Gersfeld

Neue Leiterin im Artenhilfsprojekt "Rotmilan in der Rhön"

Das Artenhilfsprojekt "Rotmilan in der Rhön" zählt zu den wichtigsten länderübergreifenden Artenschutzprojekten im Unesco-Biosphärenreservat Rhön. Dessen Leitung übergab Julian Oymanns an Heidelinde Witzmann.
Julian Oymanns, der rund drei Jahre lang das Artenhilfsprojekt "Rotmilan in der Rhön" betreut hatte, hat die Projektleitung zum 1. Dezember an Heidelinde Witzmann übergeben. Anna-Lena Bieneck
Julian Oymanns, der rund drei Jahre lang das Artenhilfsprojekt "Rotmilan in der Rhön" betreut hatte, hat die Projektleitung zum 1. Dezember an Heidelinde Witzmann übergeben. Anna-Lena Bieneck

Das Artenhilfsprojekt "Rotmilan in der Rhön", in dem sich mehr als 100 Ehrenamtliche engagieren, zählt zu den wichtigsten länderübergreifenden Artenschutzprojekten im Unesco-Biosphärenreservat Rhön. Die Laufzeit endet im Sommer 2020 - bis dahin ist Heidelinde Witzmann für das Projekt verantwortlich. Die Hünfelderin hat zum 1. Dezember die Leitung von Julian Oymanns übernommen, den es aus der Rhön ins Rheinland verschlägt.

Das Rotmilanprojekt der Regionalen Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Rhön, das von der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats betreut wird, wurde im Herbst 2014 ins Leben gerufen. Julian Oymanns übernahm Anfang 2017 die Leitung von Bastian Sauer, der die ersten Kartierungen von Rotmilanhorsten in der Projektkulisse der ARGE Rhön vorgenommen hatte. Diese hatten damals ergeben, dass es in der Rhön rund 250 Brutpaare des Greifvogels gibt - mehr als ursprünglich angenommen.

Trotzdem ist der Fortbestand des Charaktervogels der Rhön bedroht: Der Verlust an artenreichem Grünland zugunsten landwirtschaftlicher Nutzung, der Bau von Windkraftanlagen, aber auch tierische Feinde wie der Habicht machen dem Rotmilan zu schaffen. Im Rahmen des Artenhilfsprojekts werden daher unter anderem die Bestände durch Kartierung und Monitoring erfasst, die Brutplätze durch gezielte Maßnahmen geschützt und die Nahrungshabitate in Zusammenarbeit mit den Landwirten verbessert.

Rekordwerte erzielt

Rund ein halbes Jahr vor Projektende steht fest: Die Maßnahmen tragen Früchte. "Vor allem das Jahr 2019 verlief sehr erfolgreich", blickt Julian Oymanns zurück. Die Kartierungen mithilfe der rund 120 Ehrenamtlichen, die im Rahmen des Projekts spezielle Schulungen erhielten, und die Realisierung landwirtschaftlicher Maßnahmen seien sehr gut verlaufen. Nicht zuletzt wegen der Witterung sei das Jahr 2019 für den Rotmilan günstig gewesen. "Auf der Gesamtkulisse von rund 4900 Quadratkilometern haben wir insgesamt 389 Revierpaare ermittelt, von denen mehr als 80 Prozent tatsächlich brüten - das sind Rekordwerte", sagt Oymanns.

Ohne Ehrenamtliche ginge es nicht

Trotz der messbaren Erfolge verlässt Oymanns aus privaten Gründen zum 31. Dezember 2019 die Hessische Verwaltung. Ihn zieht es zurück ins Rheinland , seine Heimat, wo er ab dem kommenden Jahr bei einer Biologischen Station im Monitoring und in der Arterfassung tätig sein wird. "Die Rhön und ihr Rotmilan sind mir ans Herz gewachsen", sagt der 31-Jährige. Sein Dank gelte vor allem den ehrenamtlichen Kartierern, ohne die die Umsetzung des Projekts nicht möglich sei.

In der verbleibenden Zeit bis zum 31. Juli 2020 wird Oymanns Nachfolgerin Heidelinde Witzmann unter anderem die Projektergebnisse in einem Abschlussbericht für das Bundesamt für Naturschutz (BfN) zusammenfassen. "Außerdem wollen wir aufgrund unserer Erfahrungen Handlungsempfehlungen formulieren, die wir Landwirten an die Hand geben können", erklärt Witzmann. Die 24-jährige Hünfelderin hat Umweltmanagement in Gießen studiert und war zuletzt beim Landesbund für Vogelschutz in Bayern sowie in Brandenburg im Bereich Umweltbildung tätig. "Ich freue mich auf meine neuen Aufgaben in der Rhön und darauf, gemeinsam mit den Ehrenamtlichen das Projekt erfolgreich abzuschließen", sagt Witzmann.

Hintergrund

Zum Projekt: Das Artenhilfsprojekt "Rotmilan in der Rhön" ist Teil des Bundesprogramms Biologische Vielfalt und der Biodiversitätsstrategie der Bundesrepublik Deutschland. Es wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. Für die Gesamtlaufzeit des Projekts von 2014 bis 2020 stehen rund 900 000 Euro zur Verfügung. Die Gebietskulisse erstreckt sich mit rund 4900 Quadratkilometern über die Flächen der Landkreise Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld, Fulda sowie die westlich der Werra gelegenen Teile der Landkreise Schmalkalden-Meiningen und Wartburgkreis.

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