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Offener Brief an Markus Söder (CSU) aus der Gastronomie: Verzweifelter Ruf nach Hilfe

Regionale Gastronomen leiden unter der Corona-Pandemie. Die Pächter der Kissinger Hütte haben deshalb einen offenen Brief geschrieben - unter anderem an Markus Söder (CSU). Das Schreiben fand im Internet riesige Zustimmung.
Per Gesetz herrscht derzeit Hüttenruhe auf dem Feuerberg in der Kissinger Hütte. Foto: Archiv Johannes Schlereth       -  Per Gesetz herrscht derzeit Hüttenruhe auf dem Feuerberg in der Kissinger Hütte. Foto: Archiv Johannes Schlereth
Per Gesetz herrscht derzeit Hüttenruhe auf dem Feuerberg in der Kissinger Hütte. Foto: Archiv Johannes Schlereth

Wie viele andere Gastronomiebetriebe musste die Kissinger Hütte auf dem Feuerberg wegen des Coronavirus ihren Betrieb einstellen. Seit mehr als einem Monat hat dort weder ein Gast übernachtet noch ein Bier getrunken. Die Pächter, die beiden Geschwister Dennis und Diana Tisma, fühlen sich dadurch in ihrer Existenz bedroht. In einem offenen Brief wandten sie sich deshalb am Montagmorgen an den Ministerpräsidenten Markus Söder ( CSU ) und den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband ( DEHOGA ). Die Tismas wollen ihren Betrieb unbedingt wieder öffnen. Außerdem hoffen sie auf ausgereifte, unbürokratische Konzepte der Politik, um der Gastronomie zu helfen.

Schwierige Situation

"Es ist nicht gerade prickelnd", sagt Diana Tisma. "Ich glaube mit dem Brief sprechen mein Bruder und ich vielen Gastronomen und Gästen aus dem Herzen." Damit liegt sie richtig: Über 600 Menschen reagierten auf den Brief, den sie und ihr Bruder in einem sozialen Netzwerk veröffentlichten. Und: Das Schreiben erreichte über 100 000 Nutzer. Wie der Brief auf Markus Söder ( CSU ) und den DEHOGA wirkte, stand bis Redaktionsschluss nicht fest. Beide äußerten sich auf Nachfrage dieser Zeitung nicht zum Sachverhalt.

"Unsere Gäste vermissen uns. Sie schicken uns regelmäßig Bilder von ihrer eigenen mitgebrachten Brotzeit auf dem Feuerberg und fragen, wann wir wieder öffnen dürfen", sagt Diana Tisma. Ein Termin dafür lässt sich noch nicht absehen. Am 6. Mai beraten Bund und Länder über weitere Lockerungen in der Corona-Pandemie. "Dem bangen wir entgegen und hoffen, dass wir einen Teilbereich öffnen dürfen." Eine Möglichkeit sehen die beiden Pächter beispielsweise im Bereich des Biergartens . Die Abstandsregeln seien dort wegen des offenen Geländes leicht einzuhalten. Damit schließen sich die Tismas der Forderung aus einer Pressemitteilung des DEHOGA an. "Unsere Brauerei würde uns sogar mit Schankwagen und so vielen Bierzeltgarnituren, wie wir brauchen, unterstützen. Es ist alles geregelt."

Kein Betrieb seit Mitte März

Momentan herrscht Ruhe auf dem Feuerberg. Und das, obwohl Hochsaison ist, Wanderer und Mountainbiker das schöne Wetter nutzen. "Es ist nicht so, als ob wir von den gesetzlichen Vorgaben nichts halten. Wir haben sogar von uns aus den Hüttenabend am 14. März mit über 100 Gästen abgesagt, weil wir es für zu riskant gehalten haben."

Die Tismas haben wegen fehlender Einnahmen am Abend des 31.März die staatliche Soforthilfe beantragt. Seitdem warten sie auf das Geld. Von der Pressestelle der unterfränkischen Regierung heißt es: "Die Anträge, die bis zum 31. März eingegangen sind, sind überwiegend bewilligt." Derzeit prüfe man lediglich noch einige hundert Anträge aus diesem Zeitraum. "Das ist zum Beispiel der Fall bei Unleserlichkeiten, oder wenn es einen Schreibfehler in der IBAN gibt", heißt es aus der Pressestelle der Regierung.

Investierte Rücklagen

Die Finanzen waren auch in dem sozialen Netzwerk ein Thema. Ein Nutzer fragte nach Rücklagen aus den Wintermonaten. "Im Winter trägt sich der Betrieb, allerdings sind das verglichen mit den Monaten von Ostern bis Oktober die umsatzschwächeren", sagt sie. "Unsere Rücklagen investieren wir eher in die Kissinger Hütte, als sie für eine Situation aufzuheben, für die wir nichts können."

Denn an der über 100 Jahre alten Wanderhütte herrscht Sanierungsbedarf. Dabei geht es unter anderem um die Modernisierung der Küche, den Brandschutz und die Infrastruktur des Gebäudes mit den Strom-, Wasser- und Gasleitungen. Außerdem sollen die Zimmer renoviert und die Abwasserentsorgung erneuert werden. Das Vorhaben sei durch das Coronavirus nicht gefährdet, teilt Manfred Egert, vom Rhönklub Bad Kissingen, mit.

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