Engenthal

Seltene Weinsorte wächst in Engenthal

Der Landkreis bewahrt in Engenthal eine nicht mehr geläufige Rebsorte vor dem Verschwinden. Am Hammelberg dagegen soll eine traditionelle Anbaumethode wieder in Gebrauch kommen.
Eine seltene Rebsorte wächst am Hang unterhalb der Trimburg. Deutschlandweit ist sie nur noch auf wenigen Hektar Fläche zu finden. Und auch in Engenthal wären die Stöcke der Osteiner-Traube sicher bald gerodet worden. Doch dank eines Naturschutzprojekts bleiben sie erhalten.

"Ich bin überrascht, dass die Sorte im fränkischen Raum existiert", sagt Josef Engelhart. Sie hat daher das Interesse des Weinbautechnikers der Bayeri schen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim geweckt. Osteiner ist eine Züchtung eines hessischen Instituts aus den 1970er Jahren. Die Sorte ist aus einer Kreuzung zwischen Riesling und Silvaner hervorgegangen. Die Literatur beschreibt den Wein daher auch als rieslingähnlich.

Die Züchtung setzte sich nicht durch. Osteiner verschwand von den Anbauflächen. "Wir möchten die Sorte erhalten", erklärt Roland Lenhart vom Landratsamt. Daher hat der Landkreis Bad Kissingen einen rund 3000 Quadratmeter großen Weinberg gekauft. Auf der Fläche wächst neben Osteiner auch Silvaner.

Der Weinberg ist Teil des von der Europäischen Union und vom Freistaat Bayern geför derten Naturschutzprojekts "MainMuschelkalk". Dieses will die ökologisch wertvollen Hang- und Trockenstandorte auf Muschelkalkgrund schützen. Weinbergssteillagen gehören im Saaletal typischerweise zu diesen Naturräumen. Die Fläche am Engenthaler Hang soll daher als Anschauungsbeispiel dienen.

Die Wege rund um den Weinberg will Lenhart nutzen, um auf Tafeln beispielsweise über Geschichte und Geologie zu informieren. Dabei soll auch die Trimburg angebunden werden. Die Bewirtschaftung des Osteiner-Weinbergs übernimmt Winzer Marcel Hümmler. An ihn hat der Landkreis die Fläche verpachtet, mit der Vorgabe, dass sie nach Prinzipien des ökologischen Weinbaus kultiviert wird. Hümmler wird auch den Osteiner-Wein ausbauen. Für ihn ist es eine neue Erfahrung, da er mit der Sorte bislang nicht in Berührung gekommen ist, wie er erklärt.

Neue Pflanzung

Der bisherige Weinbergseigentümer verarbeitete die Osteiner-Trauben zu Tafelwein. Lenhart hat ihn schon einmal probiert. "Mir schmeckt er, auch wenn ich kein Weintrinker bin" , meint er. Der Ertrag kann wohl auch auf Qualitätsweinniveau ausgebaut werden.

Aber nicht nur eine fast verschwundene Sorte erfährt durch das Naturschutzprojekt "MainMuschelkalk" Aufmerksamkeit. Auch eine im fränkischen Raum früher übliche Kultivierungsmethode kommt neu zur Anwendung: die Dreipfahlerziehung. Am Hang des Hammelbergs, an der Straße Richtung Westheim sollen dafür Weinstöcke neu gepflanzt werden. Hans Huss vom Projektmanagement spricht von rund 1000 Quadratmetern Fläche, die angelegt werden.

Die Dreipfahlerziehung zeichnet sich dadurch aus, dass die Rebstöcke niedrig gehalten werden. Die Köpfe liegen in Bodennähe. Dadurch konnten die Winzer sie früher mit Erde und Laub zudecken, um die Pflanzen im Winter vor Frost zu schützen. Der kleine Weinberg mit einem gemischten Satz an Sorten soll diese Methode wieder in Erinnerung bringen.




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