Bad Kissingen

Neubürger Bad Kissingens sind fasziniert vom Kurpark

Rund 80 Neubürgerinnen und Neubürger haben sich zu einem kleinen Spaziergang mit Holger Paff und Martin Brandt durch die Bad Kissinger Kur- und Parkanlagen getroffen.
Bad Kissingens Neubürger lernten die Parkanlagen kennen.  Holger Paff, Leiter der Kurgärtnerei, und Fachagrarwirt Martin Brandt  führten sie und erzählten viele interessante Details, die auch   langjährigen Einheimischen nicht bekannt sein dürften. Anita Schmitt
Bad Kissingens Neubürger lernten die Parkanlagen kennen. Holger Paff, Leiter der Kurgärtnerei, und Fachagrarwirt Martin Brandt führten sie und erzählten viele interessante Details, die auch langjährigen Einheimischen nicht bekannt sein dürften. Anita Schmitt

Die beiden gaben einen Einblick in ihr Arbeitsgebiet in der Kurgärtnerei der Bayerischen Staatsbad Bad Kissingen GmbH. Das monatliche Treffen der Neubürger findet auf Initiative von Dr. Elisabeth Müller (Geschäftsführerin Laboklin GmbH & Co. KG) und Anita Schmitt (Leiterin der Akademie Heiligenfeld GmbH) statt. Jeden dritten Donnerstag im Monat laden die beiden Frauen Zugezogene zum sogenannten Neubürgerstammtisch ein.

Holger Paff, Leiter der Kurgärtnerei, stellte seine vielen Aufgaben vor. Mit seinen 30 Mitarbeitern betreut er insgesamt 150 Kilometer Wald- und Wanderwege, 5000 Sitzgelegenheiten in den Kur- und Parkanlagen sowie 53 000 Pflanzen, davon 9000 Rosenstöcke im Rosengarten.

Sein Schwerpunkt liegt in der Pflege und Aufzucht der 150 großen Palmen, die im Kurgebiet ein mediterranes Flair vermitteln und, wie er sagt "den nördlichsten Süden Deutschlands" in Bad Kissingen zaubern. Jede Palme braucht 30 bis 50 Liter Wasser täglich. Die Bewässerung und Düngung der fünf Palmenarten ist nur mit einem ausgeklügelten Kübelsystem rund um die Palmenwurzeln möglich - das ist ein integrierter Speicher, der 300 Liter fasst.

In Zukunft soll die Bewässerung aber mit Hilfe einer neuen Osmose-Anlage bewerkstelligt werden, berichtete Holger Pfaff. Die spezielle Aufbereitung des Wassers ist notwendig, da die Palmen eine bestimmte Wasserqualität benötigen. "Auch wir merken den Klimawandel. Es regnet deutlich weniger", sagte Paff. "Wenn es weiter so heiße und trockene Sommer gibt, wird Bad Kissingen nur noch im Kernbereich grün bleiben, da das Wasser nicht mehr für alle Pflanzen ausreichen wird", ergänzte er.

Im Rosengarten erzählte Holger Paff die Geschichte der Anlage. War diese Fläche Ende des 19. Jahrhunderts noch eine Radrennbahn, wurde sie dann zum Garten für die Bürger Kissingens umfunktioniert. 120 Rosenarten sind zurzeit auf zweieinhalb Hektar gepflanzt, einem bestimmten Farbkonzept folgend. Gedüngt wird nur mit biologischem Dünger - wegen des Heilwasserschutzgebietes.

Auf die Frage, wo denn in diesem Jahr die Engelstrompeten sind, vertröstete Paff die Neubürger. Die Engelstrompeten kämen noch, sie seien nur ähnlich wie die Lorbeeren in diesem Jahr noch nicht so weit. Holger Paff erklärte auch, dass die Kurgärtnerei nicht für alle Bepflanzungen in Bad Kissingen zuständig ist.

Doch es gab nicht nur Positives zu berichten, Holger Paff beklagte den zunehmenden Vandalismus. "Täglich müssen zerstörte Sitzgelegenheiten repariert werden und gefühlt jeden zweiten Tag fischen wir eine Parkbank aus der Saale ", bedauerte Paff.

Dann gab Fachagrarwirt Martin Brandt einen Einblick in sein Aufgabengebiet, die Baumpflege und -kontrolle. Er nahm die Neubürger mit auf einen Spaziergang durch den Luitpoldpark. Dieser ist nach dem Konzept eines englischen Landschaftsgartens angelegt und stellt weitestgehend ein natürlich gewachsenes Revier dar. Besonders beeindruckt waren die Zuhörer von der Schiller-Eiche, die über 150 Jahre alt ist. Ebenso verwies Brandt auf die schwarze Pappel in der Nähe des Biergartens am Radfahrweg, die circa 250 Jahre alt ist.

Brandt betreut mehr als 3000 Bäume von der Nordbrücke bis zur Südbrücke in Bad Kissingen . Neben den typischen einheimischen Bäumen zeigte er auch einige Spezialbäume, wie den Taschentuchbaum, dessen Blüten im Juni wie Papiertücher aussehen.

Schließlich machte er auf einen ganz besonderen Baum aufmerksam, den Ginkgo. Der Klimabaum ist wenig pilzanfällig und sehr resistent und könnte als einer der Gewinner aus der Klimakrise hervorgehen, erklärte er.

Der nächste Neubürgerstammtisch findet am Donnerstag, 15. August statt. Treffpunkt ist um 19 Uhr im Bismarck-Museum in der Oberen Saline. Museumsleiterin Annette Späth gibt eine Museumsführung mit anschließendem gemütlichen Beisammensein im Garten oder im Gewölbekeller bei einem Glas Wein.

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