Elfershausen

Rhöner Apfelsaft bald in Berlin

Die Allianz "Fränkisches Saaletal" will den heimischen Apfelsaft besser vermarkten. Das hat gleich mehrere Gründe.
Christian Reusch bediente die Kelter aus der der frische Apfelsaft floss. Die Flaschenproduktion wird dann natürlich nicht mit der Handpresse funktionieren, sondern über zwei Keltereien. Foto: Winfried Ehling       -  Christian Reusch bediente die Kelter aus der der frische Apfelsaft floss. Die Flaschenproduktion wird dann natürlich nicht mit der Handpresse funktionieren, sondern über zwei Keltereien. Foto: Winfried Ehling
| Christian Reusch bediente die Kelter aus der der frische Apfelsaft floss. Die Flaschenproduktion wird dann natürlich nicht mit der Handpresse funktionieren, sondern über zwei Keltereien. Foto: Winfried Ehling

Der frisch gepresste Saft, der aus der Apfel-Presse rinnt, schmeckt süß, süffig und schmeichelt dem Gaumen. Ja, so schmeckt Heimat. Denn der Saft stammt von Früchten der Streuobst-Wiesen im Saaletal. Der Allianz "Fränkisches Saaletal" nebst Praktikern aus der Landwirtschaft war es beim Ortstermin an der " Schwedenschanze " ein Bedürfnis, auf dieses nutzbare Potenzial hinzuweisen.

"Wir wollen die Menschen sensibilisieren für gesundes, regionales Obst, das quasi vor der Türe liegt - ob zum Eigenbedarf, zum Keltern oder zum Brennen. Zudem sind Streuobst-Wiesen ein wichtiges Areal für Insekten und Kleintiere ", betonte Allianz-Vorsitzender und Bürgermeister Armin Warmuth . Äpfel gibt es heuer in Hülle und Fülle. Sie warten nur darauf aufgehoben oder gepflückt zu werden.

Mit den von der Allianz initiierten, gekennzeichneten "Probierbäumen" ist bereits ein erfolgreicher Anfang mit guter Resonanz gefunden. Die Streuobstwiesen sind die Ergänzung dazu. "Sollen die Bäume tragen, bedürfen sie jedoch auch der Pflege", legte Allianz-Manager Holger Becker den versammelten Bürgermeistern der Allianz-Gemeinden ans Herz. Ein Rückschnitt fördert den Ertrag im nächsten Jahr, in dem Becker einen Baumschneidekurs anberaumen will.

Bewusstsein wecken

Doch nicht nur der Schnitt auch die Wertschätzung und -schöpfung sowie die Aufwertung des Kulturlandschaftspotenzials "Streuobst-Wiese" und der Einsatz für den Erhalt der Lebensräume von mehr als 5000 Tier- und Pflanzenarten soll ins Bewusstsein der Menschen rücken. Ebenso Kenntnisse über alte Baumsorten und der Erhalt und die Ergänzung lückenhafter Bestände. Als Vorreiter plant die Allianz die Pflanzung von 100 Bäumen. Der erste wurde vor Ort an der Schwedenschanze eingegraben.

Für den praktischen Teil der Apfelsaftherstellung sorgten Christian Reusch, der Vize-Vorsitzende der Rhöner Apel-Initiative und Markus Stockmann, Vorsitzender des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege. Sie brachten eine Apfel-Presse und Säcke mit Früchten von den Streuobst-Wiese mit. Die Bürgermeister durften Äpfel spalten und zerkleinern. Die "Maische" kam in die Kelter, die Reusch zusammensetzte und bediente.

Heraus floss frischer, naturtrüber Apfelsaft, der in eigens von Becker etikettierte Flaschen umgefüllt wurde. Der Allianz-Apfelsaft in der Bügelflasche hat bei entsprechender Vermarktung eine gute Chance in den Verkaufsregalen. Zum Verkosten stand eine Kistebereit, passend dazu gab es ein Stück Apfelstreuselkuchen. Ab dem nächsten Jahr will die Allianz eine größere Menge Saft abfüllen lassen.

Größere Mengen kämen natürlich nicht aus der Handpresse, sondern aus Keltereien, die die Apfel-Initiative Rhön nutzt. Wie Christian Reusch informierte, verfügt die Apfel-Initiative Rhön über ein eigenes Bio-System und eine gute Zusammenarbeit mit zwei Keltereien. Rund 1000 Lieferanten können hier bis zu 800 Tonnen Fürchte abliefern, die zu Bio-Apfelsaft werden. Vorgesehen ist eine breit gestreute Vermarktung - auch in Großstädten wie Berlin.

Anlieferstelle für das Streuwiesen-Obst aus der Region ist der Potatis-Hof von Christian Reusch in Elfershausen . Die Früchte müssen zwar bio-zertifiziert sein, doch dies - wie auch die Kosten dafür - übernimmt die Kelterei. Für den Elfershausener Bürgermeister Johannes Krumm "ein Weg, den wir gehen sollten". Allianz-Manager Becker bat zudem um die Unterstützung der Obst- und Gartenbauvereine , die Markus Stockmann zusagte.

René Gerner, Bürgermeister von Fuchsstadt wies auf ein Problem bei den Probierbäumen hin, die gerne in Anspruch genommen werden - allerdings nur soweit wie die Arme reichen. Die Früchte oberhalb des Baumes benötigen zum Ernten eine Leiter. Eine Empfehlung könnten Apfelkörbe sein, die in den Gemeindebauhöfen deponiert sind.

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