Obererthal

Obererthals Vereins-Doppeljubiläum gebührend gefeiert

Die Krieger- und Soldaten-Gemeinschaft (KSK) feierte den 130. Gründungstag, die Obererthaler Plootzgruppe ihren 40. Geburtstag.
Die beiden Jubelvereine begleiteten Ehrengäste, Ortsbürger und befreundete Kameradschaften bei der Kirchenparade. Foto: Winfried Ehling
Die beiden Jubelvereine begleiteten Ehrengäste, Ortsbürger und befreundete Kameradschaften bei der Kirchenparade. Foto: Winfried Ehling

Zwei Vereine, zwei Jubiläen und ein gemeinsames Fest feierte der Stadtteil am Wochenende. Die Krieger- und Soldaten-Gemeinschaft (KSK) blickt auf den 130. Gründungstag zurück, die Plootzgruppe besteht seit 40 Jahren; beide Geburtstagskinder gelten als Aktivposten im Dorf und tragen maßgeblich zur Bekanntheit und zur Außenwirkung Obererthals bei.

Einen Rückblick über die KSK-Aktivitäten gab Vorsitzender Dieter Schärpf. Demnach gründete sich die Gemeinschaft im Juli 1888 als Krieger- und Veteranen-Verein wohl als Reaktion auf den preußisch-bayerischen Krieg. "Es ist gelungen, eine alte Tradition fortzusetzen und in die Neuzeit einzubinden", befand er. Die Pflege der Kriegsgräber und Restaurierung der Ehrenmäler, Soldaten-Wallfahrten sowie Biwaks gehören neben der finanziellen und praktischen Unterstützung von Ortsprojekten zur Liste der selbstgestellten Aufgaben.

Mitgliederzahl verdoppelt

Die KSK konnte so ihre Mitgliederzahl verdoppeln, betonte Schärpf, der auch die im Jahr 2000 gegründete Schützengruppe erwähnte, die - geleitet von Fritz Meinl - intensives Training mit entsprechenden Erfolgen vorweisen kann. Den Vertretern befreundeter Vereine dankte Schärpf für ihre Solidarität und ihre Teilnahme mit einem Präsent: Dies waren die Kameradschaften aus Frankenbrunn, Reiterswiesen, Aschach, Kothen und Untererthal sowie den Vorsitzenden der Obererthaler Dorfmusik, dem Fußballverein Rot-Weiß, den Bulldog-Freunden und - last not least - der Plootzgruppe.

Ehrenurkunde für Erich Nebel

Die Ehrenurkunde des Bayerischen Soldaten-Bund (BSB) überreichte er an Erich Nebel , der seit einem halben Jahrhundert der Kameradschaft die Treue hält. Der Vorsitzende dankte dem Veteranen mit herzlichen Worten für seine Mitarbeit und Hilfe.

Annette Gerlach, die Sprecherin der Plootzgruppe, wartete ebenfalls mit einer Retrospektive auf. Beschwerliche Anfänge begleiteten die Idee, mit dem Verkauf des kulinarischen Schmankerls etwas Geld für Maßnahmen im Dorf zu eruieren wie beispielsweise die Ortsverschönerung. Doch die Idee ihres Vaters, Hermann Brust, fand letztlich genügend Helfer, um sie umsetzen zu können.

Plootzbäcker machen sich einen Namen

Zunächst noch auf Blechen zum Festplatz transportiert, bauten sich die Plootzbäcker einen fahrbaren Backofen, der diese Arbeit erleichterte. Zwiefel- und Matteplootz konnten so frisch vor Ort gebacken und verkauft werden, was sich schnell herumsprach. Privatleute, Veranstalter von Festen, zum Beispiel bei den Hammelburger Märkten und sogar die Stadt Bad Kissingen , gehörten zu den Interessenten, die diesen Dienst nutzten. Das so erlöste Geld floss in soziale Zwecke, im Dorf benötigte Mittel und in Verbesserungen in der Gruppe wie einen Teigroller.

Heute verfügt die Backofengruppe, die im Rotationsprinzip mit den Ortsvereinen des Orts arbeitet, über rund 20 Helfer. Inzwischen sind es schon die Gründerkinder, die diese Tradition weiterführen. Eine Bronzeplastik in der Dorfmitte erinnert an die vielen guten Taten, die die Plootzbäcker mit ihrem Fleiß unterstützten. Den Helfern der ersten Stunde und ihren Nachfolgern dankte Gerlach mit einer Chronik. Michael Weigand , Vorsitzender der Obererthaler Dorfmusikanten, honorierte die Aktivitäten und die Zuwendungen der Plootzbäcker mit einem Namensbanner.

Viele Gratulanten

Landrat Thomas Bold überbrachte den beiden Jubelvereinen die Glückwünsche. "Die KSK hat in der ganzen Region einen guten Namen, und der Plootz ist ein Stück Heimat erleben", stellte er fest. "Nichts steht mehr dafür als der bayernweit 32. Platz beim Wettbewerb 'Wo lebt es sich am besten'. Er vereinigt Brauchtum Lebensqualität und Tradition", fügte er hinzu bei der Übergabe eines Geldpräsents. Hammelburgs Vize-Bürgermeister, Reimar Glückler schloss sich der Gratulation namens der Stadt an und dankte für die Leistungen der beiden Vereine ebenfalls mit einem Geldpräsent.

Klaus Lutz, der Vorsitzende des BSB-Kreisverbands, übermittelte dessen Gratulation ebenso wie Ortssprecher Hans Schönau. Die beiden aktiven Vereine wertete er als Gewinn für den Stadtteil und die Stadt. An die Adresse der Backofengruppe schickte er die Feststellung: "Das Armen-Essen von früher ist heute auch bei den Begüterten begehrt." Sein Dank galt der Hilfe bei Ortsprojekten wie dem Wendelinus oder dem Brunnen. "Bleibt dem Plootz treu, toi toi, toi", beendete er seine Geburtstagsgrüße.

Dem Doppeljubiläum, das die Jugendkapelle aus Untererthal, Diebach und Obereschenbach musikalisch umrahmte, war ein feierlicher Gottesdienst und eine Kirchenparade vorausgegangen.

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