Großenbrach

Schon die Kleinen helfen mit

Beim Baumschneiden mit Robert Hildmann lernten die Teilnehmer den sogenannten Öschbergschnitt. Die Kinder entdeckten dabei Tiere und haben beim Zweige aufsammeln mit angepackt.
Jung und Alt helfen zusammen beim Aufräumen des Baumschnittes auf der BN-Streuobstwiese Foto: Christine Ebert-Booms       -  Jung und Alt helfen zusammen beim Aufräumen des Baumschnittes auf der BN-Streuobstwiese Foto: Christine Ebert-Booms
Jung und Alt helfen zusammen beim Aufräumen des Baumschnittes auf der BN-Streuobstwiese Foto: Christine Ebert-Booms

Robert Hildmann vom Bund Naturschutz hatte Anfang März noch vor den Ausgangsbeschränkungen einen Baumschnittkurs zum naturgemäßen Obstbaumschnitt mit Theorie im Haus der Schwarzen Berge und in der Praxis auf den BN-eigenen Streuobstflächen in Großenbrach angeboten. Anschließend konnten Freiwillige noch eine ganze Woche den sogenannten Öschbergschnitt unter Anleitung von Robert Hildmann in Großenbrach üben.

Hier geht es nicht um die Ertragsmaximierung, sondern den pflegeleichteren Erhalt von Streuobst. Denn Obstbäume sind ein wichtiger Bestandteil unserer Kulturlandschaft und oft fehlt die dauerhafte Pflege, da Baumschnitt schon eine körperlich anstrengende Arbeit ist. Beim Öschbergschnitt, der vorallem für großkronige Bäume geeignet ist, kann nach der Jungbaumerziehung nach fünf bis zehn Jahren bei den Schnittintervallen auf einen mehrjährigen Rhythmus von etwa zwei bis drei Jahren übergegangen werden. Dieser kann mit fortschreitendem Alter des Baumes auf etwa fünf bis acht Jahre ausgedehnt werden, ohne die Statik und Vitalität des Baumes zu gefährden.

Charakteristisch für nach Öschberg erzogene Obstbäume ist der breite Wuchs mit steilen Leitästen, im unteren Bereich der Baumkrone liegender Hauptertragszone und dadurch statisch günstigem tiefen Schwerpunkt des Baumes. Dies ermöglicht ein leichtes Ernten des Obstes ohne hohe Leitern. Das stabile Kronengerüst erlaubt auch im Vollertrag einen Verzicht auf Stützen.

Die gute Belichtung sämtlicher Äste führt zu einer hohen Obstqualität und guter Ausreife der Früchte. Die gute Durchlüftung der gesamten Baumkrone beschleunigt ein Abtrocknen der Blätter und Früchte und beugt Pilzkrankheiten vor.

Leicht erlernbar

Ein weiterer großer Vorteil ist auch die leichte Erlernbarkeit der Schnitttechnik. Laut Hildmann ist der Öschbergschnitt vor allem für hochstämmige Obstbäume auf Streuobstwiesen geeignet, auch bei der Sanierung lange Zeit ungepflegter Streuobstwiesen oder bei Altbäumen mit nicht mehr erkennbarer Kronenstruktur einsetzbar. Diese in der Regel über mehrere Jahre in Etappen durchgeführte Umstellung der Baumkrone bringt eine Verbesserung der Baumstatik und meist eine deutliche Vitalisierung des Baumes mit sich, die sich auf die weitere Lebenserwartung der meist älteren und oft vergreisten Obstbäume positiv auswirkt.

Schäfer beweidet

Bäume zum Schneiden gab es genug. Denn auf der BN-Fläche in Großenbrach stehen rund 190 Bäume, die von ehrenamtlichen Helfern gepflegt und einem Schäfer beweidet wird. Obwohl das Wetter kalt und feucht war, kam Tagesmutter Christine Ebert-Booms mit ihren Kindern vorbei, die sichtlich Spaß an dem Abenteuer Streuobstwiese hatten. Sie durften abgeschnittene Zweige zusammentragen, auch mal auf eine Leiter steigen und waren dann fast so hoch wie Robert Hildmann.

Der Naturraum Streuobstwiese bietet einer Vielzahl von Tieren wie Vögeln, Käfern, Insekten Nahrung und Lebensraum. Der fachgerechte Baumschnitt sorgt dafür, dass auch alte, für die Artenvielfalt wertvolle Bäume möglichst lange erhalten bleiben.

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