Riedenberg

Riedenberg: Ja-Wort trotz Coronakrise

Am Ostermontag heiraten Nina und Eric Kerker am Riedenberger Kapelli ohne Gäste, die perfekte Frisur und Brautauto. Romantisch ist es trotzdem - oder gerade deshalb.
Heirat in Krisenzeiten: Nina und Eric Kerker gehen gemeinsam in die Zukunft. Ninas Tochter Lenya ist auch dabei. Foto: Ulrike Müller       -  Heirat in Krisenzeiten: Nina und Eric Kerker gehen gemeinsam in die Zukunft. Ninas Tochter Lenya ist auch dabei. Foto: Ulrike Müller
Heirat in Krisenzeiten: Nina und Eric Kerker gehen gemeinsam in die Zukunft. Ninas Tochter Lenya ist auch dabei. Foto: Ulrike Müller

Es ist eine ungewöhnliche Trauung, die Bürgermeister Roland Römmelt am Ostermontag hinauf zum Kapellchen führt. Ungewöhnlich deshalb, weil die Brautleute fast allein gekommen sind. Nur die Trauzeugen sind in diesen Zeiten erlaubt. Ungewöhnlich ist auch, dass das Paar in Rot gekleidet auftaucht - ihr gemeinsames Markenzeichen. Auch Ninas Tochter Lenya trägt rot. Ihr steht die Aufregung über diesen besonderen Anlass ins Gesicht geschrieben.

"Es war Dir ja von Anfang an klar, lieber Eric. Es gibt die beiden Frauen nur im Doppelpack", sagt der Bürgermeister gleich zu Beginn seiner Rede. Braut und Bräutigam fanden sich im Internet, und zwar nicht auf einer gewöhnlichen Seite für die Partnersuche.Beide wählten ein Portal, auf dem eine Familiengründung im Vordergrund steht - sei es als klassische Familie, als Co-Eltern beispielsweise für lesbische oder schwule Paare oder als Single mit dem Wunsch nach einem (weiteren) Kind.

Nina und Eric aber merkten schnell, dass sie sich eine dauerhafte Beziehung wünschen. Beide arbeiten als Sozialpädagogen im schulischen Bereich. Für beide hat Familie einen großen Stellenwert. Und beide gehen nun in eine gemeinsame Zukunft.

Unwägbarkeiten der Zukunft

Dieser Schritt könnte Angst machen. Niemand weiß im Moment, wie der Alltag in ein paar Monaten oder gar Jahren aussehen wird. Die Ausbreitung des Coronavirus war - wenn man so will - für das Paar der sprichwörtliche Tritt ins Gesäß. Ein Anlass, um jetzt auf Verbindlichkeit zu setzen, die die beiden sonst womöglich noch eine Weile hinausgezögert hätten. Angst, sich anzustecken, haben sie nicht. Eher "Sorge ums Grundgesetz" und davor, dass sich die freie Gesellschaft, in der sie aufgewachsen sind, durch die Pandemie nun grundlegend verändern könnte.

"Was die Zukunft bringt - das ist eine Binsenweisheit -, kann keiner wissen oder vorhersagen. Ihr aber bringt den Mut auf, das künftige Leben zusammen anzugehen und damit die Unabwägbarkeiten der Zukunft zu bewältigen", sagt Römmelt. Die beiden sagen Ja, umarmen sich innig. Den obligatorischen Kuss in der Öffentlichkeit können auch alle Regeln der Welt nicht unterbinden. Derweil hoppelt ganz unbemerkt der Osterhase vorbei. "Den habe ich gar nicht gesehen", sagt die siebenjährige Lenya überrascht und holt ein Osternest aus dem Versteck.

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