SCHWÄRZELBACH

Schwärzelbach: Quelle im Wald lockt Mensch und Tier

Wanderer können sich auch mit Hund an der hergerichteten Brunnenwegquelle ausruhen.
Wanderer können sich auch mit Hund an der hergerichteten Brunnenwegquelle ausruhen. Foto: Wolfgang Dünnebier

Der Neuwirtshäuser Forst ist um ein paar Attraktionen reicher. Seit zwei Jahren hinterlässt das Förderprogramm „Der Wald blüht auf“ seine Spuren. „Durch das Sonderprogramm ist es möglich, naturschutzfachliche Maßnahmen unbürokratisch zu realisieren“, freut sich Thomas Fikar. Er ist Revierleiter des Staatlichen Forstbetrieb Hammelburg für Schwärzelbach.

Im ersten Jahr der Aktion stand die Neuanlage einer Blühwiese im Mittelpunkt. Auf einem halben Hektar profitieren Insektenarten sowie Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und Käfer. Die Wiese wird von einem heimischen Landwirt einmal jährlich gemäht und bei Bedarf gewässert. Die vorhandenen Wildäpfelbäume werden professionell zurückgeschnitten. Um das Wohlempfinden von Insekten zu optimieren, wurde mit dem Förderprogramm ein spezielles Insektenhotel bei der Lebenshilfe Hammelburg in Auftrag gegeben.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Schaffung von stehendem Totholz. Dazu werden im Zuge der regulären maschinellen Holzernte vereinzelt Bäume mit einem Durchmesser von mehr als 35 Zentimetern auf einer Höhe von drei bis sechs Metern mit einem Harvester geköpft. Durch die anschließende Vermorschung und die Entstehung von Höhlen in den Stämmen gibt es neuen Lebensraum für Vögel, Käfer, Pilze oder Fledermäuse.

„Letztlich schaffen Bürger

im Bürgerwald

etwas für Bürger“

Revierleiter Thomas Fikar

Doch der Einsatz reicht noch weiter. Durch konsequentes Zurückschneiden einer etwa 200 Meter langen Reihe von bis zu zwölf Meter hohen Gehölzen im Feuerbachmohr entstand vergangenen Winter eine wertvolle Wallhecke. Die abgeschnitten Äste bieten Vögeln und Tieren, wie Amseln, Meisen, Gimpeln, Neuntötern und Grünfink sowie Nagetieren und Insekten Unterschlupf.

Die Anlage künstlicher Feuchtbiotope kommt dem Wasser zugewandten Lebewesen zugute. Hauptsächlich die mittlerweile pensionierten Forstleute Rainer Betz und Arnulf Schöberl drückten ihren Revieren damit einen unverwechselbaren Stempel auf, heißt es aus dem Staatlichen Forstbetrieb. Die Experten schufen damit Laichgewässer für Grasfrosch, Erdkröte und viele weitere Amphibien.

Mit Hilfe des Sonderprogramms Naturschutz werden die ersten der teils seit 50 Jahren bestehenden Biotope grundlegend saniert. Dies dient auch dem Schutz des Schwarzstorches und der Ansiedlung des Eisvogels. Gesichert werden soll das Vorkommens der Krebsschere. Außerdem werden Jagdgebiete für Fledermäuse geschaffen.

Besonders stolz ist Thomas Fikar auf die Sanierung einer etwa 40 Jahre alten Teichgruppe im Röderwald. Die zum Teil zugeschlammten Teiche waren kaum noch zu erkennen. Unzählige Fichten ringsherum verdunkelten die Wasseroberfläche.

Eine Fällaktion brachte mehr Licht. Ein Bagger befreite die Teiche von Schlick, Schlamm und sonstigem Unrat, der sich über die Jahre angesammelt hatte. Sandsteinblöcke wurden zu Türmen aufgesetzt, in denen wärmeliebende Lebewesen ein Zuhause finden werden. Forstwirte des Forstbetriebs Hammelburg pflanzten neben Sträuchern und Hecken auch Vogelkirschen und Vogelbeeren. Als Abrundung wurde eine Sitzgruppe an der Fassung der Brunnenwegquelle aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt. Hier können sich Wanderer ausruhen.

Revierleiter Thomas Fikar nennt das Sonderprogramm für den Naturschutz einen Glücksfall. Auch in wirtschaftlich schweren Zeiten sei es gelungen, den Wald aufzuwerten. Dabei freut er sich über Unterstützung privater Unternehmen. „Letztlich schaffen Bürger im Bürgerwald etwas für Bürger!“, ist er überzeugt.

Forstbetrieb Hammelburg

Der Forstbetrieb Hammelburg bewirtschaftet mit seinen 52 Beschäftigten rund 15 800 Hektar Wald in neun Forstrevieren in den Landkreisen Bad Kissingen und Main-Spessart. Jährlich werden rund 109 000 Kubikmeter Holz geerntet und 21 Hektar (das entspricht rund 30 Fussballfeldern) Wald neu angepflanzt.

Neben dem Hauptprodukt Bauholz werden rund 35 Prozent als Brenn- Industrie- und Rechtholz genutzt. Wert legt der Betrieb auf das Miteinander von Holznutzung, Naturschutz und Erholung. Neben rund 580 Kilometern Forstwegen, die auch als Rad- und Wanderwege geeignet sind, findet man zahlreiche Erholungs- und Naturschutzschwerpunkte.

An den Teichen quaken Frösche.
An den Teichen quaken Frösche. Foto: Wolfgang Dünnebier

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Schwärzelbach
  • Wolfgang Dünnebier
  • Artenschutz
  • Bäume
  • Forstbetriebe und Forstwirtschaftsunternehmen
  • Holz
  • Lebenshilfe
  • Naturschutz
  • Pflanzen und Pflanzenwelt
  • Tiere und Tierwelt
  • Wald und Waldgebiete
  • Wasser
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!