Nüdlingen

Salat aus dem eigenen Hochbeet

Die Lebenshilfe Nüdlingen startete das Projekt "Ackerpause" für eine gesunde Ernährung. Das Präventionsprojekt wurde von der Acker Company entwickelt.
Ernährungsberaterin Hendrike Hellmann (Acker Company; von links), Bildungsbegleiter Ingo Niebling (Nüdlinger Werkstatt), Direktor Franz Dünisch (AOK Schweinfurt) und Werkstattleiter Martin Denninger (Leiter Nüdlinger Werkstatt) an den Hochbeeten.       -  Ernährungsberaterin Hendrike Hellmann (Acker Company; von links), Bildungsbegleiter Ingo Niebling (Nüdlinger Werkstatt), Direktor Franz Dünisch (AOK Schweinfurt) und Werkstattleiter Martin Denninger (Leiter Nüdlinger Werkstatt) an den Hochbeeten.
| Ernährungsberaterin Hendrike Hellmann (Acker Company; von links), Bildungsbegleiter Ingo Niebling (Nüdlinger Werkstatt), Direktor Franz Dünisch (AOK Schweinfurt) und Werkstattleiter Martin Denninger (Leiter Nüdlinger ...

Als erstes Projekt dieser Art in Bayern startete die Nüdlinger Werkstatt der Lebenshilfe Schweinfurt am Donnerstag das von der Acker Company (Berlin) entwickelte Präventionsprojekt "Ackerpause - Vom Acker auf den Teller" für gesunde Ernährung . Unterstützung erhält die Werkstatt für behinderte Menschen dabei von der AOK Schweinfurt. In vier selbst gefertigten Hochbeeten direkt neben der Cafeteria wird mit dem Anbau von Tomaten, Zucchini, Salaten und Basilikum begonnen.

Mehr Wertschätzung für Lebensmittel

"Wie überall in der Gesellschaft haben wir auch in unserer Werkstatt einige Mitarbeiter mit Übergewicht", erinnert Bildungsbegleiter Ingo Niebling an die Kontaktaufnahme vor zwei Jahren mit der Acker Company GmbH, einer Gesellschaft des Vereins Ackerdemia. Dieser Verein verwirklicht seit 2014 seine Vision, in der Bevölkerung mehr Wertschätzung für Natur und Lebensmittel zu schaffen, und bringt seitdem mit seinem mehrfach ausgezeichneten Bildungsprogramm "Gemüse-Ackerdemie" mit einem 50-köpfigen Team das Thema Gemüseanbau bundesweit an über 800 Schulen und Kitas, und in in Bayern von der AOK gefördert. "Ein Schulacker soll genau so selbstverständlich sein wie die Turnhalle", beschreibt Ernährungsberaterin Hendrike Hellmann das Ziel.

Mit dem neuen Projekt "Ackerpause" richtet sich die Acker Company an Menschengruppen wie Hausgemeinschaften oder Unternehmen und zeigt ihnen maßgeschneiderte Möglichkeiten, mitten in der Stadt in engstem räumlichen Umfeld Gemüse anzubauen und sich gesund zu ernähren. " Menschen mit Behinderung sind für uns eine neue Erfahrung."

Entsprechend werden die begleitenden Workshops mit zehn Bildungseinheiten, "die inhaltlich über das Beet hinausgehen" und Fragen des ökologischen Anbaus sowie gezielten Einkaufs- und Essverhaltens behandeln werden, auch auf diese neue Zielgruppe zugeschnitten. Zuvor musste allerdings von der Nüdlinger Werkstatt eine Bedarfsanalyse erstellt werden. "Für uns ist ganz wichtig, mit Hilfe dieses Projektes unsere Mitarbeiter zu gesunder Ernährung zu motivieren", betont Niebling, wobei Werkstattleiter Martin Denninger ergänzt, dass dies ja kein spezielles Problem seiner Werkstatt, sondern ein allgemeines Thema in der Gesellschaft sei.

Übergewicht und damit oft einhergehende Diabetes sind typische Erscheinungsformen unserer Zeit, bestätigt Frank Dünisch, Direktor der AOK Schweinfurt, wobei in den vergangenen Jahren die Kinder in Kitas und Grundschulen zunehmend für gesunde Ernährung begeistert werden konnten. Dieses Umdenken ist der AOK wichtig, weshalb sie nicht nur Schulprojekte fördert, sondern sich auch am Nüdlinger Ackerpause-Projekt mit eigenen Mitarbeitern wie Johannes Kiep, dem AOK-Projektleiter für betriebliche Gesundheitsförderung, einbringt und den Ankauf der Pflanzen und von Begleitmaterial sowie die Ausrichtung der drei Workshop mit 3500 Euro unterstützt. Dies ist als Anschubfinanzierung und Hilfe zur Selbsthilfe für das 27 Monate laufende Projekt gedacht, das anschließend von der Werkstatt allein fortgeführt werden soll.

Berufsbegleitende Maßnahme

Das Projekt "Ackerpause - vom Acker auf den Teller", ist für die Nüdlinger Werkstatt eine berufsbegleitende Maßnahme, schließlich gehört auch das Kochen zur dortigen Ausbildung. Die Mitarbeiter sollen angelernt und motiviert werden, aus selbst angebautem frischen Gemüse schmackhafte Gerichte zu kochen. Obwohl die Thematik für die Nüdlinger Werkstatt nicht neu ist, bleibt es für die Werkstattleitung schwierig, ausschließlich Gesundes oder Vegetarisches auf den Speiseplan der Mitarbeiter zu setzen. Das Essen wird ohnehin nicht vor Ort selbst zubereitet, sondern von der Bundespolizei geliefert. Zwar habe man die Menü-Auswahl schon etwas geändert, informiert Werkstattleiter Denninger, aber der Geschmack der Mitarbeiter, die alle zwischen 18 und 65 Jahre als sind, unterscheidet sich nicht von dem anderer Berufstätiger. Allzu oft siegt noch die Curry-Wurst. Denninger: "Rein Vegetarisches könnten wir anschließend wegwerfen." Vielleicht kann das Projekt "Ackerpause" zum Umdenken bewegen.

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