ROTHHAUSEN

Rad und Bahn im Lauertal

Hier hält schon lange kein Zug mehr: Der frühere Bahnhof von Rothhausen.
Foto: Daniel Wiener | Hier hält schon lange kein Zug mehr: Der frühere Bahnhof von Rothhausen.

(ner) Der Lauertalexpress kommt 50 Jahre nach der Streckenstilllegung wieder zum Rothhäuser Bahnhof zurück – zumindest in Form einer Modelleisenbahn, anlässlich des Fahrradsonntages der Aktion „Kirche mit Zukunft“. Im Rahmen dieser Veranstaltung findet am Sonntag, 1. August, sowohl im sogenannten Bahnhäusle, als auch im Schützenheim, eine kostenlose Bahnausstellung statt.

Gezeigt werden auch alte Bilder, Informationstexte und Bahnutensilien aus der Zeit, als im Lauertal noch die Eisenbahn fuhr. Zwei Modellbahnbauer zeigen ihre Schätze. Die Präsentation wurde möglich durch den ebenfalls in Rothhausen ansässigen Spielwarenhersteller Pola, der die Rothhäuser Bahnhofsanlage in Miniatur herstellte und weltweit verkaufte.

Obwohl die Firma schon 15 Jahre nicht mehr besteht, sind die Pola Modellbausätze heute im Internet immer noch ein gefragter Verkaufsschlager. Die Ausstellung findet am Sonntag, 1. August, im Rahmen des Rothhäuser Fahrradsonntages statt und ist in der Zeit von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Zuvor ist bereits um 11.30 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst.

Die Aktion „Kirche mit Zukunft“ hat die Stilllegung der Bahnstrecke Stadtlauringen bis Rottershausen vor 50 Jahren zum Anlass genommen, an dieses nicht nur für Rothhausen bedeutende Ereignis zu erinnern. Als die Strecke im August 1900 eröffnet wurde, läutete sie eine epochale Wende im Landleben ein.

Städte waren auf einmal in kurzer Zeit erreichbar, was nicht nur dem Handel zugute kam. Schulen und Arbeitsplätze, vor allem in Schweinfurt konnten genutzt werden. Die Landwirtschaft verlor an Bedeutung.

Doch der Aufschwung, den die Bahn im Lauertal ermöglicht hatte, förderte am Ende auch den Straßenverkehr. Autos und Lastwagen sowie ein immer weiter ausgebautes Straßennetz förderten die Mobilität. Das Ende für die Lauertalbahn war damit eingeläutet. Trotz der 1958 installierten, damals hochmodernen Lichtsignalanlage, wurde der Personenverkehr nur ein Jahr später eingestellt. 1960 endete auch der Güterverkehr.

Nach inzwischen jahrzehntelangem Ringen ist auf der Bahntrasse zwischen Maßbach und Rothhausen ein Radweg entstanden. Trotz raschem Baufortschritts wird dieser zum Fahrradsonntag noch nicht nutzbar sein. Geländer fehlen noch, sodass die Verantwortlichen von einer vorzeitigen Öffnung absahen.

Dennoch rechnet die Aktion „Kirche mit Zukunft“ bei der Fahrradwallfahrt mit mehreren hundert Radfahrern, denen auf dem Bahnhofsplatz nicht nur die Ausstellung geboten wird, sondern auch Verpflegung und ein kleines Rahmenprogramm. Dazu kommt ab 15 Uhr das Jonglierduo Firlefanz mit einem Workshop. Um 14.30 Uhr ist Fahrradsegnung durch Pater Sony.

Am Sonntag zu sehen: Rothhäuser Bahnhof als Modell.
Foto: Jürgen Dill | Am Sonntag zu sehen: Rothhäuser Bahnhof als Modell.
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