Bad Kissingen

Queen Mum hätte wohl nicht zugestimmt

Der Brexit macht auch den Briten in Bad Kissingen Sorgen. Denis Dennehy hält den Ausstieg für einen Fehler.
Der britisch-irische Liedermacher und Gitarrist Denis Dennehy (71; rechts) im Interview mit BR-Redakteur Wolfgang R.Jandl. Foto: Sigismund von Dobschütz
Der britisch-irische Liedermacher und Gitarrist Denis Dennehy (71; rechts) im Interview mit BR-Redakteur Wolfgang R.Jandl. Foto: Sigismund von Dobschütz

Mit einem Gläschen Gin Tonic gedachten am Samstag der britisch-irische Gitarrist und Liedermacher Denis Dennehy (71) gemeinsam mit einigen Landsleuten des 17. Todestages von " Queen Mum ", der Mutter von Elizabeth II., Königin von Großbritannien und Nordirland. Dies war einen Tag nach dem ursprünglichen Brexit-Datum Anlass für ein Team der BR-Abendschau, den langjährigen Wahl-Garitzer während des von ihm monatlich organisierten Musikertreffens "English Folk Club" in der Kreisvinothek KissVino nach seiner Meinung zum geplanten EU-Austritt Großbritanniens zu befragen.

" Queen Mum hätte dem Brexit wahrscheinlich nicht zugestimmt", ist Dennehy im Interview mit TV-Redakteur Wolfgang R. Jandl überzeugt. Schließlich war ihr Ehemann, König Georg VI. , ein Nachkomme des deutschen Adelshauses Sachsen-Coburg-Gotha, sie selbst war von einer deutschstämmigen Gouvernante erzogen worden und auch ihr Schwiegersohn Prinz Philip hat deutsche Vorfahren. "Ich würde gern mal am Frühstückstisch der Königin sitzen und hören, was sie zum Brexit sagt", wünscht sich Dennehy deshalb.

Für ihn ist der von Großbritannien angestrebte EU-Austritt ein großer Fehler. "Ich kann zwar Briten, die den Brexit wollen, verstehen. Aber ich halte dies für kurzsichtig", meint der Sohn eines irischen Vaters und einer britischen Mutter. "Kein Land kann heute in Europa allein bestehen." Obwohl Dennehy sich in Bad Kissingen gut eingelebt hat und sich längst als Garitzer versteht, von 1991 bis 1993 sogar als Kassenprüfer dem Vorstand des BTC-Garitz angehörte, besitzt er keinen deutschen, sondern einen britischen und einen irischen Pass.

In einer Woche will er zum Familientreffen nach England und denkt über die beste Reisetaktik nach, sollte es tatsächlich am 12. April zu einem harten Brexit ohne Vertrag kommen: "Bei der Einreise werde ich meinen britischen Pass zeigen, aber bei der Rückreise in die EU wohl meinen irischen." Aber was macht er, wenn er während seines Aufenthalts in England plötzlich krank wird? "Ich bin doch EU-krankenversichert." Ist dies noch halbwegs scherzhaft gemeint, wird Dennehy dann doch ernst: "Ich bekomme meine Rente aus London in britischen Pfund. Wenn wegen des Brexits der Wechselkurs sinkt, habe ich plötzlich weniger Geld."

Sendung im BR-Fernsehen:

Montag, 1. April, Abendschau, ab 18 Uhr.

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