Schönderling

Schönderling: Entschädigung nach Luchs-Angriff

Damtierhalter Michael Belz aus Schönderling hat vom Landesamt für Umwelt eine Entschädigung nach dem Luchsangriff erhalten. Doch die Unterstützung ging noch darüber hinaus.
Rainer Betz, Gerd Gallitzdörfer, Michael Belz und Manfred Wölfl (von links) besichtigten das Wildtiergehege der Familie Belz. Foto: Julia Raab
Rainer Betz, Gerd Gallitzdörfer, Michael Belz und Manfred Wölfl (von links) besichtigten das Wildtiergehege der Familie Belz. Foto: Julia Raab
Nur zwei Tage nach dem ungewöhnlichen Riss dreier Damwildtiere durch einen Luchs im Wildtiergehege von Familie Belz, kam der angekündigte Besuch aus dem Landesamt für Umwelt (LfU), um sich die Lage vor Ort anzusehen.

Manfred Wölfl (LfU), zuständig für das Wildtiermanagement und im Speziellen auch für die Entschädigung von Opfern durch Angriffe großer Beutegreifer, hielt es für notwendig, selbst zu kommen: "Da dies der erste Fall von Luchsangriffen in dieser Form ist, ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, mir ein Bild von der Situation vor Ort zu machen", erklärte Wölfl. Nachdem Erwin und sein Sohn Michael Belz dem Spezialisten das Wildgehege gezeigt hatten, meint er: "Wir hatten eigentlich erwartet, dass zuerst der Wolf kommt. Mit dem Luchs haben wir nicht gerechnet."


Angst vor dem Luchs

Gemeinsam wurde der Tathergang konstruiert und am Ende waren sich alle einig: Das war kein Jungtier. "So, wie der Luchs sich verhalten hat, stammt er entweder aus Gefangenschaft, oder er hat das furchtlose Verhalten den Menschen gegenüber von seiner Mutter gelernt", bestätigt Wölfl die Vermutung von Erwin Belz. Ein weiteres Thema, das in dieser Gesprächsrunde auf den Tisch kam, war die Angst der Bevölkerung durch Luchsangriffe. Dazu gab Rainer Betz, ehemaliger Förster, Rotwildspezialist und Jagdausbilder, zu bedenken: "Die Tiere sind zwar grundsätzlich menschenscheu, jedoch sehe ich die Gefahr darin, dass auch Luchse die stille Krankheit (auch Pseudotollwut oder Aujeszkysche Krankheit) bekommen können und in der Folge jegliche Scheu vor den Menschen verlieren und zur Gefahr werden könnten." Er macht sich zudem große Sorgen um den Bestand der zahlreichen umliegenden Nutztierhalter.


Konstruktiver Austausch

Letztendlich, ergänzte der Betroffene Michael Belz, sei er positiv überrascht über den konstruktiven Austausch mit dem Vertreter des LfU. Es wurde eine Vielzahl von Tipps gegeben, wie die Anschaffung eines Esels im Wildtiergehege und die Ausbesserung des Zauns. Man denkt laut Michael Belz sogar darüber nach, ein Pilotprojekt aus dem Gehege der Familie Belz zu machen. Und weiter: "Die Zusammenarbeit mit dem LfU ist nach dem jetzigen Stand hervorragend, und auch die Entschädigung aus dem Fond wirklich angemessen."
Julia Raab

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