Bad Bocklet

Schule wird in Bad Bocklet gebaut

Schon seit Jahren wurde über die Notwendigkeit einer Sanierung der 50 Jahre alten Bad Bockleter Mittelschule gesprochen.
Die Grund- und Mittelschule Bad Bocklet soll abgerissen und neu gebaut werden.  Foto: Björn Hein/Archiv
Die Grund- und Mittelschule Bad Bocklet soll abgerissen und neu gebaut werden. Foto: Björn Hein/Archiv

Der Neubau der künftig in nur einem Gebäude vereinten Grund- und Mittelschule der Marktgemeinde Bad Bocklet soll im Kernort gebaut werden. Dies entschied der Gemeinderat nach fest dreistündiger Beratung am Dienstag bei fünf Gegenstimmen. Mit dem Baubeginn des etwa 12,7 Millionen Euro teuren Schulgebäudes mit angeschlossener Mehrzweckhalle wird im Jahr 2022 gerechnet, die Fertigstellung ist für 2025 geplant. Die Steinacher Grundschule soll - nachfolgend einstimmig vom Rat beschlossen - für zwei Millionen Euro in eine größere Kindertagesstätte umgebaut werden. Schon seit Jahren wurde in der Gemeinde Bad Bocklet über die Notwendigkeit einer Sanierung der 50 Jahre alten Bockleter Mittelschule und der dortigen Sporthalle sowie über die für wachsenden Bedarf notwendige Erweiterung des Steinacher Kindergartens gesprochen. "Es geht hier nicht um Ortsteile, sondern um die Zukunft unserer Gesamtgemeinde", wiederholte auch diesmal Bürgermeister Andreas Sandwall ( CSU ) die Grundlage des Vorhabens, unter Abwägung aller Argumente die für die Gemeinde zukunftsfähigste Lösung und den geeignetsten Standort zu finden. Der jetzigen Entscheidung waren zwei Workshops des Gemeinderats im März und im Dezember, eine Kostenschätzung für die Alternativstandorte Steinach und Bad Bocklet sowie Beratungen mit der Regierung von Unterfranken und dem Amt für ländliche Entwicklung (ALE) über unterschiedliche Fördermöglichkeiten vorausgegangen.

Nach den aktuellen Zahlen des mit der Kostenschätzung beauftragten Architekten Stefan Richter (Bad Brückenau), der in der Gemeinderatssitzung notwendige Erläuterungen gab, ist beim Neubau des Schulgebäudes in Steinach mit insgesamt 12,4 Millionen Euro zu rechnen, wobei hier der Neubau einer im Staatsbad auch ohne Schule erforderlichen Mehrzweckhalle zusätzlich eingerechnet ist.

Denn eine Generalsanierung der maroden Bockleter Sporthalle, für die bereits eine staatliche Förderung zugesagt war, ist nach Feststellung der Fachleute nicht mehr möglich. Zieht man die von Kämmerer Patrick Könen mit der Regierung verhandelte und nach Gesetz mögliche Förderung in Höhe von 5,7 Millionen ab, verbleibt in diesem Fall für die Gemeinde ein Eigenanteil von 6,7 Millionen Euro.

Im Vergleich dazu liegen bei einem Schulneubau mit Mehrzweckhalle im Kernort Bad Bocklet am Standort der heutigen Mittelschule die geschätzten Gesamtkosten bei 12,6 Millionen Euro, wobei der Abbruch der alten Schul- und Sporthallengebäude bereits eingerechnet ist. Bei diesem Standort wären 6,8 Millionen an staatlicher Förderung möglich. Demnach hätte die Marktgemeinde hier einen Eigenanteil von 5,8 Millionen Euro zu zahlen. Damit wäre der Standort Bad Bocklet nach heutigem Kenntnisstand und heutiger Schätzung etwa 850 000 Euro preiswerter. In alle Baukosten hatte Architekt Richter bereits einen Teuerungsindex eingerechnet. "Doch wie die Baukosten sich letztlich in ein paar Jahren entwickeln, ist heute nicht absehbar", musste der Bürgermeister zugestehen. Allerdings wäre dies bei beiden Alternativen gleichermaßen der Fall.

Zur sachlichen Abwägung beider Standorte hatte die Verwaltung sowohl Schulrektor Michael Heyne, der bei der Sitzung die fachlichen Argumente aus schulischer Sicht vortrug, sowie Schulamtsdirektorin Cornelia Krodel und Schulverbundskoordinator Hans-Jürgen Hanna um Stellungnahme gebeten. Alle drei sprachen sich aus mehreren Gründen - zu befördernde Schülerzahl, höherer Schulbuseinsatz nach Steinach, Mittelschulverbund Bocklet/Kissingen, Schwimmbad in Bocklet und mehr - eindringlich für den Standort Bad Bocklet aus.

In der anschließenden Diskussionsrunde, in der alle Gemeinderäte vom Bürgermeister der Reihe nach um ihre Meinung gebeten wurden, zeichnete sich das zu erwartende Bild ab: Während die Gemeinderäte anderer Ortsteile sich für den Standort Bad Bocklet aussprachen, wobei nicht nur die Kosteneinsparung, sondern auch andere Sachargumente aufgezählt wurden, kämpften die Steinacher Räte Andreas Hahn und Uto-Paul Schmitt gemeinsam mit Gerd Schmitt (Roth) und Jürgen Reuß (Hohn), einzig unterstützt vom Bockleter Gemeinderat Peter Holzheimer, eine halbe Stunde lang engagiert und nachdrücklich unter Aufbietung aller nur möglichen Argumente für den Schulstandort Steinach. Bauingenieur Hahn ging sogar so weit, "aus eigener Erfahrung" die vom Architekten vorgelegte Kalkulation für fehlerhaft zu erklären. So seien zum Beispiel die für den schwierigeren Bau am Hang in Bad Bocklet kalkulierten Mehrkosten von 250 000 Euro, entsprechend etwa zwei Prozent der reinen Baukosten von 12,3 Millionen, viel zu niedrig angesetzt. "Da müssen Sie zehn Prozent einkalkulieren."

Doch letztlich überwog die Mehrheit der übrigen Räte einschließlich der stellvertretenden Bürgermeister Holger Tillmann (Roth) und Norbert Borst (Nickersfelden) bei der Entscheidung für den Standort Bad Bocklet . Horst Krapf (Aschach) folgte mit seinem Votum der eindeutigen Empfehlung der drei Schulvertreter und Antje Kopp (Aschach) betonte die ökologischen Argumente (weniger Bustransfers, Fußweg ins Schwimmbad). Als einzige hob sie die spätere, zwei Millionen teure Umgestaltung der Steinacher Schule in eine vergrößerte Kita mit Ganztagsbetreuung als "Aufwertung für Steinach und unsere Gemeinde" hervor.

Schlagworte

  • Bad Bocklet
  • Andreas Hahn
  • Andreas Sandwall
  • Bau
  • Baukosten
  • CSU
  • Gebäude
  • Kämmerer
  • Marktgemeinden
  • Mehrzweckhallen
  • Mittelschulen
  • Regierung von Unterfranken
  • Sanierung und Renovierung
  • Schulamtsdirektorinnen und Schulamtsdirektoren
  • Schulrektoren
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!