Rannungen

Rannungen verzichtet auf Hallensanierung

Um den Kreditrahmen nicht zu überdehnen, muss die Gemeinde Rannungen auf Vorhaben verzichten. Aus ihrer Sicht hat sie auch nicht viel Entscheidungsfreiheit.
Der Gemeinderat muss den Rotstift ansetzen. Daher wird die Sanierung der Mehrzweckhalle (hier bei einer Bürgerversammlung) um mindest ein Jahr verschoben. Foto: Montage/Dieter Britz       -  Der Gemeinderat muss den Rotstift ansetzen. Daher wird die Sanierung der Mehrzweckhalle (hier bei einer Bürgerversammlung) um mindest ein Jahr verschoben. Foto: Montage/Dieter Britz
| Der Gemeinderat muss den Rotstift ansetzen. Daher wird die Sanierung der Mehrzweckhalle (hier bei einer Bürgerversammlung) um mindest ein Jahr verschoben. Foto: Montage/Dieter Britz
Die Wunschliste des Bürgermeisters und der Gemeinderäte ist um einiges länger, als die finanziellen Ressourcen der Gemeinde es erlauben. Die Brunnenstraße, die Mehrzweckhalle, der Schul- und Rathausplatz sollen oder müssen sogar möglichst bald mit Millionenaufwand saniert werden.

Nicht zu vergessen der Bau eines Hochbehälters, wozu allerdings die Bürger zur Kasse gebeten werden. Wenn die Gemeinde alles auf einmal angeht, muss sie hohe Schulden aufnehmen, und dann genehmigt das Landratsamt den Haushalt nicht, fürchtet Bürgermeister Fridolin Zehner ( CSU ). Bleibt also nur, den Rotstift anzusetzen und zumindest ein Projekt zu verschieben.

Es traf nach längerer Diskussion im Gemeinderat die Mehrzweckhalle, die nun doch nicht so schnell wie geplant saniert wird. Der Gemeindehaushalt für das laufende Jahr wurde von den Gemeinderatsmitgliedern und dem Bürgermeister einstimmig verabschiedet.

Erfreulich für die Bürger ist, dass die Grundsteuer und die Gewerbesteuer auf sehr moderaten Sätzen bleiben. Nach den von Michael Weigand vorgelegten Zahlen sinkt die Verschuldung im Lauf dieses Jahres von ursprünglich 349 000 Euro auf nur noch 281 000 Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt nur 313 Euro pro Einwohner und ist damit etwa halb so hoch wie der Landesdurchschnitt.


In den Augen von Gemeinderat Harald Klopf (Bürgerliste) ist das aber gar nicht so positiv: "Das ist schlecht bei Zuschüssen." Der Kämmerer allerdings widersprach ihm da. Kredite müssen dieses Jahr zur Finanzierung der Investitionen nicht aufgenommen werden.
Das ändert sich jedoch in den kommenden beiden Jahren sehr stark: 2019 wären zwei Millionen Euro und im Jahr darauf noch mal über eine Million Euro an Krediten erforderlich, wenn alle Investitionen wie geplant gestartet würden.

"Das Landratsamt wird uns den Haushalt wegen der geplanten Kreditaufnahmen 2019 und 2020 nicht genehmigen. Das Landratsamt kann die Maßnahme zwar nicht verbieten, aber die Kreditaufnahmen ", sagte der Bürgermeister. Daher müsse irgendwo gestrichen werden.

Zehner betonte, dass die Sanierung des Schul- und Kirchhofs nicht geschoben werden kann, da die Rechnungen bis Ende 2020 vorliegen müssen. Sonst gehen die zugesagten Zuschüsse verloren. Den Hochbehälter-Bau zu verschieben mache keinen Sinn, da sich die Wasserversorgung zu über 90 Prozent über die Gebühren finanziere. Dieses Projekt gehe rechnerisch deshalb kaum in die Verschuldung ein.

"So leid es mir tut, wir müssen die Halle schieben", gab der Bürgermeister die Marschrichtung vor. Er geht von einem Jahr Verzögerung aus. Der Schul- und Kirchhof, die Wasserversorgung und die Brunnenstraße kämen deutlich vorher beziehungsweise seien Pflichtaufgaben. "Wenn wir die Halle schieben, entspannt sich die Lage. Wegen 600 000 Euro lässt das Landratsamt eher mit sich reden", ergänzte Weigand.


Klopf kritisierte in der Sitzung übrigens, dass die Gemeinde viele geplante Investitionen vor sich herschiebe. Die Wasserversorgung und der Schulhof zum Beispiel seien in den vergangenen zwei Jahren nicht umgesetzt worden. Zu den Prioritäten meinte er: "Die Halle ist wichtiger, da regnet es rein." Am Schluss der Diskussion stimmte auch er für den Haushalt 2018.
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