe
  • Baumaßnahmen
  • Bautätigkeit
  • Harald Hofmann
  • Regierung von Unterfranken
  • Sanierung und Renovierung
  • Sanierungskosten
  • Schulbetrieb
  • Schulen
  • Schulhorte
  • Workshops
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!