Oberbach

Oberbachs Kirche ist gerüstet

Auf der Zielgeraden ist die Renovierung des Kirchendaches in Oberbach. Doch auch innendrin soll etwas geschehen.
Die Kirche in Oberbach ist zur Zeit eingerüstet. Foto: Sebastian Schmitt
Die Kirche in Oberbach ist zur Zeit eingerüstet. Foto: Sebastian Schmitt
Auf der Zielgeraden ist die Renovierung des Kirchendaches in Oberbach. Bereits im Jahr 2016 hatte der Wildfleckener Marktgemeinderat über einen Zuschussantrag der katholischen Kirchenstiftung Oberbach beraten. Der Gemeinderat hat dabei einem Zuschuss von 10.000 Euro zur Renovierung zugestimmt.


Innenraum soll neuen Anstrich bekommen

Doch nicht nur das Dach der Kirche wird renoviert, auch der Innenraum soll möglichst bald einen neuen Anstrich bekommen. Wann die Renovierung des Innenbereichs beginnen kann, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Dass das kleine Rhöndorf Oberbach überhaupt so eine riesige Kirche hat, geht auf die mittlerweile abgesiedelten Orte Reußendorf, Rothenrain und Silberhof zurück. Einst kamen bis zu tausend Besucher regelmäßig zu den Gottesdiensten. Doch nachdem die benachbarten Orte für den Bau des Truppenübungsplatzes Wildflecken abgesiedelt worden sind, sank die Zahl der Gottesdienstbesucher schlagartig, denn die Einwohner wurden zum Teil sehr weit entfernt umgesiedelt. Zurück blieb eine gigantische Kirche, die von manchen scherzhaft auch "Rhön-Dom" genannt wird, und die auch heute noch, selbst bei den Hochfesten, jedem Besucher einen Platz bieten kann.


Kirchlich gehörte der Ort in den Anfangstagen zur Pfarrei Bischofsheim. Die Oberbacher mussten einst also den vor allem im Winter sehr beschwerlichen Weg nach Bischofsheim auf sich nehmen, um dort die Messe zu besuchen, ihre Kinder taufen und ihre Toten begraben zu lassen, so Chronist Gerwin Kellermann in seinen Aufzeichnungen. Ab 1563 versuchten die Oberbacher, zusammen mit den Wildfleckenern und den Rothenrainern, mit Bittschriften an den Bischof von Würzburg immer wieder, dass ihnen der Bau einer Kapelle genehmigt würde. Die Bittschriften wurden lange Zeit nicht angehört. Erst als man sich an den Amtmann von Bischofsheim richtete, dass er ein gutes Wort für die drei Gemeinden einlege und ein Fall geschildert wurde, dass ein Kind, das man im Winter zur Taufe nach Bischofsheim brachte, auf dem Heimweg durch den starken Frost erfroren sei, wurden die Wünsche der Bevölkerung ernst genommen, so Chronist Kellermann weiter. Am 24. Januar 1567 stimmte der Fürstbischof dem Bau einer Kapelle zu.


Treppe absolute Ausnahmeerscheinung

Seit dieser Zeit kam der Pfarrer von Bischofsheim von Zeit zu Zeit nach Oberbach, um die Messe dort zu lesen und die Sakramente zu spenden. Lange dauerte es jedoch nicht, und hartnäckig wie die Oberbacher damals waren, wollten sie einen eigenen Pfarrer im Ort haben. Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn gab diesen hartnäckigen Bitten nach und stimmte der Gründung der Pfarrei Oberbach im Jahre 1589 zu, mit den Filialorten Rothenrain und Wildflecken. In der jüngeren Vergangenheit sorgte die Sanierung der Kirchentreppe für große Aufmerksamkeit. Denn die Treppe stellt in ihrer heutigen Größenordnung eine absolute Ausnahmeerscheinung dar.

Schlagworte

  • Oberbach
  • Bau
  • Chronisten
  • Fürstbischöfe
  • Julius Echter von Mespelbrunn
  • Messen
  • Pfarreien
  • Sanierung und Renovierung
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!