Breitenbach

Schnell erreichbar, um Leben zu retten

Die Idee für die Anschaffung von zwei Defibrillatoren für Breitenbach und Mitgenfeld kam von der Theatergruppe. Nun wurden die Geräte übergeben. Die beiden Standorte wurden bewusst so gewählt, dass sie zentral in den Orten liegen.
Die Übergabe des  Defibrillatoren erfolgte an der Alten Schule in Breitenbach. Das  Bild zeigt die Vertreter der beteiligten Vereine und Oberleichtersbach Bürgermeister  Dieter Muth (rechts). Foto: Marion Eckert       -  Die Übergabe des  Defibrillatoren erfolgte an der Alten Schule in Breitenbach. Das  Bild zeigt die Vertreter der beteiligten Vereine und Oberleichtersbach Bürgermeister  Dieter Muth (rechts). Foto: Marion Eckert
| Die Übergabe des  Defibrillatoren erfolgte an der Alten Schule in Breitenbach. Das Bild zeigt die Vertreter der beteiligten Vereine und Oberleichtersbach Bürgermeister Dieter Muth (rechts). Foto: Marion Eckert

Die Vereine der beiden Dörfer Breitenbach und Mitgenfeld arbeiten schon seit langem sehr gut zusammen. Auch bei der gemeinsamen Beschaffung von zwei  Defibrillatoren für ihre Orte waren sich die Vorsitzenden und Verantwortungsträger schnell einig. An der alten Schule in Breitenbach und am Feuerwehrgerätehaus in Mitgenfeld ist ab sofort jeweils ein Gerät stationiert.

Federführend bei der Anschaffung und Betreuung ist Christian Benker von der Feuerwehr Breitenbach-Mitgenfeld. Beteiligt haben sich die Feuerwehrvereine beider Dörfer, die Theatergruppe , der Burschenverein, der Musikverein mit Jugendkapelle, der Bürger- und Kriegerverein sowie der Sportverein. Mehr als 7000 Euro haben die Vereine komplett aus eigener Tasche aufgebracht, um im Falle eines plötzlichen Herztodes eines Menschen dessen Überlebenswahrscheinlichkeit durch den Einsatz eines Defibrillators zu erhöhen.

Gemeinde trägt die Folgekosten

Die Idee für die Anschaffung kommt von der Theatergruppe , die in der alten Schule in Breitenbach zu Theaterabenden einlädt. Da kam der Gedanke auf, was tun, wenn einmal etwas passiert. Denn im Ernstfall zähle jede Minute, so Benker. Die Gemeinde Oberleichtersbach wird die Folgekosten, wie die Stromkosten für die beheizbare Wandhalterung tragen. Bürgermeister Dieter Muth dankte den Vereinsvertretern für ihr Engagement um die Sicherheit der Bevölkerung. Es sei für die Gemeinde eine Selbstverständlichkeit, die Folgekosten zu übernehmen und somit die Initiativen der Vereine zu unterstützen.

Eine praktische Einweisung in die Handhabung des Geräts, mit einem Reanimationstraining für die Bevölkerung beider Ortsteile, soll noch folgen. Doch es müsse abgewartet werden, bis die Corona-Pandemie wieder größere Zusammenkünfte ermögliche, betonte Christian Benker, der den Vereinsvertretern vorerst nur eine theoretische Einweisung geben konnte. Die Defibrillatoren stehen den Bürgern rund um die Uhr für den Notfall zur Verfügung. Mit einem solchen Gerät könne das Kammerflimmern - eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung - durchbrochen und die Überlebenschance deutlich verbessert werden.

Standorte sind schnell zu erreichen

Die beiden Standorte wurden bewusst so gewählt, dass sie im Notfall schnell zu erreichen und zentral in den Orten liegen. Wichtig sei, dass der Defibrillator im Notfall genutzt werde, sagte Benker. Nichts sei schlimmer, als nichts zu tun, betonte er mit Nachdruck. Natürlich wünsche sich niemand solch einen Notfall , dass ein Mensch bewusstlos am Boden liege und nicht mehr atme. "Es ist unglaublich wichtig, dass Ersthelfer möglichst schnell mit der Reanimation beginnen, denn mit jeder Minute sinkt die Überlebenschance um zehn Prozent." Jeder könne selbst ausrechnen, was das bedeute, wenn der Rettungswagen erst nach sieben oder zehn Minuten vor Ort sei.

Der Defibrillator unterstütze den Ersthelfer. Die Handhabung sei ganz einfach.  Kein Ersthelfer müsse Angst haben, mit der Verwendung des Defibrillators einem Patienten noch mehr Schaden zuzufügen. Das Gerät erkenne selbstständig ob ein Herzkammerflimmern vorliege oder nicht. Die Freigabe, einen unter Umständen lebensrettenden Stromstoß abzugeben, gebe das Gerät nur, wenn die Lage eindeutig sei. "Der Ersthelfer muss diese Entscheidung nicht treffen", so Benker.

Einsatzfähigkeit stets gewährleistet

Zu den Geräten gehört auch das nötige Zubehör: Klebe-Elektroden, ein Rasierer, Desinfektionstuch und eine Beatmungsmaske. Die Geräte sind jeweils mit einer SIM-Karte ausgerüstet, die an die Feuerwehrkommandanten und Christian Benker Meldung machen, wenn das Gerät genutzt wurde, oder wenn Probleme mit dem Akku oder anderes auftauchen. Dann könne schnell reagiert werden. So sei die Einsatzfähigkeit der Geräte stets gewährleistet.

Der plötzliche Herztod gilt als die häufigste Todesursache in Deutschland, und es treffe nicht nur ältere Menschen. Ein Stromunfall, eine Entzündung des Herzmuskels , Überbelastung durch Sport und vieles mehr können dazu führen, dass der wichtigste Muskel im Körper plötzlich aussetzt oder nur noch zuckt, ohne Blut zu pumpen. Mindestens 100.000 Menschen erliegen laut dem bayerischen Innenministerium jedes Jahr in Deutschland einem plötzlichen Herztod . Zum Vergleich: Verkehrstote gab es im vergangenen Jahr 3177, durch Feuer und Rauch sterben jährlich rund 500 Menschen.

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