Münnerstadt

Schulsanierung war schwerer Brocken

Vor 25 Jahren wurde der Ruf nach einer Sanierung der Grund- und Hauptschule immer lauter. Bis zum Beginn der Generalsanierung sollten aber noch elf Jahre vergehen. Rund sieben Millionen Euro hat das dann gekostet.
Bürgermeister Eugen Albert vollzog im April 2006 mit dem Abriss des Vordaches den Spatenstich für die Generalsanierung der Volksschule. Eigentlich sollte die schon vor 25 Jahren saniert werden. Foto: Archiv/Thomas Malz       -  Bürgermeister Eugen Albert vollzog im April 2006 mit dem Abriss des Vordaches den Spatenstich für die Generalsanierung der Volksschule. Eigentlich sollte die schon vor 25 Jahren saniert werden. Foto: Archiv/Thomas Malz
| Bürgermeister Eugen Albert vollzog im April 2006 mit dem Abriss des Vordaches den Spatenstich für die Generalsanierung der Volksschule. Eigentlich sollte die schon vor 25 Jahren saniert werden. Foto: Archiv/Thomas Malz

Wenn's mal wieder länger dauert: In der riesigen Flächengemeinde Münnerstadt mit ihren elf Stadtteilen ist es öfter vorgekommen, dass dringend notwendige Projekte wegen knapper Kassen auf die lange Bank geschoben werden mussten. Vor 25 Jahren, also 1995, rollte einmal mehr ein dicker Brocken auf die Kommune zu. Die Grund- und Hauptschule war damals über 30 Jahre alt und wies bereits etliche Mängel auf.

Finanzielle Konsequenzen

Bereits ein Jahr zuvor hatte sich der Stadtrat ein Bild von den Schäden gemacht. 1995 ließ Bürgermeister Ferdinand Betzer ( CSU ) die Planung für eine Instandsetzung erstellen. Er sah zwar die Notwendigkeit der Sanierung , verwies aber auf die finanziellen Konsequenzen, die das für die Stadt haben werde.

Bis 1995 war die Kommune von größeren Arbeiten am Schulgebäude verschont geblieben. Grundschulleiter Arthur Krapf, der unter anderem beklagte, dass die Verwaltung und Schulleitung in sehr beengten Räumen arbeiten müssen, hielt schon damals wegen der Bausubstanz eine Generalsanierung für notwendig. Und nicht nur er. Die Regierung von Unterfranken war gerade dabei, einen Raumplan zu erarbeiten. Überlegt wurde unter anderem, die Verwaltung von Grund- und Hauptschule zusammenzulegen.

Fachräume zu klein

Der damalige Hauptschulrektor Günther Katzenberger verwies ebenfalls auf erhebliche Mängel und nicht nur bauliche. Das betraf vor allem die Größe der Fachräume. "Diese Fachräume entsprechen nicht mehr den Richtlinien", sagte er damals. Ein anderes Beispiel: Die Lehrschulküche war 1961 gebaut worden und galt bei ihrer Entstehung als "super modern". Zu Beginn wurde eine einzige Klasse dort unterrichtet. 1995 waren es drei Schulverbände mit je drei Wochenstunden. Die Küche platzen aus allen Nähten. Überhaupt gab es zu wenig Räume.

Dazu kamen die baulichen Mängel , die Fenster waren dringend sanierungsbedürftig, die Flachdächer bereiteten immer wieder erhebliche Probleme. Das war allen Beteiligten bewusst. Allerdings sagte Ferdinand Betzer in November 1995 klar und deutlich: "Im Jahr 1996 ist kein Geld dafür da." Der Grund: Es stand zwar eine Förderung in Höhe von 60 Prozent in Aussicht, für solche Vorhaben mussten aber schon damals frühzeitig Förderanträge gestellt werden.

Kostenschätzung: 1,5 Millionen Mark

Dafür wiederum musste natürlich ein fertiges Raumprogramm vorliegen, welches gerade erarbeitet wurde. Auch die möglichen Kosten waren damals bekannt. Rund 1,5 Millionen Mark würde die Sanierung kosten. Allein das Auswechseln der desolaten Fenster würde Hunderttausende Mark verschlingen, war man sich sicher.

Arthur Krapf verwies damals darauf, dass eigentlich alles ausgetauscht werden müsse, von der Heizung über die Fenster bis hin zu den Schranktüren in den Klassenzimmern. Er verwies auf den dringenden Handlungsbedarf, sah aber ein, das vor 1997 wohl nicht mit einer Sanierung zu rechnen sei. "Dann muss man allerdings anfangen", sagte der Grundschulrektor damals.

Ferdinand Betzer stellte klar, dass sich die Sanierung wegen der hohen Kosten von 1,5 Millionen Mark wohl nicht in einem Haushaltsjahr darstellen lasse, man brauche zwei, vielleicht sogar drei. Was damals niemand ahnen konnte: Es sollten fast elf Jahre vergehen, bis überhaupt angefangen wurde.

Geld in Wasser und Abwasser

Das hatte verschiedene Gründe: Münnerstadt stand vor riesigen Herausforderungen, vor allem im Bereich Wasser und Abwasser . Auch da hatte sich ein erheblicher Investitionsstau gebildet, Bürgermeister Eugen Albert (BGM) wurden bereits rechtliche Konsequenzen angedroht , wenn die Stadt nicht endlich handle. Das verschlang viel Geld, zudem wuchs nicht zuletzt wegen der Finanzierung über Gebühren der Schuldenstand der Kommune in schwindelerregende Höhen.

Und dann waren da noch die Kosten. 7,1 Millionen Euro sollten es am Ende sein, also rund das Zehnfache der 1995 veranschlagten Kosten. Um das Vorhaben überhaupt angehen zu können musste die Stadt die Grundsteuern erhöhen. Im April 2006 vollzog Eugen Albert einen Spatenstich der besonderen Art. Er riss mit dem Bagger das Vordach ein. Das war der Startschuss der Generalsanierung . Bei der Einweihung der neuen Schule im Februar 2008 sprach er vom "emotional bewegendsten Augenblick" seiner Amtszeit, die kurz danach endete. Arthur Krapf und Günther Katzenberger, die 1995 auf die Sanierung gedrängt hatten, waren beide nicht mehr im Amt, als die Sanierung endlich angegangen wurde.

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