Oberthulba

Sie hat alle Hände voll zu tun

Katharina Denk ist als Dorfhelferin für den Maschinen- und Betriebshilfering Saale-Rhön im Einsatz. Die junge Frau springt ein, wenn auf den Höfen eine helfende Hand dringend gebraucht wird.
Packt auch in der Küche mit an: Die Dorfhelferin Katharina Denk ist über den Maschinenring Saale-Rhön zu erreichen. Foto: Gerd Schaar       -  Packt auch in der Küche mit an: Die Dorfhelferin Katharina Denk ist über den Maschinenring Saale-Rhön zu erreichen. Foto: Gerd Schaar
Packt auch in der Küche mit an: Die Dorfhelferin Katharina Denk ist über den Maschinenring Saale-Rhön zu erreichen. Foto: Gerd Schaar
Knapp müssen die landwirtschaftlichen Betriebe heutzutage kalkulieren. Da ist alles bis zum Geht-nicht-mehr ausgereizt. Auch die Arbeitskraft der Bäuerin ist voll und ganz eingeplant. Doch wenn sie ausfällt, gerät der Betrieb mitunter in eine Notsituation.
Gut, dass es dann die Unterstützung durch die Dorfhelferin gibt, die der Maschinen- und Betriebshilfsring (MR) Saale-Rhön als Dienstleistung vermitteln kann. Seit Juli dieses Jahres ist Katharina Denk als frisch ausgebildete Dorfhelferin dort im Einsatz. "Ich fühle mich als Fränkin auf Zeit", erklärt die aus Freising in Oberbayern stammende junge Frau.

Vorgängerin im Ruhestand

Nach ihrer Ausbildung zur Hauswirtschafterin hat die junge Frau noch zwei Ausbildungsjahre als Dorfhelferin in Freising draufgesattelt. Als Selbstständige bietet Denk jetzt über den MR ihre Hilfe im Landkreis Bad Kissingen an. Ihre Vorgängerin Hedwig Bayer ist mittlerweile im Ruhestand.
"So eine Dorfhelferin ist ein Juwel", freut sich MR-Chefin Brigitte Haas über die Zusammenarbeit mit Denk. Die hat bereits ihren zweiten Einsatz in ihrem neuen Wirkungsbereich der Rhön hinter sich. In einem Fall war die Bäuerin plötzlich krank geworden und musste in die Klinik. Im anderen Fall war die Geburt eines Kindes der Anlass für den Einsatz der Dorfhelferin.
"Jeder Einsatz ist für mich ein kleines Abenteuer", blickt Denk voller Spannung in ihre berufliche Zukunft. Denn sie weiß im Voraus nicht, welche Überraschungen sie am Einsatzort eines fremden Haushalts erwartet.
Meist ist die Arbeit der fehlenden Hausfrau zu übernehmen. Neben Kochen, Putzen und Waschen kümmert sie sich auch um die Versorgung der Kinder. "Ich hatte schon ein Baby zu wickeln und zu füttern", erzählt sie.
Aber auch im Stall muss sie mitunter helfen. So zum Beispiel beim Melken der Kühe, beim Verteilen des Futters oder beim Ausmisten. Für all diese Tätigkeiten ist Denk ausgebildet. Schon während ihrer Ausbildungszeit in Neuburg an der Donau meisterte sie als Praktikantin solche Einsätze.

"Freiheit, selbstständig zu sein"

"In meinem Jahrgang waren 18 Mitschülerinnen aus ganz Bayern", berichtet Denk. Denn es gibt nur eine Ausbildungsstelle für Dorfhelferinnen im Freistaat. Die Auszubildenden waren alle weiblich. "Bayernweit gibt es nur einen einzigen männlichen Dorfhelfer, der mir bekannt ist", erzählt sie. Die Begegnung mit anderen Menschen motivierte sie zur ihrer Zusatzausbildung. "Ein weiterer Grund für meine Berufswahl war meine Freiheit, selbstständig zu sein, mich im Leben zurechtzufinden und danach individuell zu entscheiden", sagt sie.
Freilich kann sie auch in traurige Familiensituationen geraten. So zum Beispiel bei schweren Krankheiten oder gar Sterbefällen. "Mein Job geht nicht nach Plan", zeigt sich die charmante Dorfhelferin aber gefasst."Es ist für mich kein bloßer Job, sondern eine Berufung", macht Denk deutlich. Auch die psychische Belastung, die von normalen Aushilfskräften nicht zu tragen sei, gehört für sie dazu.

Vier bis sechs Wochen pro Familie

Im Durchschnitt seien Dorfhelferinnen etwa vier bis sechs Wochen bei einer Familie im Einsatz, erläutert Brigitte Haas. Mitunter sind auch mehrere Familien gleichzeitig zu betreuen. "Das hat natürlich irgendwann seine Grenzen", weist Haas darauf hin, dass es eine Obergrenze für die Wochenarbeitszeit gibt.
Die Nachfrage nach der Dienstleistung nimmt auf jeden Fall zu. "Der Bedarf an Einsätzen für die Dorfhelferin ist stetig gestiegen", bestätigt die Chefin des Maschinenrings.

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