Bad Brückenau

Rathaussturm zum Auftakt zur fünften Jahreszeit in Bad Brückenau

Um 11.11 Uhr wird am Samstag, 10. November, das Bad Brückenauer Rathaus von der "1. Großen Bad Brückenauer Karnevalsgesellschaft" gestürmt.

Bis zum Aschermittwoch 2019 am 6. März wird mit dem Rathaussturm wieder die närrische Regentschaft über die Stadt übernommen. Für Puristen der fränkischen Fasenacht zwar einen Tag zu früh, aber in "Bröggena gingen die Uhren schon immer etwas anders".

Um den närrischen Regeln zu entsprechen und beim ersten öffentlichen Auftritt der Session ordnungsgemäß gekleidet zu sein, gab es für die Aktivisten des Vereins beim traditionellen Ordensfest der Gesellschaft die förmliche Legitimation, närrisch zu sein, den Jahresorden der Gesellschaft sowie überregionale Ehrungen des fränkischen Fasnachtsverbands (Bericht zum Ordensfest folgt).

Darüber hinaus wurde beim Ordensfest die "wichtigste und ernsteste Sache des Faschings" mit viel Hallo über die Bühne gebracht, die Inthronisation einer närrischen Regentschaft (Bericht folgt). Wohl aufgrund des heuer wieder "schön" langen Faschings konnten die Verantwortlichen der Gesellschaft aus mehreren Bewerbern und Bewerberinnen wählen und so viel sei hier verraten: Die Wahl ist ihnen sehr gelungen, es gibt auch in dieser Kampagne eine sehenswerte Regentschaft.

Mit Verstärkung zum Rathaus

Neugierig geworden? Dann um 11.11 Uhr auf zum Marktplatz zum Rathaussturm, dort wird die neue Regentschaft erstmals öffentlich auftreten und die neuen Regeln der fünften Jahreszeit verlesen.

Die Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks nebst Verwaltung und Räten hat sich hoffentlich eine gute Verteidigungsstrategie überlegt, um die auf dem "Rhön-Express-Radweg" ganz "express" anmarschierenden Brückenauer Karnevalisten nebst angekündigter Verstärkung befreundeter Gesellschaften gebührend zu empfangen und in den Rededuellen mit Sitzungspräsident Frank Vogler nicht den Kürzeren zu ziehen.

Kellerbau im Staatsbad ziert den Orden

Vereinsinterner Auftakt der fünften Jahreszeit ist für die Bad Brückenauer Narren das traditionelle Ordensfest, denn was ist ein Faschingsnarr ohne ordensbehängte Brust? - Irgendwie nackt!

Neben überregionalen Ordensverleihungen werden hier alljährlich die Jahresorden der Gesellschaft verliehen, so dass mit ordensgewappneter Brust zum Sturm auf das Rathaus geschritten werden kann. Seit 1984 sind auf den Orden der Karnevalsgesellschaft durchgängig zeitgenössische Motive mit historischem Hintergrund und historische Motive zu finden. Den diesjährigen Orden ziert dabei der Kellerbau im Staatsbad, der im Jahr 1819 errichtet wurde, also in der laufenden Faschingssession seinen 200. Geburtstag feiern wird.

Im Text der dazugehörigen Ordensurkunde liest man: Das imposante Gebäude des Kellerbaus schließt das Gebäude-Ensemble des historischen Schlossparks im Staatsbad nach Süden hin ab.

Als König Ludwig I. 1818 das erste Mal zum Kuraufenthalt in "sein Bad" kam, verliebte er sich sofort in dieses Kleinod. Er verlängerte die geplanten drei Wochen auf das Doppelte.

Zu dieser Zeit entstand der Plan für ein neues Wirtshaus für das Bad. Es heißt: "... dass der Mangel an brauchbaren Kellern die Verpflegung der Badegäste unendlich erschweret" und "...kein ordentliches mit Stallungen versehenes Wirtshaus besteht, wo Fremde sich zum Vergnügen einige Tage aufhalten könnten".

Auch als russisch-orthodoxe Kirche genutzt

So entstand im Jahr 1819 der Kellerbau in seiner heutigen Erscheinungsform. Durch verschiedene rechtliche Veränderungen im Bewirtungsrecht wurde der Kellerbau nach der Fertigstellung nicht seiner gedachten Nutzung als Wirtshaus zugeführt, sondern erfüllte im Laufe der Jahre verschiedene andere, kurdienliche, Funktionen. So wurde der Kellerbau nach dem Besuch von Katharina der Großen auch durch den vermehrten Aufenthalt des russischen Adels zeitweise als Russisch-Orthodoxe Kirche genutzt. Lange Zeit war dort auch das Postamt des Staatsbades untergebracht.

In der Neuzeit wurde das Gebäude dann doch seiner ursprünglichen Bestimmung als Wirtshaus bzw. Restaurant zugeführt und trug bzw. trägt heute den Namen "Bellevue" bzw. "Belvedere", was als Anspielung auf die Sicht von der Terrasse des Gebäudes über das ganze Staatsbadensemble dient oder auch der "schöne Anblick" mit dem die Hauptachse des " Schlossparks " durch den Kellerbau abgeschlossen wird.

Der Orden, traditionell in gelb/rot mit Reliefprägung in Silber ausgeführt, hat wieder eine limitierte Auflage. Jeder Ordensträger der anstehenden Faschingssession bekommt somit eine zukünftige Rarität verliehen, die auch außerhalb der Faschingszeit begehrt ist.

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