Bad Brückenau

Rhönallianz: Kreatives auf dem Stimmzettel

In sechs von acht Allianzgemeinden war der Ausgang der Bürgermeisterwahl wegen fehlender Konkurrenz abzusehen. Trotzdem gab es am Tag der Bürgermeisterwahl noch die Möglichkeit, eigene Wahlvorschläge anzubringen.
Bei den Bürgermeisterwahlen im Altlandkreis haben etliche Bürger  andere Namen vorgeschlagen.  Foto: Ulrike Müller       -  Bei den Bürgermeisterwahlen im Altlandkreis haben etliche Bürger  andere Namen vorgeschlagen.  Foto: Ulrike Müller
Bei den Bürgermeisterwahlen im Altlandkreis haben etliche Bürger andere Namen vorgeschlagen. Foto: Ulrike Müller

Im Großteil der Gemeinden der Rhönallianz stellte sich nur ein Bürgermeisterkandidat zur Wahl. Lediglich in Bad Brückenau und Oberleichtersbach gab es drei beziehungsweise zwei Kandidaten. Das demokratische Prinzip sieht in solchen Fällen einen anderen Weg vor: Gibt es nur einen wählbaren Kandidaten, dann darf der Wähler am Tag der Wahl einen eigenen Vorschlag auf den Zettel schreiben. Im Nachhinein werden die Vorschläge geprüft.

Zum Ergebnis sieht die bayerische Gemeindeordnung vor: "Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhält." Das trifft auch auf die Gemeinden mit nur einem Kandidaten zu. Die Ergebnisse aus den Allianzgemeinden sind in dieser Hinsicht eindeutig. Überall, wo es nur einen Bürgermeisterkandidaten gab, erhielt dieser die Mehrzahl der gültigen Stimmen.

Trotzdem sind Unterschiede erkennbar: In Geroda erhielt Alexander Schneider (UWG) insgesamt 96,14 Prozent aller Stimmen. In Schondra hingegen fuhr Bernold Martin ( CSU ) im Verhältnis deutlich weniger ein, nämlich 78,85 Prozent. Auch in Zeitlofs gaben immerhin 14,23 Prozent der Wähler alternative Vorschläge ab. Dort wurden 157 Personen auf die Wahlzettel geschrieben.

Manche Namen häufen sich

Tobias Fritzmann, Geschäftsleiter der Marktgemeinde Zeitlofs, erklärt sich das so: "An den Ergebnissen ist zwar ersichtlich, dass das Wahlverhalten in den verschiedenen Gemeindeteilen unterschiedlich ist", sagt er auf Nachfrage. Allerdings könne er daraus nicht automatisch ableiten, ob das mit einer Unzufriedenheit zu tun habe. Und in diesem Jahr "hatten wir so gut wie keine Spaßwähler", fügt er hinzu. Auf den ersten Blick erkenne er allerdings den ein oder anderen älteren Mitbürger als Wahlvorschlag: "Die sind vermutlich nicht ganz ernst gemeint."

Allerdings, so ergänzt Lothar Ziegler von der Verwaltungsgemeinde Bad Brückenau , "sind die Ergebnisse durch den hohen Anteil an Briefwählern verwaschen und lassen keinen Rückschluss mehr auf einzelne Gemeindeteile zu." Im Ortsteil Schondra selbst erhielt CSU-Bürgermeister Martin zum Beispiel die größte Zustimmung, nämlich 91,2 Prozent der gültigen Stimmen, auch hier sind Briefwahlergebnisse nicht eingerechnet. Auffällig ist trotzdem: In der gesamten Marktgemeinde Schondra wurde Jürgen Metz (FWGrSi) 32 Mal als Bürgermeister vorgeschlagen. Auch 2. Bürgermeisterin Beatrix Lieb (FWG) wurde immerhin 26 Mal als Alternative angegeben.

In Riedenberg gab es insgesamt 72 alternative Vorschläge für das Bürgermeisteramt. Jürgen Kohlhepp (FWG) erhielt nach Roland Römmelt die zweitmeisten Stimmen. 22 Mal wurde er auf dem Stimmzettel genannt, obwohl er gar nicht aufgestellt war. Kurios: In Geroda haben fünf Wahlberechtigte das langjährige Gemeindeoberhaupt Manfred Emmert gewählt. Emmert war bis zum Jahr 2014 Bürgermeister von Geroda.

Stimmen für Amtsinhaber

In Motten wurde Katja Habersack ( CSU ) mit 845 Stimmen gewählt, mit einer Zustimmung von 91,45 Prozent. Bürgermeister Jochen Vogel ( CSU ) bekam ungefragt immerhin neun Stimmen. Vogel kandidiert aktuell als Bürgermeisterkandidat in Bad Brückenau . In Wildflecken haben 1085 Bürger für Amtsinhaber Gerd Kleinhenz (PWW) gestimmt. 85 Wähler machten Alternativvorschläge. "Da war niemand dabei, den man als Favoriten herauslesen könnte", sagt Kämmerer Dieter Feller.

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