Wildflecken

Pumptrack in Wildflecken eingeweiht: Viele Hürden auf Weg zum Ziel

Der Landkreis Bad Kissingen ist nach langer Wartezeit um eine Attraktion reicher: In der Marktgemeinde Wildflecken wurde der neue Pumptrack seiner Bestimmung übergeben.
Einweihung des Pumptracks in Wildflecken. Foto: Sebastian Schmitt       -  Einweihung des Pumptracks in Wildflecken. Foto: Sebastian Schmitt
| Einweihung des Pumptracks in Wildflecken. Foto: Sebastian Schmitt

Ein künstlich angelegter, wellenförmiger Parcours für alles, was Räder hat, bereichert nun seit dem Wochenende die Marktgemeinde Wildflecken . Der sogenannte Pumptrack wurde von den einheimischen Jugendlichen mitkonzipiert und längst herbeigesehnt. Nun ist er eröffnet.

"Pump Base Wildflecken"

"Das ist ein bedeutender Tag für Wildflecken ", sagte Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW): "Es gab herbe Rückschläge bei diesem Projekt. Umso schöner ist es, dass wir das Ergebnis jetzt endlich sehen können." Das neue Freizeitgelände am Sinnufer beherbergt Pumptrack, Bolzplatz und einen Chillout-Bereich für die Jugend und bekommt den Namen "Pump Base Wildflecken ". Auch bei der Namensgebung und der Gestaltung eines eigenen Logos war die Jugend eingebunden. Katharina Edelmann vom Konversionsmanagement des Landkreises erläutert: "Es war uns wichtig, einen Namen zu finden, der für das gesamte Areal steht, da es auf dem Gelände mehr als nur den Pumptrack gibt. Pump stellt den Bezug zum alten Pumpwerk, aber auch zum neuen Pumptrack her. Base steht zum einen für Military Base, für den Militärstandort der US-Armee , der Wildflecken einmal war, passt aber auch zur Bundeswehr ." Der katholische Pfarrer Mariusz Dolny aus Wildflecken , selbst übrigens ein bekennender Mountainbiker, segnete das Freizeitgelände.

Grünflächen müssen noch anwachsen

Zwar ist der asphaltierte Parcours schon fertiggestellt und zur Benutzung freigegeben, die Grünflächen müssen noch anwachsen und sollen nicht betreten werden.Wenn man so will, hat der Markt einen ungewöhnlichen Spielplatz für Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene geschaffen, die von Beginn an in die Planungen involviert waren.

Jedoch: Nicht alles ist glatt gelaufen bei diesem Projekt, das sich zu einem kommunalpolitischen Zankapfel entwickelte. Von der Idee bis zur Verwirklichung vergingen knapp sechs Jahre. Ende 2014 hatte die Gemeinde für die neue Wasserversorgung des Ortsteils Oberwildflecken das Grundstück erworben, auf dem sich ein altes Pumpwerksgebäude befand, welches noch aus dem Zweiten Weltkrieg stammte und längst nicht mehr benutzt wurde. Für die Nachnutzung musste eine sinnvolle Lösung gefunden werden, damit die Gemeinde das Pumpwerk abreißen konnte und Fördergelder beantragen konnte. Letztlich hatte das Konversionsmanagement des Landkreises die zündende Idee: vom "Pumpwerk zum Pumptrack".

Viele Jugendliche der Gemeinde waren von diesem Projekt von Anfang an begeistert. Sie äußerten zusätzlich den Wunsch nach einem Bolzplatz. "Ich wusste damals noch gar nicht, was ein Pumptrack ist. Aber für die Jugend war es eine gute Idee", blickt Bürgermeister Gerd Kleinhenz zurück.

Mitte 2016 starteten die Wildfleckener Jugendlichen ein Filmprojekt, um den Abriss des ehemaligen Pumpwerks und die Entstehung des neuen Areals zu dokumentieren. Zur Überbrückung der Bauzeit folgten Besuche bei einem Fahrradkomponenten-Hersteller sowie das Gastspiel eines mobilen Pumptracks auf dem Rathausplatz im Herbst 2017, auf dem ein Weltcup ausgetragen wurde.

Im Frühjahr 2017 sollte es mit den Abbrucharbeiten weitergehen, dabei trat völlig unerwartet verunreinigtes Material zutage. Das Baugrundgutachten, das dem Kauf vorausging, hatte zunächst keinerlei Anlass für Bedenken hinsichtlich Schadstoffbelastung gegeben. Es folgten Boden- und Grundwasseruntersuchungen, historische Recherchen sowie immer wieder kurzzeitige Teilabbruchphasen. Schlussendlich wurde das Gelände erst im August 2019 endgültig dem Erdboden gleichgemacht. Als der Bau des Pumptracks doch noch begonnen werden konnte, ging dann alles ganz schnell. Innerhalb von etwas mehr als drei Monaten war das Areal fertig.

Hand in Hand gearbeitet

"Dies war nur möglich, weil die bauausführende Firma Zehe, das Wasserwirtschaftsamt und letztendlich die Firma pumptrack.de Hand in Hand zum Gelingen dieser Anlage beigetragen haben", lobt der Bürgermeister die unkomplizierte Zusammenarbeit. Allein für Abriss des alten Pumpwerkgebäudes wurden rund 412 000 Euro fällig. Die Gesamtkosten fürs Freizeitareal stiegen so auf 958 000 Euro, wenn man den Abriss des Pumpwerkes miteinbezieht. "Eine Summe, mit der vor sechs Jahren so niemand rechnen konnte", so Kleinhenz.

Rund 262 000 Euro wird die Kommune beisteuern müssen. Die Städtebauförderung im Rahmen der Militärkonversion sichert der Kommune eine üppige Förderquote. "Ein reiner Abbruch des Gebäudes ohne eine sinnvolle neue Nutzung hätte uns überhaupt keine Fördergelder gebracht", macht Kleinhenz deutlich. "Es kamen so viele ungeahnte Probleme, dass manche sicherlich das Projekt abbrechen wollten. Aber wir haben die Wünsche der Jugendlichen in die Tat umsetzen wollen. Das ist mir und dem gesamten Marktgemeinderat auch nicht immer leichtgefallen. Zugute kam der Umstand, dass das Wasserwirtschaftsamt die Verlegung der Sinn auf eigene Kosten übernahm. Alleine hierfür fielen 144 000 Euro an. Nur so konnte eine marode Betonbrücke, die zum Pumpwerk geführt hatte, ersatzlos entfallen. "Es hat lange gedauert, aber es hat sich gelohnt", resümiert Kleinhenz.

Pumptrack passt in Gesamtkonzept

"Die Rhön ist eine Mountainbike-Region. Daher passt der Pumptrack in Wildflecken in das touristische Gesamtkonzept", sagt der Bürgermeister. "Der Pumptrack ist ein weiterer Mosaikstein auf dem Weg zu einer touristischen Entwicklung der Gemeinde und der ganzen Region." Stellvertretende Landrätin Brigitte Meyerdierks ( CSU ) lobt das Durchhaltevermögen der Kommune: "Trotz der Schwierigkeiten und der daraus resultierenden erheblichen Mehrkosten haben die Gemeinde und der Gemeinderat das Projekt nicht aufgegeben und wurden nun mit dieser sehr schönen Anlage belohnt."

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