Hammelburg

Offene Tür bei der Hammelburger Tafel

Nach einem Jahr in den neuen Räumen zieht die Tafel Hammelburg eine positive Bilanz.
Die geräumigen Küche des neuen Domizils der Tafel Hammelburg verfügt über ausreichend Platz für Arbeit der freiwilligen Helfer.   Winfried Ehling
Die geräumigen Küche des neuen Domizils der Tafel Hammelburg verfügt über ausreichend Platz für Arbeit der freiwilligen Helfer. Winfried Ehling

Auf ein Jahr im neuen Domizil blickte die Tafel mit einem "Tag der offenen Tür" zurück. Früher im Rückgebäude der Konditorei Classen in der Krötengasse untergebracht, arbeitete die Einrichtung bis dato auf beengtem Raum und zwei Etagen - auch wenn sie immer mit der Unterstützung des Eigentümers rechnen konnte.

Vorsitzender Dieter Roth fällt eine positive Bilanz zu den jetzigen Räumen in der ehemaligen Bahnmeisterei und den Betriebsablauf. "Die Fahrer müssen sich bei Anlieferungen nicht mehr durch die schmale Gasse quälen und die Helfer können auf ebenerdigem Terrain agieren. Hier ist es entschieden geräumiger. Wir verfügen zum Beispiel über eine Küche, die genügend Platz bietet und einen überdachten Außenbereich, der die Wartenden vor der Witterung schützt".

Für das Erfolgsmodell "Tafel Hammelburg " engagieren sich aktuell 45 Helfer im Wechsel, acht Ehrenamtliche sind als Fahrer eingesetzt. Der jetzt etwas weitere Weg für Abholer scheint kaum Einfluss auf deren Zahl zu nehmen. "Wir gaben 175 Berechtigungsscheine aus. Derzeit kommen donnerstags rund 50 Personen, hinter denen auch Familien stehen. Dies ist im Sommer normal zumal einem wie dem diesjährigen. Im Winterhalbjahr werden es mehr", weiß Roth. "Anfänglich jammerten einige bis sie merkten, dass es hier viel schöner, trockener und übersichtlicher ist", fügt er an.

Die Kunden stammen fast aus dem gesamten Altlandkreis. Auswärtige Bezugsberechtigten kommen mit dem Auto oder der Bahn. Letztere können sozusagen aussteigen und direkt neben dem Bahnhof in die Tafel eintreten. Behinderten oder kranken Abholern bringen die Tafel-Fahrer die Lebensmittel auch ins Haus.

Bei Führungen, die er gemeinsam mit Werner Bergmann anbietet, präsentiert der Vorsitzende seine "Schätze". Obst gibt es heuer in Hülle und Fülle. Hier sind es neben den Märkten und Discountern, Landwirte und Privatpersonen, die Äpfel , Zwetschgen , Trauben, Mirabellen und andere Gartenfrüchte bringen. Sie werden, wie Gemüse und Salat, in der Küche begutachtet, sortiert und gegebenenfalls verarbeitet.

Daneben sind Frischwaren und Konserven in den Regalen aufgereiht. Die Kühltruhen beinhalten derzeit Dutzende von Paketen eingefrorener Tortellini . Mit den vorrätigen Marmeladen, Brot und Lebensmitteln könnte man wohl Hunderte von Menschen versorgen. Den Nachschub liefern Bäcker und Metzger aus der Region sowie Super- und Großmärkte. Organisation und Kommunikation liegen bei Logistikzentren in Nürnberg und - für die Hammelburger Tafel - in Gochsheim. Für den Transport können die Hammelburger inzwischen zwei eigene Fahrzeuge einsetzen. Steuer, Versicherung und Reparaturen deckt die Tafel durch Spenden und andere Einnahmen. Vorsitzender Roth liebäugelt zudem mit zwei neuen Kühltruhen für die Frischware.

Umgang und Ausgabe der Lebensmittel bedingen strenge Kontrollen. Das Gesundheitsamt kommt unangemeldet und prüft, ob das Personal Handschuhe trägt, die sachgemäße Lagerung sowie Hygiene und die Verwendbarkeit der Waren. Ein Arzt und Roth selbst führen regelmäßig Hygienebelehrungen durch. Abholer-Beanstandungen gibt es nur selten, meist wegen abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatum, was nicht zwangsläufig Ungenießbarkeit bedeutet. Rechtzeitige und sachgerechte Weiterverwendung der Ware obliegen dem Kunden allerdings selbst.

Neben Führungen und Erläuterungen feiert die "Tafel Hammelburg " - so der neue, offizielle Name - ihren Geburtstag mit einer Tombola, die mit 100 gespendeten Preisen aufwartete. Jedes Los war ein Treffer. Für die Jüngsten gab es einen Luftballonweitflug-Wettbewerb, den die heimische Flugsport- und die Gleitschirmgruppe mit Überraschungen sponserten. Bei feinen, selbstgebackenen Kuchen, Kaffee und Getränken konnten sich die Besucher überzeugen, dass die Tafel eine sinnvolle Einrichtung ist, die sozial Bedürftigen gegen kleines Geld unter die Arme greift und ihren Tisch bereichert - dank engagierter Helfern.

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