LKR Bad Kissingen

Landkreis Bad Kissingen: Querdenker wollen mit "Deutschland Wette" die A7 blockieren

Querdenker wollen am Freitagnachmittag die gesamte A7 als Plattform für ihren Protest benutzen. Die unterfränkische Polizei fährt dagegen eine klare Strategie.
In der Nähe von Oberthulba kontrollierte die Polizei verschiedene Fahrzeuge der Teilnehmer. Foto: Susanne Will       -  In der Nähe von Oberthulba kontrollierte die Polizei verschiedene Fahrzeuge der Teilnehmer. Foto: Susanne Will
| In der Nähe von Oberthulba kontrollierte die Polizei verschiedene Fahrzeuge der Teilnehmer. Foto: Susanne Will

Die Aktion nennt sich "Deutschland Wette" mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel . Querdenker wollen an diesem Freitagnachmittag, zwischen 15 und 18 Uhr, die gesamte A7, quer durch Deutschland in Beschlag nehmen. Sie wetten mit der Kanzlerin, "dass sie es nicht schaffen, UNS - oder besser gesagt Ihr pandemiegeplagtes Volk (...) so aufzuhalten, dass wir nicht die komplette A7 mit unseren LKW , Bussen PKW oder sonstigen autobahnzugelassenen Fahrzeugen befahren werden."

Landkreis Bad Kissingen: Querdenker auf der Autobahn A7

Polizeibeamte kontrollierten die Querdenker. Foto: Susanne Will       -  Polizeibeamte kontrollierten die Querdenker. Foto: Susanne Will
| Polizeibeamte kontrollierten die Querdenker. Foto: Susanne Will

Beteiligte Fahrzeuge sollen daran zu erkennen sein, dass sie maximal 80 Kilometer pro Stunde fahren, heißt es weiter, unter anderem auf der Internetseite mittellinie.org.. Die Autos sollen - coronakonform - mit maximal zwei Haushalten besetzt sein.

"Wichtigstes Erkennungsmerkmal wird aber sein, dass alle Fahrzeuge entweder beschriftet, bemalt oder mit Transparenten bestückt sind, welche all die Aussagen tragen, die wir Ihnen schon lange einmal zurufen wollten", heißt es noch.

Polizei in Unterfranken: Behörde nimmt Aufruf zur Blockade ernst

Banner prangten auf den Heckscheiben. Foto: Susanne Will       -  Banner prangten auf den Heckscheiben. Foto: Susanne Will
| Banner prangten auf den Heckscheiben. Foto: Susanne Will

Die unterfränkische Polizei nimmt den Aufruf ernst - und fährt von Beginn an eine klare Strategie: die Querdenker gar nicht auf die Autobahn lassen. In einer Pressemitteilung heißt es: "Auf die für Freitag und das Wochenende angekündigten Kundgebungen von Gegnern der Corona-Maßnahmen wird die unterfränkische Polizei mit starker Präsenz und Kontrollen reagieren". Das Polizeipräsidium appelliert auch an die Vernunft im Zusammenhang mit geplanten Aktionen.

Polizei mit verstärkten Kräften präsent

Die unterfränkische Polizei werde am Freitag "mit verstärkten Kräften im Bereich der Autobahnen und weiterer relevanter Örtlichkeiten präsent sein. Zielgerichtete Kontrollen sollen bereits im Vorfeld Störungen verhindern und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Unterfranken garantieren." Da allein durch die mögliche Ablenkung der Verkehrsteilnehmer zum Beispiel durch auffällige "Kundgebungsmittel" an den Fahrzeugen ein hohes Risiko für schwere Verkehrsunfälle bestehe, werde die Polizei "gerade hier mit einer niedrigen Einschreitschwelle vorgehen".

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Foto: Susanne Will | Querdenker muss vor der Weiterfahrt ein Plakat von den Scheiben entfernen

Bei Blockaden drohen den Querdenkern "weitreichende Sanktionen". Neben Strafverfahren, Geld- oder Gefängnisstrafen und möglichem Fahrerlaubnisentzug könnten je nach Sachlage auch die Beschlagnahme von Tat- oder Beweismitteln , wie Fahrzeugen oder Mobiltelefonen, die Folge sein.

Behörde appelliert

Verschiedene Plakate an einem Auto eines Teilnehmers. Foto: Susanne Will       -  Verschiedene Plakate an einem Auto eines Teilnehmers. Foto: Susanne Will
| Verschiedene Plakate an einem Auto eines Teilnehmers. Foto: Susanne Will

Die Polizei Unterfranken ruft dazu auf, andere Verkehrsteilnehmer nicht leichtfertig zu gefährden. Das Versammlungsrecht genieße hohen Stellenwert und Schutz und könne stets friedlich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben ausgeübt werden. "Die Polizei wird jedoch gerade Aktionen auf Autobahnen , die mit einer erheblichen Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer verbunden sind, nicht tolerieren und Verstöße konsequent ahnden."

Es ist nicht die erste Aktion dieser Art von Querdenkern beziehungsweise Corona-Kritikern in diesem Jahr. Am Dreikönigstag versuchten Anhänger der Bewegung "D-Day 2.0" auf der A73 bei Erlangen und am Autobahnkreuz München-Ost, Blockaden zu errichten. Die Polizei verhinderte das. "Die Fahrzeuge der Teilnehmer konnten gestoppt und sichergestellt werden", schreibt die Polizei . Zahlreiche Ermittlungsverfahren seien eingeleitet worden.

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