Pfaffenhausen

Schmuckstück in Pfaffenhausen erhält Förderpreis

In der Musikakademie Hammelburg wurden die Preisträger zur Erhaltung historischer Gebäude des Bezirks Unterfranken geehrt. Die Auszeichnung ging an ein Ehepaar in Pfaffenhausen.
Hierhin könnte die Plakette passen. Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel und Familie Sitzmann vor dem ausgezeichneten Haus im Hammelburger Stadtteil Pfaffenhausen.Werner Vogel
Hierhin könnte die Plakette passen. Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel und Familie Sitzmann vor dem ausgezeichneten Haus im Hammelburger Stadtteil Pfaffenhausen.Werner Vogel

"Das Ehepaar Sitzmann sichert die Zukunft eines regionaltypischen Baudenkmals" begründet die Jury die Preisvergabe an ein wunderschön renoviertes Bauernhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert, das 40 Jahre leer gestanden hatte und nun zu einem ortsprägenden Schmuckstück von Pfaffenhausen geworden ist.

Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel beschreibt in seiner Laudatio, dass das Gebäude seit 2014 instandgesetzt und energetisch optimiert wird, wobei wesentliche Bestandteile der historischen Bausubstanz erhalten werden konnten. Besonders schön ist, so der Präsident, dass die Preisträger selbst darin wohnen, "denn eine zeitgemäße Nutzung der Hofanlage, steht nicht im Widerspruch zu deren Erhalt".

Ein gelungenes Beispiel steigender Flächenversiegelung entgegenzuwirken und die Ortskerne zu beleben, nannte Landrat Thomas Bold das Projekt: "Der finanzielle Anreiz, Neues zu wagen, Mühe, Arbeit, Liebe und Fleiß zu investieren und statt Abriss neues Leben einziehen zu lassen, ist im Sinne des Denkmalschutzes." Auch Bürgermeister Armin Warmuth ist glücklich, dass im ältesten Gebäude des Ortsteils von Hammelburg durch das "Abenteuer Renovierung", ein Stück Heimatgeschichte bewahrt wird.

Fünf Objekte bekommen je 25 000 Euro

Seit 2002 lobt die unterfränkische Kulturstiftung des Bezirks den Förderpreis zum Erhalt historischer Bausubstanz aus. "Unser Förderpreis zählt zu den höchstdotierten Denkmalpreisen in Deutschland", berichtet der Bezirkstagspräsident und freut sich, dass so Baukultur erhalten werden kann. Neben dem Anwesen in Pfaffenhausen werden vier weitere herausragende Objekte mit jeweils 25 000 Euro gefördert.

Im Landkreis Aschaffenburg wird das Alte Forsthaus in Wiesen von Eigentümerin Dr. Christine Moore ausgezeichnet. Für die Sanierung des ehemaligen Schul- und Rathauses von Obervolkach (Landkreis Kitzingen) erhält Martin Brändlein den Förderpreis. Urkunde, Plakette und Preisgeld können auch Bettina und Oliver Scherbaum für ein Wohnhaus in Zellingen im Landkreis Main-Spessart entgegennehmen. Die hochkarätig besetzte Jury zeichnete auch die Ratsapotheke von Beatrice Guttenberger in Ochsenfurt im Landkreis Würzburg aus.

Kalkputz, Holz und 18 Tonnen Lehm

Nach dem Festakt, der von einer Bläsergruppe der Berufsfachschule für Musik in Bad Königshofen unter der Leitung von Prof. Emil Oestreicher festlich umrahmt wurde, konnte das ausgezeichnete Gebäude in Pfaffenhausen besichtigt werden. Auf einem Bruchsteinsockel stehend wirkt das zweistöckige Gebäude ansprechend harmonisch. Dazu tragen die ebenmäßige Form, die exakte Ausrichtung der Galgenfenster mit Oberlicht, fränkisch rote Ziegel und der helle graugrüne Putz, mit dunkler abgesetzten Umrahmungen bei. "Wir renovieren seit 2014 und sind 2017 eingezogen. Aber wir haben großen Wert auf eine ökologische Ausrichtung gelegt, deswegen hat es halt ein wenig länger gedauert", verrät Claudia Sitzmann. Lehm, Kalkputz, Holzwolle und Zelluloseflocken, statt Bauschaum und Plastik, sagt sie.

Ehemann Edgar schwärmt vom angenehmen Raumklima, das durch die Verwendung von Lehm - wir haben 18 Tonnen davon verbaut - in Verbindung mit der Wandheizung (Holz und Pellets) entsteht: "Da kannst du zehn Minuten unter der Dusche stehen und die Fenster beschlagen nicht", verrät er. Die größte Herausforderung waren 23 Zentimeter Gefälle im Haus, "wir mussten Stahlträger unterschieben und mit Drehwinden das Haus teilweise anheben", aber das Gebälk war gesund, stellte Sitzmann fest.

Preisgeld wird für Terrasse verwendet

Er bedankt sich ausdrücklich bei der unteren Denkmalbehörde im Landratsamt, beim Landesamt für Denkmalpflege , der Stadt Hammelburg und beim Bezirk Unterfranken . "Wir haben alles in Eigenregie gemacht, manchmal nicht weitergewusst, aber uns wurde immer geholfen", sagt Ehefrau Claudia und führt durch ihre hochmoderne Küche - viel Holz, fränkisches Parkett, rote Stahlträger als Gestaltungselement, dafür alte Fensterbeschläge und nostalgische Griffe an den Doppelfenstern. Sie erinnert sich, dass hier über offenem Feuer mit großem Rauchabzug gekocht wurde: "Die Küche war komplett schwarz". "Es war ein Wagnis, aber jetzt sind wir stolz, dass wir zumindest so weit fertig sind. Die Treppe fehlt noch und mit dem Preisgeld wagen wir uns jetzt an die Terrasse über dem ehemaligen Schafstall." Die fehlt besonders Tochter Frieda.

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