Bad Kissingen

"Power Percussion" ist mehr als nur Trommeln

Hochklassige Percussionisten begeisterten das Publikum im Bad Kissinger Kurtheater.
von unserer Mitarbeiterin Gerhild Ahnert

Bad Kissingen — "Power Percussion" klingt nach einem ziemlich gefährlichen Unternehmen. Zudem wurden im Foyer des Kurtheaters vor Beginn der Performance der Musiker auch noch recht leistungsstarke Ohrenstöpsel verteilt. Die Bühne war gefüllt mit Krachmachern aller Art, von hochmodernen E-Drum Pads, die vertikal hinter dem ganzen Arsenal wie Zielscheiben montiert waren, bis hin zu Alu-Leitern, zu Ölfässern, Riesenabwasserrohren aus Plastik, Abfalltonnen und davor und drumherum alles, was man sich an blitzendem Profi-Material wünscht. Auch das Publikum im voll besetzten Zuschauerraum hatte da schon vor Beginn zu schauen und zu staunen.

Spannender Abend

Und alle, die gekommen waren, erlebten einen umwerfend spannenden Konzertabend, denn hinter dem martialischen Namen verbergen sich nicht zweieinhalb Stunden mehr oder weniger lautes Getrommle, sondern eine höchst intelligente, unterhaltsame, witzige Musik-Show von fünf Virtuosen auf ihren Instrumenten. Schließlich haben Stephan Wildfeuer, Rudi Bauer, Christoph Schmid und Hannes Eitner ihren Job als Schlagzeuger an Musikhochschulen studiert, waren Mitglieder renommierter Sinfonieorchester oder haben, wie Jürgen Weishaupt, bei wichtigen Produktionen und großen Namen im Musical-, Jazz- und Pop-Bereich musiziert .
Die fünf wissen offenbar genau, dass nur der Kollege oder wirkliche Aficionado seine ungeteilte Aufmerksamkeit für längere Zeit nur auf ihr Kerngeschäft, das rhythmische Trommeln, konzentrieren kann. Und so faszinieren sie ihr Publikum mit einem raffiniert getimeten und vielseitigen Programm, einer perfekten Lightshow fürs Auge und komödiantischen Einlagen aller Art. Das Trommeln vor und auf Aluleitern kam da noch ganz harmlos daher, aber schon beim Spiel mit ungleich großen Plastikeimern - der Loser kriegt immer nur den kleinsten Eimer -, oder beim lustigen und sehr spannend aufgebauten Wettkampf um die eindrucksvollsten Geräusche aus dem Hosenschlitz bewiesen sie ihr schauspielerisches Talent.
Die Blackbox mit beleuchtetem Fenster, in dem Stiefelpaaren in blau, gelb, rot, weiß zunächst einmal ordentlich im Rhythmus stampfen, dann aber in immer witzigere Konstellationen geraten, das Abflussrohr-Monster, bei dem durch Schläge auf den Luftstrom aus den Rohren Töne produziert werden , die Abflussrohr-Installation, auf der mit Hilfe von Boomwhackern "When the saints go marching in", "In München steht ein Hofbräuhaus" oder der Anfang der "Kleinen Nachtmusik" gespielt werden konnten, rissen das Publikum zu Beifallsstürmen hin. Und natürlich spielten sie auch mit ihrer High-Tech-Ausrüstung, ließen aufgenommene Sequenzen mit verschiedenen Klangkörpern, von der Kalebasse bis zu einer Rassel sampeln und zur Klangkomposition anwachsen und zeigten, dass mit der E-Drum-Ausrüstung nicht nur die Drum Pads, sondern auch Hannes Eitner auf dem E-Cajon ganze Melodien spielen konnten.
Um Melodien ging es im zweiten Teil, als Rudi Bauer den aufgeheizten Saal mit einem romantischen Marimbasolo zum Zuhören brachte oder im Zusammenspiel mit zwei Bongos, Cajon und Regenmacher-Rohr im Stile der Minimal Music sehr konzentriert, fein ziselliert mit seinen Mitspielern musizierte. Und neben den vielen lauten und wilden Partien ging auch einmal darum, wer am leisesten musizieren konnte im Wettstreit zwischen zwei Drumsets.

Publikum begeistert

Wie sehr die Zuschauer drinnen waren in dem lustvollen Musizieren auf der Bühne, zeigte sich, als sie problemlos übernahmen, sobald sich Jürgen Weishaupt in seiner Dirigentenpantomime von der Band zum Publikum umdrehte und plötzlich dieses dirigierte. Auch als erste Zugabe mussten die Zuschauer selbst ran: sie lernten differenziert rhythmisch Klatschen, Schnipsen, Stampfen. Der Jubel war riesig, so dass es zu den Standing Ovations nach diesem begeisternden Abend noch einen Showdown auf den richtig lauten Instrumenten gab.
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