Thulba

Neuer Forstweg durch den Geisberg-Wald ist betriebsbereit

Ein neuer Weg, vornehmlich für die Forstarbeit geschaffen, bietet künftig auch Wanderern und Radlern eine Möglichkeit mehr zum Ausflug in den Wald.
Revierleiter Christoph Uffelmann (links) und FBG-Betriebsleiter Rupert Wolf erklärten den Gemeinderäten den Ablauf des WegebauesSigistmund Von Dobschütz
Revierleiter Christoph Uffelmann (links) und FBG-Betriebsleiter Rupert Wolf erklärten den Gemeinderäten den Ablauf des WegebauesSigistmund Von Dobschütz

In nur dreiwöchiger Bauzeit wurde im Juli der neue, knapp 1,6 Kilometer lange Waldweg durch den Geisberg nahe Thulba fertiggestellt. Am Dienstag präsentierten Revierleiter Christoph Uffelmann und Rupert Wolf, Betriebsleiter der Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale (FBG), den Oberthulbaer Gemeinderäten "das Ergebnis der guten Zusammenarbeit mit verantwortlichen Ämtern und Dienststellen". Die Baukosten liegen bei 71 000 Euro, wovon 25 000 Euro vom staatlichen Amt für Ernährung. Landwirtschaft und Forsten (AELF) übernommen werden.

Zwar mussten zum Bau des vier Meter breiten Schotterweges zunächst mitten durch das 50 Hektar große Waldstück etwa 300 Festmeter Baumholz geschlagen werden, doch war dieser für große Fahrzeuge und schweres Gerät befahrbare Weg für den effektiven forstwirtschaftlichen Betrieb längst überfällig gewesen, erläuterten die Forstleute bei der Ortsbegehung. In früheren Jahren hatte die Gemeinde das zunächst noch kleinere Waldstück wegen umliegender Privatgrundstücke überhaupt nicht bewirtschaften können.

Auch später, nach erfolgtem Geländetausch mit der Firma Hochrhein, bei dem "damals kein Euro geflossen ist", wie Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/FWG) ausdrücklich hervorhob, war eine Bewirtschaftung nur in unzureichendem Maß vom Waldrand her bis zu wenigen hundert Metern Tiefe möglich. Uffelmann: "Unsere Forstfahrzeuge und im Notfall Rettungswagen hatten keine Chance, in den Wald hineinzufahren." Auch die traditionelle Methode mit Pferdegespannen war nicht möglich. "Pferde kommen bei Lasten, die in diesem Wald zu bewältigen sind, an ihre Grenzen", erklärte Revierleiter Uffelmann. "Unsere Suche nach geeigneten Pferden blieb erfolglos."

Nicht für Privatautos

Die Oberfläche des neuen Forstweges, der ab Thulba zunächst etwa 700 Meter auf einem alten Waldweg verläuft und nur auf den weiteren knapp 900 Metern völlig neu angelegt werden musste, besteht aus mehreren Schotterschichten unterschiedlicher Gesteinsgröße. Über die Wintermonate muss sich nun der Boden noch verdichten, bevor der Weg ab kommendem Frühsommer mit schwerem Gerät befahren werden darf. Für private Pkw bleibt der Forstweg grundsätzlich gesperrt, lediglich Wanderer und Radler dürfen ihn künftig nutzen.

Der Ausschluss von Privatfahrzeugen war vor allem den Jagdgenossen wichtig, wie Oberthulbas 2. Bürgermeister Jürgen Kolb, zugleich Ortssprecher von Thulba , bei der Ortsbesichtigung auch an deren Widerspruch zur dort ursprünglich geplanten Mountainbike-Strecke erinnerte: "Sonst braucht der Jäger sich gar nicht erst in den Wald zu setzen." Den Fuß- und Radwanderern ermöglicht der Weg allerdings einen angenehmen Waldspaziergang, da er auf einer Ebene verläuft und nur an einer Stelle eine geringe Steigung von acht Prozent aufweist.

In die Planung und Ausführung der Baumaßnahme waren neben den AELF-Fachleuten auch das Wasserwirtschaftsamt und der Denkmalschutz eingebunden. So musste ein noch nicht dokumentiertes Hünengrab umfahren und Vorgaben zum Umweltschutz beachtet werden. Als Ausgleichsmaßnahme wurden 15 Vogelnistkästen und fünf Fledermauskästen an Bäumen befestigt. Der neben dem Weg verlaufende Wassergraben mit mehreren Abläufen in Sickergruben und ein 100 Kubikmeter Wasser fassendes Regenrückhaltebecken, das später ein Biotop wird, soll künftig dafür sorgen, "das Wasser im Wald zu halten", betonte FBG-Betriebsleiter Wolf angesichts der anhaltenden Trockenheit.

Mit Fertigstellung des neuen Waldweges ist endlich die fachmännische Forstbewirtschaftung dieses Waldstückes möglich. In den nächsten fünf Jahren rechnen Wolf und Uffelmann mit einer Holzernte von 3000 Festmetern, was nach aktuellen Preisen einem Marktwert von etwa 170 000 Euro entspricht. Momentan besteht das Waldstück am Geisberg noch überwiegend aus Buchen. Doch durch Aufforstung mit unterschiedlichen Bäumen will die FBG in den kommenden 40 Jahren daraus einen Mischwald machen.

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