Seubrigshausen

"Serwichhausen" in der ganzen Welt

Die Brüder Gehrig aus Seubrigshausen machen mit viel Witz Werbung für ihr Dorf.
Wie toll Seubrigshausen ist, wissen jetzt auch die Touristen am berühmten Trevi-Brunnen in Rom. Foto: Gehrig       -  Wie toll Seubrigshausen ist, wissen jetzt auch die Touristen am berühmten Trevi-Brunnen in Rom. Foto: Gehrig
Wie toll Seubrigshausen ist, wissen jetzt auch die Touristen am berühmten Trevi-Brunnen in Rom. Foto: Gehrig

Serwichhausen ist das allergrößte, zumindest für die, die dort wohnen. Und für einige von denen ist es sogar "das größte Kaff der Welt", so heißt zumindest die Seite auf Facebook. Und es scheint das Ziel zu sein, genau das in die Welt hinauszuposaunen. Nicht anders ist zu erklären, warum an vielen Orten in Deutschland und im Ausland Aufkleber mit genau diesem Wortlaut zu sehen sind: "Serwichhausen - ehemals Seubrigshausen - Das berühmteste Kaff der Welt!"

So zum Beispiel mitten in Rom an prominentester Stelle: am berühmten Fontana Di Trevi. Auch in Görlitz am Tor zu Polen klebt der gelbe Babber, der aussieht wie ein Ortsschild. Auch gesehen: Einfach die drei Buchstaben SWH für Seubrigshausen. Und weil Seubrigshausen nur der hochdeutsche Ausdruck ist, den ein Serwichhäuser nie sagen würde, gibt es bei Google Maps sogar einen Treffer, wenn man Serwichhausen eingibt.

Hinter diesem Schabernack stehen Rudolf Gehrig, ein gebürtiger Seubrigshäuser, und seine Brüder Ferdinand, Leopold und Valentin. Sie bringen seit Januar 2017 die Aufkleber unter die Leute, "in Köln und London kleben auch schon welche", erzählt Rudolf. Die Seite serwichhausen.de sei eher als Gag gedacht. Aber der Gag zieht Kreise, Serwichhausen, wo sich laut Rudolf Gehrig "Fuchs und Rasenmähertraktor" Gute Nacht sagen, hat eine eigene Instagram-Seite, einen Twitter-Account und einen Youtube-Kanal. Mittlerweile wird Rudolf Gehrig auch im echten Leben erkannt: "Du hast doch da irgend so ein Lable gegründet, das mit Dorfkindern zu tun hat", wurde er kürzlich am Kölner Dom von einem unbekannten Serwichhausen-Fan angesprochen. Und auch sein oberster Boss in Amerika hatte bereits von "Serwichhausen" gehört.

Und was so berühmt ist, das braucht auch Andenken. Deshalb gibt es die Seubrigshausen-Tassen, -Taschen oder T-Shirts und Kappen, auf denen wahlweise "Paris/Tokyo/London/New York/Serwichhausen" oder "Serwichhausen is ladeinisch und hesst Baradies" zu lesen ist (online unter shop-spreadshirt.de). Dabei blitzt bei anderen Sprüchen auf Serwichhausen-Facebook durchaus so etwas wie Realismus auf: "Serwichhausen: Jedes Gerücht is hier flodder underwegs wie unner Indernet".

Werbung fürs Dorf machen die Seubrigshäuser Jungen so auf der Homepage serwichhausen.de: "Sanft plätschernd schlängelt sich der Haderbach (ugs.: "die Weyd") durch diese Oase des Friedens, während der Duft von saftigen Wiesen und dieselbetriebenen Verbrennungsmotoren die Luft erfüllt - ein Paradies!". Dann liefern sie auch gleich die Übersetzung dazu: "Serwichhausen is fei wallich net schlecht. Des kann mer alles so geläss wies is."

Der Wahlkölner Rudolf Gehrig hat im normalen Leben einen durchaus ernstzunehmenden Beruf, er ist Redakteur und Moderator beim katholischen Fernsehsender EWTN und ist Korrespondent für die deutsche Ausgabe der Catholic News Agency (CNA). "Aber erst aus der Ferne weiß man, wie schön die Heimat ist", sagt er. Oder er sagt's auf Serwichhausenerisch: "Serwichhausen is der Nabel und vielleicht aach des Ohrläbbchen der Welt."

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