Völkersleier

Rhöner Christbaum jetzt auch per Post

Ob sich die Großfamilie heuer wie gewohnt unter dem Weihnachtsbaum treffen kann, ist fraglich. Einen schmucken Baum sollte trotzdem jeder haben. Dafür sorgt Familie Volpert, egal ob direkt vom Feld oder via Online-Bestellung.
Peter Volpert aus Völkersleier nutzt jede freie Minute, um auf der Christbaum-Plantage seiner Familie zu arbeiten. Foto: Kerstin Väth       -  Peter Volpert aus Völkersleier nutzt jede freie Minute, um auf der Christbaum-Plantage seiner Familie zu arbeiten. Foto: Kerstin Väth
| Peter Volpert aus Völkersleier nutzt jede freie Minute, um auf der Christbaum-Plantage seiner Familie zu arbeiten. Foto: Kerstin Väth

"Die Nordmanntanne ist und bleibt der Lieblingsbaum der Deutschen", sagt Peter Volpert. Und das ist wohl auch der Grund, warum er zusammen mit seinen Eltern Elke und Herbert Volpert im Nebenerwerb auf acht Plantagen rund um Völkersleier insgesamt 30 000 Nordmanntannen für Weihnachten hegt und pflegt. Die Familie ist mit zehn Hektar Anbaufläche der größte Christbaum-Anbauer in der Rhön.

Frost, Läuse und die Trockenheit

Einfach ist die Arbeit nicht immer. Zwar seien die Nordmanntannen widerstandsfähiger als Fichten, erläutert Volpert. Besonders als Jungpflanze seien sie jedoch schwierig. "Wir hatten in den letzten zwei Jahren herbe Verluste", gesteht er. Wegen der zunehmenden Trockenheit sind die Nordmanntannen auch stacheliger als früher. Deshalb haben sich Volperts jetzt für eine Tröpfchenbewässerung aus Dachwasser entschieden, das sich in einer alten Güllegrube sammelt.

Neben Corona, dem wachsenden Konkurrenzdruck und dem geringen Niederschlag gab es in diesem Jahr noch zwei Probleme. Zum einen der Frost , der im Frühjahr - also genau als die jungen Triebe kamen - in nur zwei Nächten mit Minusgraden große Schäden angerichtet hat. Zum anderen die Läuse, die sonst lediglich die Spitze befallen und dort per Hand einfach abgestreift werden können. In diesem Jahr hatten sich die Läuse auch über die Zweige hergemacht.

Immerhin hatten Peter und sein Vater heuer aufgrund der Kurzarbeit - die auch der Impuls dafür war, dass Peter Volpert seine Techniker-Ausbildung macht - viel Zeit für die Plantage. Denn Arbeit gibt es dort das ganze Jahr. Nach dem Motto nach Weihnachten ist vor Weihnachten , beginnt direkt nach den Feiertagen der Formschnitt, damit der Baum die beliebte Kegelform bekommt. Im Frühjahr wird gedüngt und es bilden sich die neuen Spitzen. Dann müssen die Bäume gestoppt werden, das bedeutet die Rinde des Stammes wird kurz verletzt, damit die Spitzen nicht zu lang werden, "ähnlich dem Aderlass im Mittelalter", erläutert Volpert.

Schönheit liegt im Auge des Betrachters

Zwar habe jeder seine eigene Vorstellung vom perfekten Weihnachtsbaum , denn "Schönheit liegt im Auge des Betrachters", aber für die Händler legen Volperts A- und B-Ware fest. Die Bäume werden schon im Sommer ausgezeichnet, ab Mitte August ändern sie nur noch ihre Farbe. "Wir sind jeden Samstag in den Bäumen, das ganze Jahr über", sagt Peter Volpert.

2000 bis 4000 Bäume jedes Jahr

Familie Volpert ist Partnerbetrieb der Dachmarke Rhön und wirtschaftet nach deren Richtlinien. Aber wie letztes Jahr angedacht auf Bio umzustellen sei nicht praktikabel gewesen, so der 23-Jährige. Trotzdem versuche man natürlich auf Spritzmittel, sprich Bodenherbizide, zu verzichten. Das Gras bleibt für die Bienen möglichst lange stehen, in nahezujedem zehnten Baum findet man ein Vogelnest.

Zehn Jahre braucht ein Baum, bis er eine ordentliche Größe hat. 2000 bis 4000 Bäume verkaufen Volperts jedes Jahr. Ebenso viele werden jährlich nachgepflanzt, 2021 erstmals wieder auf der allerersten Plantage. Doch es sind mehr Genehmigungen als früher erforderlich, dazu muss jeder Handgriff dokumentiert werden. Das bedeutet jede Menge Büroarbeit . 

Online-Bestellungen möglich

Von hier aus werden künftig auch Christbäume verschickt. Die ersten Bestellungen liegen schon vor. Unter www.my-tanne.de kann man sich vom Zwerg bis zum Prächtigen die passende Größe aussuchen und bekommt sie deutschlandweit bis ins Wohnzimmer geliefert. Hier könnte Corona dem Anbauer vielleicht zugute kommen. Doch auch beim Vor-Ort-Verkauf haben es Volperts einfacher. Während die Händler mehr Platz für ihren Verkauf brauchen, um die vorgeschriebenen Abstände zwischen den Kunden zu wahren, ist das auf der Plantage kein Thema.

Familie Volpert verkauft nicht nur Christbäume an Händler , sondern auch an Privatleute. Jeder kann einfach kommen, seinen Baum selbst aussuchen und mitnehmen und zwar am Samstag, 5. Dezember (2. Advent), 11.12., 12.12., 18.12., 19.12., 20.12., (bis 15 Uhr), jeweils von 9 bis 16 Uhr direkt in der Schonung Steinhirschel (westlich von Völkersleier ; ist beschildert) sowie am 21.12. und 22.12. von 9 bis 16 Uhr am Hof in der Fronstraße 13 und für die Lastminute-Käufer am Mittwoch, 23.12., von 9 bis 12 Uhr ebenfalls auf dem Hof. Wedel gibt es rund um die Uhr.

Im Internet Pünktlich zu Corona kann man seinen Rhöner Weihnachtsbaum jetzt auch unter my-tanne.de online bestellen und bekommt ihn von Volperts per Post direkt nach Hause geschickt.

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