Großwenkheim

Risse im Deckengemälde

Die Sicherheit der Gottesdienstbesucher in der Großwenkheimer Kirche ist gefährdet. Deshalb finden die Gottesdienst seit Wochen im Chorraum statt. Jetzt haben die Arbeiten begonnen. Was geplant ist und wielange es dauert.
Große Risse durchziehen das 16 Meter lange und 9,50 Meter breite Deckengemälde in der Kirche von Großwenkheim. Vom Gerüst hat man einen direkten Blick auf die Schäden. Neben langen und tiefen Rissen sind auch Abplatzungen zu erkennen.       -  Große Risse durchziehen das 16 Meter lange und 9,50 Meter breite Deckengemälde in der Kirche von Großwenkheim. Vom Gerüst hat man einen direkten Blick auf die Schäden. Neben langen und tiefen Rissen sind auch Abplatzungen zu erkennen.
Foto: Hanns Friedrich | Große Risse durchziehen das 16 Meter lange und 9,50 Meter breite Deckengemälde in der Kirche von Großwenkheim. Vom Gerüst hat man einen direkten Blick auf die Schäden.

Das Deckengemälde des Grabfeldmalers Johann Peter Herrlein in der Großwenkheimer Kirche muss dringend saniert werden. Bereits seit einigen Wochen finden deshalb die Gottesdienste im Chorraum der Kirche statt, weil Teile des Gemäldes abplatzen. Nun wurde ein Gerüst gestellt, um das historische Gemälde zu sichern und zu festigen, sagt Burkard Ziegler von der Kirchenverwaltung. Eine dafür spezialisierte Firma aus Bamberg wird die Arbeiten übernehmen, die entsprechenden Risse verkleben, festigen und farblich anpassen. Damit ist das aus dem 18. Jahrhundert stammende Gemälde zumindest erst einmal gesichert. Hoch oben, direkt unter der Decke sieht man enormen Schäden, wie tiefe Risse, erkennt aber auch die größeren und kleineren Abplatzungen.

Burkard Ziegler verweist in einem Gespräch darauf, dass bereits im Jahr 2017 die ersten Risse im Deckengemälde, das die "Verherrlichung der Dreifaltigkeit" zeigt, sichtbar waren. Die eingeleiteten Untersuchungen der Denkmalbehörden ergaben, dass es zu Abplatzungen kommen könnte und damit die Sicherheit der Gottesdienstbesucher gefährdet ist.

Gift versprüht: "Dom der Vorrhön" zu

Die Experten stellten weiter fest, dass die Verbindung zwischen der Lattung der Kirchendecke und der Balkenkonstruktion Schwachstellen aufwies. Hinzu kam, dass bei einer Begasung im Jahr 1995 Mittel verwendet wurden, die heute als giftig eingestuft werden und am Gemälde hafteten. Das alles führte 2018 dazu, dass das Gotteshaus geschlossen und Gottesdienste ins Freie und dann in die Kirche am Rindhof verlegt wurden.

Erst als die Decke insgesamt gesichert war, konnten wieder Gottesdienste stattfinden. Jedoch konnten aus Sicherheitsgründen nur der Chorraum und der hintere Teil der Empore genutzt werden. Fragt man Richard Schleier von der Kirchenverwaltung zum baulichen Zustand der Kirche, sagt er, dass eigentlich eine grundlegende Sanierung des Gotteshauses sinnvoll wäre. Ein Thema, das durch das Baumoratorium der Diözese Würzburg allerdings zurück gestellt werden musste.

Bei einer kompletten Sanierung des " Doms der Vorrhön", wie das Gotteshaus auch bezeichnet wird, müsste die Kirchenverwaltung einen sehr hohen Anteil selbst tragen. "Da muss erst einmal Geld da sein, wir können das eigentlich nicht finanzieren." Froh ist man allerdings darüber, dass die Diözese jetzt das Geld für die Deckensanierung bereit stellt. Danach kann das Gotteshaus nämlich wieder ganz normal ohne Einschränkung genutzt werden. Geplant ist nun, das in einem ersten Abschnitt die eine Hälfte der Decke, dann die zweite Hälfte gesichert werden. Entsprechend wird das Gerüst umgebaut.

Das gesamte Gemälde ist übrigens 16 Meter lang und 9,50 Meter breit und wurde von Johann Peter Herrlein 1768 gemalt. Es stellt die Heilige Dreifaltigkeit dar. Jesus hält die Krone für die Krönung der Gottesmutter in der Hand. Eine Besonderheiten des Gemäldes ist die Darstellung des Bildhäuser Abtes Bonifaz Gessner, der ebenfalls "verewigt" ist.

Er stammt aus Großwenkheim und hatte am 25. September 1765 den Grundstein für das Gotteshaus gelegt, das am 23. August 1772, also vor 250 Jahren eingeweiht wurde. Bis dahin sollte die Kirche wieder insgesamt nutzbar sein, hofft Burkard Ziegler. Wenn nicht, müsste das geplante Fest nämlich verschoben werden.

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