Garitz

Serie in Garitz: Die Einbrecher kommen immer samstags

Im Bad Kissinger Stadtteil geht die Angst vor Dieben um. Die Nähe zur Autobahn macht den Ort so attraktiv für die Verbrecher.
Die Einbrecher, die seit vier Wochen Garitz in Atem halten, kommen bislang immer über die Terrassentüren hinein.  Symbolfoto: Daniel Bockwoldt/dpa       -  Die Einbrecher, die seit vier Wochen Garitz in Atem halten, kommen bislang immer über die Terrassentüren hinein.  Symbolfoto: Daniel Bockwoldt/dpa
Die Einbrecher, die seit vier Wochen Garitz in Atem halten, kommen bislang immer über die Terrassentüren hinein. Symbolfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

Vielen Garitzern muss es in den letzten Wochen mulmig geworden sein: In vier Wochen hat es in dem Bad Kissinger Stadtteil drei Hauseinbrüche gegeben, in Reiterswiesen schlugen sie einmal zu. Die Täter gehen immer nach dem gleichen Muster vor: Sie kommen am Samstag, sie brechen die Terrassentür auf, schnappen sich Beute, die leicht zu tragen ist, und flüchten schnell. Die Polizei ist alarmiert.

Die Chronologie der Fälle:

Am 5. Januar hebelte jemand die Terrassentür eines Reihenhauses in der Talstraße auf. Im Inneren durchwühlte er Taschen und Schränke. Mit Bargeld im unteren vierstelligen Bereich machte sich der Täter aus dem Staub, er richtete einen Schaden von rund 500 Euro an.

Am 9. Februar war ein Mehrfamilienhaus in Reiterswiesen Ziel von Räubern. Auch hier kamen sie über die Terrassentür in die Erdgeschosswohnung in der Flurstraße. Sie durchsuchten die Wohnung und flüchteten mit einem niedrigen vierstelligen Geldbetrag und Schmuck im Wert von bislang unbekannter Höhe. Vermutlich wurden die Täter vom zurückkehrenden Wohnungseigentümer gestört, sie konnte aber noch mit ihrer Beute abhauen. Einbruchsschaden: 1000 Euro. Eine Besonderheit gibt es in diesem Fall: Am gleichen Nachmittag ist ein Bettler von Haus zu Haus gezogen. Die Polizei kann nicht ausschließen, dass dieser Mann mit dem Einbruch in Zusammenhang steht.

Am 17. Februar wurde in der Dr. Georg-Heim-Straße erneut eine Terrassentür aufgebrochen. Auch hier durchwühlten der oder die Täter das Wohnhaus und erbeuteten Schmuck und Bargeld .

An Zufälle glaubt Stefan Haschke , Leiter der Polizeiinspektion Bad Kissingen nicht, wie er im Gespräch mit der Redaktion sagt. "Diese Fälle sind sehr ernstzunehmen", vor allem, da Bad Kissingen in der Vergangenheit von derartigen Straftaten verschont geblieben sei.

Garitz ist "attraktiv" für Diebe

Die Presseauskunft darüber erteilt das Polizeipräsidium Würzburg. Warum steht Garitz im Fokus der Einbrecher? Polizeihauptkommissarin Kathrin Thamm: " Garitz ist die erste Gemeinde nach der Autobahnabfahrt Oberthulba der A 7", sagt sie. " Diebe bevorzugen die Nähe der Autobahn, und über die Bundesstraße sind sie auch schnell wieder auf der Autobahn. Garitz ist in Punkto Schnelligkeit also nach Maßstäben von Einbrechern gut geeignet." Sie sagt, viele Diebe ließen sich leicht abschrecken: "Die lassen von ihrem Vorhaben ab, wenn ein Hund bellt, ein Licht angeht oder eine Terrassentür gut gesichert ist." Sobald sie gestört werden, würden sie flüchten.

Die Vorgehensweise und auch die Beute seien typisch für eine organisierte Arbeitsweise, wie man es von osteuropäischen Tätern kenne. "Aber dennoch können wir nicht außer Acht lassen, dass es sich auch um einen heimischen Einbrecher handeln könnte", so Kathrin Thamm. Banden seien spezialisiert auf tatsächlich leichte Beute wie Bargeld , Schmuck oder hochwertige Elektronik: Die Sachen wiegen wenig, Elektronik kann man leicht zu Geld machen, Schmuck kann eingeschmolzen werden.

Fälle wie diese "leider sehr oft"

Für Kathrin Thamm ist es "leider nichts außergewöhnliches, Fälle wie diese haben wir leider sehr oft in ganz Unterfranken". In allen vier Fällen wurden Spuren gesichert, wie es um die Auswertung steht, kann die Hauptkommissarin aufgrund der laufenden Ermittlungsverfahren noch nicht sagen. Was sie aber weiß, ist, dass ein solcher Einbruch für viele Menschen ein schwerer Eingriff in die Intimsphäre ist. "Die Bearbeitung derartiger Delikte hat bei uns eine hohe Priorität. Denn die eigene Wohnung ist ein geschützter Bereich. Da möchte man niemanden fremden drin haben. Ein Fremder, der alles durchwühlt, auch Unterwäsche-Kommoden - das macht etwas mit einem." Wenn die Beamten vor Ort merkten, dass den Betroffenen der Einbruch schwer zu schaffen macht, dann verweisen sie bevorzugt auf die Opferanlaufstelle "Weisser Ring".

In allen vier Fällen ermittelt die Schweinfurter Kriminalpolizei. Die Beamten suchen noch nach Hinweisen unter der Telefonnummer 09721/201-1731

Tipps der Polizei :

1. Verschließen Sie die Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit

2. Gekippte Fenster sind offene Fenster und für einen Einbrecher kein Problem.

3. Rollläden sollten nachts - und nie tagsüber - geschlossen werden, damit sie nicht sofort Ihre Abwesenheit signalisieren.

4. Bei Neu- und Umbauten erhält man durch den Einbau geprüfter einbruchhemmender Fenster und Fenstertüren einen guten Einbruchschutz (mindestens Widerstandsklasse RC2). Die Polizeidienststellen helfen Ihnen bei der Wahl weiter.

5. Wer nachrüsten will, der ist mit einem einbruchhemmenden Gitter vor den Fenstern gut beraten.

6. Bewegungsmelder, die ein Licht auslösen, können in vielen Fällen bereits Einbrecher abschrecken.

7. Polizeiberatungsstellen geben Ihnen Informationen zu Warnanlagen.

8. Lassen Sie Ihre Wertsachen zu Hause nicht offen herumliegen.

9. Pflegen Sie den Kontakt zu Ihren Nachbarn - in einer aufmerksamen Nachbarschaft haben Einbrecher kaum eine Chance.

10. Betreuen Sie die Wohnung länger abwesender Nachbarn, indem Sie beispielsweise den Briefkasten leeren.

11. Alarmieren Sie bei Gefahr und in dringenden Verdachtsfällen sofort die Polizei über den Notruf 110.

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