Hammelburg

175 Zuhörer in Hammelburg: So geht Leben ohne Plastik

Bestsellerautorin und Bloggerin Nadine Schubert war in der Stadtbibliothek Hammelburg zu Gast und klärte über die Folgen von zuviel Verpackungsmüll auf. Außerdem gab es viele Tipps zur Müllvermeidung.
Gelbe Säcke: Aus den Augen, aus dem Sinn?  Fotos: Elisabeth Assmann
Gelbe Säcke: Aus den Augen, aus dem Sinn? Fotos: Elisabeth Assmann

Die Kooperationsveranstaltung der Bibliothek, der Volkshochschule Hammelburg sowie der Kreisgruppe des Bund Naturschutz zum Thema "Besser leben ohne Plastik" mit der Bestsellerautorin und Bloggerin Nadine Schubert füllte die Stadtbücherei übervoll.

Bibliotheksleiterin Karin Wengerter begrüßte rund 175 Zuhörer mit den skeptischen Worten, dass sich ja seit den Zeiten mit dem Besseren Müllkonzept von vor einigen Jahrzehnten, als man damals schon über mitgebrachte Behälter an der Wursttheke gegen die Verpackungsflut kämpfte, nicht wirklich viel getan habe. Denn die Deutschen sind immer noch Verpackungsmüllweltmeister.

Dagegen hat Wengerter mit Schubert einen Plastikverzichtsvollprofi aufgetan. Sehr unterhaltsam brachte die Referentin aus dem Steigerwald ernste und wichtige Fakten ans Publikum. Bloggerin und Bestsellerautorin Nadine Schubert begeisterte mit Informationen, die man im Alltag verwenden kann, und auch ein wenig Kabarett. Die wenigen Männer im Publikum boten Schubert immer wieder Anlass zu einem Seitenhieb. Sei es, dass Bisphenole, die unter anderem in Konservenbeschichtungen enthalten sein können, wie weibliche Hormone wirken können und erwiesenermaßen die Spermienqualität leide oder dass die beim starken Geschlecht beliebten dunklen Shampooflaschen beim Scannen nicht als Plastik erkannt würden.

Anscheinend brennt das Thema Plastikflut in den Weltmeeren und im Einkaufswagen doch vielen auf den Nägeln. Die Besucher waren jetzt gespannt, wie die zweifache Mutter es schafft, seit sieben Jahren der Plastikverpackung im Alltag in der Familie zu entsagen. "Fangen Sie ganz einfach an, da wo Sie stehen. Leben ohne Plastik muss kein Verzicht sein!", appellierte Schubert. Es ähnelte schon fast einem Kabarettabend, wie Schubert über ihren Mann und die Männer im allgemeinen sprach, aber das muss ja nicht zum Schaden sein. Denn gute "Späßla" bleiben besser im Gedächtnis als trockene Zahlen und ein schlechtes Gewissen . So ist die Versorgung mit Getränken im Glas im Hause Schubert Männersache - allein schon weil Bier besser aus der Flasche als aus der Dose schmeckt und Trinkwasser aus der Leitung das bestuntersuchte Lebensmittel ist.

Doch auch im Leben der Autorin gibt es noch genug Plastik: "Staubsauger und Lichtschalter, die beliebten Bausteine für Kinder finden sich auch bei uns im Haushalt - das ist ja langlebiger und kann über mehrere Generation benutzt und repariert werden. Mir geht es vor allem um das Verpackungsplastik." Hier gibt sie alltagstaugliche Tipps zum bewussten Einkauf und Selbermachen von Produkten wie etwa Badreiniger aus Zitronensäurepulver, Spülmittel, Essigessenz und Wasser. Stoffbeutel statt Papier- oder Plastiktüten dürfte schon jeder gehört haben, aber dass beim Klopapier auf der Rolle der Verbrauch höher ist, als wenn es einzelne Papierblätter sind, war den wenigsten bewusst.

Hier setzt die Autorin auf Einkauf größerer und unverpackter Mengen. So bieten Unverpackt-Läden vieles zum Nachfüllen an. Noch sind diese Läden nur in den größeren Städten wie Würzburg, Fulda oder Bamberg zu finden. Doch Karin Schmidt und Eva Nelkenstock bemühen sich um Verkaufsstellen in Bad Brückenau. Auch auf Bauernmärkten und in Bauernläden gibt es vieles unverpackt.

Reparieren statt wegwerfen

Ebenso ist ihr das Wegwerfen von Lebensmitteln ein Dorn im Auge. So kauft sie immer die einzelnen, die "einsamen" Bananen, die vom Strunk abgebrochen sonst oft abends in der Abfalltonne landen würden.

Reparieren statt wegwerfen gehört auch zur Abfallvermeidung. "Seien Sie kreativ," forderte die Referentin die Zuhörerschaft auf. Nach dem kurzweiligen, informativen Abend gingen die signierten Bücher und wärmeisolierten Glastrinkflaschen weg wie warme Semmeln.

Hilfreiche Tipps und Angebote gab es an den Infoständen des Obereschenbacher Kindergartens St. Georg, der Realschule Hammelburg und des Bund Naturschutzes (BN). Die BN-Kreisgruppe hat den Vortragsabend finanziell unterstützt. Die Leiterin der Volkshochschule Hammelburg , Claudia Beyrle, dankte der Autorin für die vielen umsetzbaren Tipps und wies auf einen weiteren Vortrag zum Thema Mikroplastik, Pestizide, Hormone hin: Von "Fremdstoffen in unserer Umwelt" mit Dr. Ulrich Zang am 27. März. sowie das Repaircafe am 25.April der BN-Kreisgruppe in der Markthalle in Hammelburg .

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