LKR Bad Kissingen

Riesenandrang auf Corona-Hilfsprogramm

Das Corona-Virus wirbelt die regionale Wirtschaft durcheinander. Und verschafft Behörden wie Arbeitsagentur und Regierung von Unterfranken einen Riesen-Andrang. Denn sowohl Firmen als auch Beschäftigte hoffen auf Hilfe.
Wegen der wirtschaftlichen Folgen hat das Corona-Virus Auswirkungen auf die Arbeit der regionalen Arbeitsagenturen und der Regierung von Unterfranken. Foto: Caroline Seidel/dpa       -  Wegen der wirtschaftlichen Folgen hat das Corona-Virus Auswirkungen auf die Arbeit der regionalen Arbeitsagenturen und der Regierung von Unterfranken. Foto: Caroline Seidel/dpa
Wegen der wirtschaftlichen Folgen hat das Corona-Virus Auswirkungen auf die Arbeit der regionalen Arbeitsagenturen und der Regierung von Unterfranken. Foto: Caroline Seidel/dpa

Am Telefon klingt Johannes Hardenacke , Pressesprecher der Regierung von Unterfranken , fast ein Stück verzweifelt. Seit bekannt ist, dass Staat und Freistaat in der Krise Firmen und Freiberufler finanziell unterstützen, wird die Würzburger Behörde mit E-Mails bombardiert. Aber auch in der für den Landkreis Bad Kissingen zuständigen Schweinfurter Arbeitsagentur rauchen die Köpfe.

17250 Anträge auf Förderung aus dem Soforthilfeprogramm Corona bis Montagmittag (laut Hardenacke), 250 weitere bis Dienstag, wie Jürgen Marks, Pressereferent beim Bayerische Wirtschaftsministerium ergänzt: Die Zahl der Hilferufe steigt eindrucksvoll. Vor dem Wochenende waren es "nur" 15000 Anfragen (wir berichteten).

Auf die Frage, aus welcher Gruppe die Regierung die meisten Anträge erreicht haben, antwortet Hardenacke nur: "Alle." Mit detaillierten Zahlen, zum Beispiel aus dem Landkreis Bad Kissingen, können weder er noch Marks dienen. Letzterer sagt nur: "Wir haben keine Zeit, das aufzugliedern. Es geht darum, dass die Leute ihr Geld bekommen."

Und auch wenn Dienstagmittag auf ein Online-Formular zur Corona-Hilfe umgestellt wurde und nur noch das Wirtschaftsministerium die Zahlen herausgibt: Bearbeitet werden die Anträge immer noch bei der Regierung in Würzburg. Laut Hardenacke wurden dafür 40 Sachbearbeiter aus unterschiedlichen Bereichen der Verwaltung zusammengezogen. Und das, obwohl in der Krise weiter Katastrophenschutz , Gesundheitsvorsorge und Eindämmung der Virus-Pandemie Vorrang genießen sollen.

"Gut 3000 Anträge wurden inzwischen in Unterfranken bewilligt, etwa 20 Millionen Euro ausgezahlt", sagt der Pressemann doch etwas stolz. "Die Leute arbeiten bei uns wirklich an der Oberkante."

Ähnlich scheint es bei der Arbeitsagentur in Schweinfurt zu sein, die unter anderem fürs Beantragen von Kurzarbeitergeld und Meldungen in die Arbeitslosigkeit zuständig zeichnet. Zumindest legt das folgender Hinweis auf der Startseite im Internet nahe: "Derzeit kommt es zu Überlastungen des Telefonnetzes unseres Providers. Bitte beschränken Sie daher Ihre Anrufe auf unseren Service-Nummern auf Notfälle."

Laut einer Pressemitteilung der Bundesarbeitsagentur in Nürnberg haben im Freistaat rund 14 600 Betriebe wegen Corona Kurzarbeit angemeldet - ein enormer Anstieg. "Die Anzeigen kommen überwiegend aus den Bereichen Transport und Logistik , Hotel- und Gaststättengewerbe, Messebau und Tourismus", heißt es.

Mit brandaktuellen Zahlen für den Bereich Main-Rhön und den Landkreis Bad Kissingen kann Pressesprecherin Tanja Neppe in Schweinfurt aber nicht dienen. Diejenigen, die Dienstagvormittag im "Monatsbericht der Region Main-Rhön für den März 2020" verschickt wurden, geben den Stand vom 12. März wieder - also dem zu Beginn der Corona-Krise. Grund für diesen starren Stichtag sei, dass die statistischen Daten in den Arbeitsagenturen deutschlandweit einheitlich erhoben würden. Sonst könne es zu Verzerrungen kommen.

Neppe räumt aber auch ein, dass sich nach dem 12. März "eine sehr dynamische Entwicklung mit deutlichen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt ergeben" habe. Ende der Woche sollen aktuellere Zahlen herauskommen.

Laut Arbeitsmarktbericht lag die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Bad Kissingen zum Stichtag 12. März bei 1796, was einen Anteil von 3,1 Prozent an der Gesamtzahl der Beschäftigten ausmacht. Im Vergleich zum Vormonat Februar bedeutet das einen Rückgang um 72 Beschäftigte (minus 0,1 Prozent. Verglichen mit dem März des Vorjahres waren aber 40 Menschen weniger in Arbeit.

543 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos; das waren drei mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 620 Personen ihre Arbeitslosigkeit (minus 37 zum Vorjahr). Mit zwei Prozent fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahresmonat moderat aus.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • LKR Bad Kissingen
  • Arbeitslose
  • Arbeitslosenquote
  • Arbeitslosigkeit
  • Arbeitsmarkt
  • Arbeitsmarktstatistiken
  • Johannes Hardenacke
  • Katastrophenschutz
  • Kurzarbeitergeld
  • Pressesprecher
  • Regierung von Unterfranken
  • Regierungen und Regierungseinrichtungen
  • Transport und Logistik
  • Wirtschaftsministerien
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!