Aschach

Schloss Aschach: Lauter Geschichten aus dem Koffer

Bald sind drei Häuser im Schlosspark wieder geöffnet - natürlich unter bestimmten Hygiene-Auflagen. Und es gibt neue Exponate, die vom Auswandern und Heimkommen erzählen.
Spannende Geschichten warten auf die Besucher der neuen Sonderausstellung in der Museumsscheune.
Spannende Geschichten warten auf die Besucher der neuen Sonderausstellung in der Museumsscheune. Foto: Daniela Kühnel

Die neue Sonderausstellung "Woher, wohin – Vom Ankommen und Weggehen" wird gerade aufgebaut. Museumsleiterin Josefine Glöckner ist selbst gespannt auf die Gegenstände, die ab kommenden Samstag, 6. Juni, in der Museumsscheune auf Schloss Aschach gezeigt werden. An diesem Tag öffnen auch Volkskunde- und Schulmuseum nach dem Corona-Lockdown endlich wieder ihre Pforten. Im komplett neu gestalteten Graf-Luxburg-Museum können die Besucher aber erst in ein paar Wochen lustwandeln.

Mit der Öffnung der ersten Häuser im Schlossgarten gehen die Verantwortlichen sozusagen in die Testphase. Man müsse erst sehen, wie sich die Besucher beim Wanden in den Museen verhalten, sagt Glöckner. Denn natürlich gibt es auch in Aschach, wie in anderen musealen Einrichtungen, ein Hygiene-Konzept. So ist der Mund-Nasen-Schutz beim Besichtigen verpflichtend, und die Gäste müssen den 1,5-Meter-Abstand zu anderen Anwesenden einhalten.

Begrenzte Anzahl von Gästen

Das ist gar nicht so einfach, sagt Glöckner, wenn man beispielsweise an schmale Verbindungsgänge denkt, in denen Menschen schwerlich in der geforderten Entfernung aneinander vorbeikommen. Dennoch ist sie guter Dinge: "Wir werden zunächst immer nur eine begrenzte Anzahl von Gästen einlassen." Schlimm sei das auf dem malerischen Gelände ja nicht, denn wer auf die Besichtigung warten muss, kann sich im Schlosspark die Beine vertreten oder im Café etwas trinken gehen.

Das waren noch Zeiten: der historische Schulsaal.
Das waren noch Zeiten: der historische Schulsaal. Foto: Museen Schloss Aschach

Das Warten wird sich vermutlich lohnen, wenn man sich beispielsweise in den Kopf gesetzt hat, durch die Sonderausstellung in der Museumsscheune zu flanieren. Dass die Menschen heute sehr viel reisen und sich neue Wohnorte in der Fremde suchen, ist inzwischen fast selbstverständlich geworden. Aber eigentlich sind Mobilität und Migration seit Jahrhunderten schon prägende Elemente unserer Gesellschaft.

Verschiedene Gründe fürs Auswandern

Zu allen Zeiten verließen Menschen ihre Heimat, beispielsweise um sich woanders eine Arbeit zu suchen, denn zu Hause wären sie in wirtschaftlicher Not verblieben. Andere gaben ihrer Sehnsucht nach dem oder der Geliebten nach und siedelten sich deshalb in fremden Gefilden an. Wieder andere gingen weg auf der Suche nach Freiheit, im Dienst des Glaubens, des Handels oder der Wissenschaft. Denn schließlich war Unterfranken schon früher eine bedeutende Industrie- und Handels-, Universitäts- und Kulturregion. So kann man sich also bei der Sonderausstellung in Aschach überraschen lassen von den Geschichten all der kleinen Leute aus verschiedenen Epochen, die in die Fremde drängten, um Großes zu vollbringen, oder die von auswärts nach Franken kamen, um sich hier zu verwirklichen, sagt Glöckner.

Sie und ihr Team hoffen, dass der Probebetrieb in den drei ab Samstag zugänglichen Häusern gut anläuft, denn dann stehe der Eröffnung des völlig neu konzipierten Graf-Luxburg-Museums im Schloss nichts mehr im Wege. Allerdings müsse zuvor das Hygiene-Konzept für die Räume im Schloss noch passgenau auf die aktuellen Gegebenheiten zugeschnitten werden, sagt die Museumsleiterin. Denn eigentlich war vorgesehen, dass die Besucher in den historischen Zimmern viel mehr als früher mit den Sinnen wahrnehmen sollten – und dazu gehört natürlich auch das Anfassen.

Neugierig aufs Graf-Luxburg-Museum? In ein paar Wochen ist es soweit.
Neugierig aufs Graf-Luxburg-Museum? In ein paar Wochen ist es soweit. Foto: Archiv Isolde Krapf

Besondere Vorsicht im Graf-Luxburg-Museum

Doch gerade jetzt ist das Berühren von Gegenständen durch mehrere Personen ein ziemlich schwieriges Unterfangen. Ironie des Schicksals? Glöckner nimmt’s gelassen: "Wir werden uns etwas Passendes überlegen." In den einzelnen Zimmern sollen die Gäste beispielsweise "Raumkarten" in die Hand nehmen und sich beim Besichtigen daran orientieren, "denn wir wollten nicht mehr so viele Tafeln an den Wänden". Zudem können die Gäste in mehreren Fotoalben blättern.

Karten und Alben ständig neu zu desinfizieren, sei für die Materialien schädlich, sagt die Museumsleiterin. Möglicherweise könne man aber mit Klarsichtfolien arbeiten. Gespannt ist Glöckner schon, wie viele Gäste überhaupt ins Graf-Luxburg-Museum kommen und wie diese Besucher auf die Verhaltensregeln reagieren. Sie hofft, dass die Gäste Verständnis für den zögerlichen Neubeginn zeigen. "Denn auch wir sind sehr traurig, dass wir so viel in die Neuausrichtung des Museums investiert haben und jetzt nicht mal ein großes Fest feiern dürfen."

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