Thundorf

Sperrstunde beendet Diskussion ums ehemalige Forsthaus

Zu einem personellen Wechsel im Gremium kam es im Thundorfer Gemeinderat: Robert Peuker rückt für Melanie Alsdorf nach. Und es wurde mal wieder übers ehemalige Forsthaus diskutiert.
Wieder einmal war das ehemalige Forsthaus ein Thema im Gemeinderat. Foto: Philipp Bauernschubert       -  Wieder einmal war das ehemalige Forsthaus ein Thema im Gemeinderat. Foto: Philipp Bauernschubert
| Wieder einmal war das ehemalige Forsthaus ein Thema im Gemeinderat. Foto: Philipp Bauernschubert

Bei der Jahresschlusssitzung des Gemeinderats Thundorf kam es zu einem personellen Wechsel im Gremium. Aufgrund des beruflichen Wegzugs von Melanie Alsdorf rückt für die Liste "Wählergemeinschaft Rothhausen (WGR)" der 57-jährige Robert Peuker nach. Der neue Gemeinderat ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Von Beruf ist er Bürokaufmann und arbeitet seit über 20 Jahren bei einem mittelständischen Unternehmen in der Region. Ehrenamtlich ist Peuker Vorstand der Jagdgenossen Rothhausen. In der Sitzung wurde er von 1. Bürgermeisterin Judith Dekant (WGR) vereidigt. Peuker nahm die Wahl an, und der Gemeinderat stellte die Richtigkeit des Nachrückverfahrens vollumfänglich per Beschluss fest.

Seit 2016 ein Thema

Bereits mehrfach war das Projekt "Ehemaliges Forsthaus" ein Thema im Gemeinderat . In der Sitzung informierte Judith Dekant über den aktuellen Sachstand, bevor es am Ende des Tagesordnungspunktes zu einer ergebnisoffenen Diskussion und Beratung führte. Gemäß eines Aktenvermerks wurde die geplante Maßnahme mit Vertretern der Regierung von Unterfranken , einem Vertreter vom Landesamt für Denkmalpflege , dem Landratsamt und dem Ingenieurbüro Perleth 2016 begonnen. Das Architekturbüro Perleth wurde daraufhin mit den Untersuchungen des Gebäudes, der Erstellung von Bestandsplänen sowie einer Machbarkeitsstudie beauftragt.Das Ergebnis wurde 2018 dem Gemeinderat vorgestellt. Zwischenzeitlich wurde das Kulturbüro Kneuer für das Museale Konzept "Hopfen+Malz - Braukulturhaus Thundorf " beauftragt. Die Machbarkeitsstudie sowie das Museale Konzept wurden über Förderstellen mitfinanziert. Weitere Schritte wurden bisher nicht weiter verfolgt. Der nächste Schritt wäre laut der Verwaltung die Einholung von Honorarangeboten von Büros , um eines auszuwählen, das mit den Leistungsphasen 1 und 2 beauftragt wird, damit die Grundlagen für die Einreichung eines Förderantrages geschaffen werden.

Keine belastbaren Zahlen

Die in der Machbarkeitsstudie genannten Kosten wurden nur aufgrund der Erfahrungswerte und nach Kubikmetern umbauten Raum berechnet und können somit für die Einreichung eines Förderantrages nicht herangezogen werden. Die bisherigen Angaben der Regierung von Unterfranken zur möglichen Förderung waren, so Bürgermeisterin Dekant, dass die Maßnahme mit bis zu 80 Prozent gefördert werden kann. Unter gewissen Voraussetzungen auch mehr. Eine konkrete Aussage über die Maximalförderung ist jedoch erst nach genauer Prüfung des Förderantrages möglich.

Die lebhafte Diskussion eröffnete Gemeinderat Bernhard Düker. Er weiß zwar als neuer Gemeinderat , dass das Thema Forsthaus Thundorf schon vier Jahre lang das Gremium beschäftigt, könnte sich jedoch aktuell nicht für oder dagegen entscheiden. Seiner Meinung nach müsste der Gemeinderat die Gesamtsituation ins Auge fassen, besonders in finanzieller Hinsicht. Er warf die Frage auf: "Gibt es neben der Nutzung als Brauhausmuseum noch andere Arten?". Jedenfalls wünscht er sich keinen überstürzten Beschluss und hätte gerne eine Auflistung aller größeren Maßnahmen, die in den kommenden drei Jahren anstehen. Aus den Reihen des Gemeinderates kam schließlich der Vorschlag, die gesamte Bevölkerung der Gemeinde bei der Entscheidung mitentscheiden zu lassen. Vor allem die Kosten und die Förderung sind nur geschätzt und müssten definitiv festgestellt werden. Allein der Satz: "Förderung bis zu 80 Prozent", hat keine definitive Aussage. Dafür sind jedoch ein Grundsatzbeschluss und ein Förderantrag notwendig. Edwin Braun warf noch in die Runde: "Wer kümmert sich nach einem eventuellen Umbau um den laufenden Betrieb des Museums?". Schließlich wurde das Thema aufgrund der vorgeschriebenen Corona-Sperrstunde beendet mit dem Vorschlag von Bürgermeisterin Judith Dekant, dass sie die Thundorfer Vereine in dieser Hinsicht ansprechen möchte.

Der Schlusssatz kam erneut von Edwin Braun, der als etablierter Gemeinderat von Anfang bis heute mit in das Thema eingebunden ist: "Ich fordere dass die Angelegenheit ob ,Pro oder Kontra' in einer der nächsten Sitzungen beschlossen wird.

Mehrkosten anerkannt

In der Gemeinderatssitzung vom Juli diesen Jahres wurde die Firma August Ullrich mit den Asphaltierungsarbeiten an den Straßen in der Gemeinde sowie die Verlängerung des Kutschenwegs im Gemeindeteil Thundorf beauftragt. Die Arbeiten wurden ordnungsgemäß ausgeführt, und die Abnahme fand am 20. November statt. Die Schlussrechnung beläuft sich auf 24.484,38 Euro, davon 14.812,33 Euro für die Straßen-Schadstellen und 9672,05 Euro für die Verlängerung des Kutschenweges. Der Gemeinderat beschloss, die über- und außerplanmäßigen Kosten anzuerkennen.

Für die notwendigen Leistungen, wie Trockenausbau, inklusive Akustikdecke, Verputzer- und Malerarbeiten für die Sanierung des Rathauses in Thundorf , wurden von mehreren Firmen Angebote eingeholt. Zwei vergleichbare Angebote wurden der Verwaltung zur Prüfung vorgelegt. Das wirtschaftlichste Angebot gab mit 11.478,13 Euro (brutto) die Firma Weipert (Stadtlauringen) ab und erhielt per Beschluss des Gemeinderates den Auftrag.

Jahresrückblick

In ihrem Jahresrückblick fasste Thundorfs 1. Bürgermeisterin Judith Dekant noch einmal alle Maßnahmen, Fakten und Daten 2020 zusammen. Bis zur Kommunalwahl im März fanden im Januar und Februar zwei Sitzungen und drei Bürgerversammlungen statt. Bei der Kommunalwahl setzten sich acht neue Gemeinderäte und erstmals eine Frau mit Judith Dekant als Bürgermeisterin durch. Das neue Gremium begann seine Amtszeit mit einem Corona-bedingten Lockdown und beendet das Jahr wieder mit einem solchen. Gewählt wurden zur 1. Bürgermeisterin Judith Dekant, 2. Bürgermeister Jürgen Schleier und 3. Jürgen Gleißner.

Seit Mai fanden zwölf Gemeinderatssitzungen (einschließlich Waldbegehung) statt. Dekant listete anschließend einige Baumaßnahmen in allen drei Gemeindeteilen auf, die 2020 fertiggestellt bzw. noch am Laufen sind. Dabei nannte sie den Wasserschaden in der Schulturnhalle Rothhausen, die Kirchensanierung in Theinfeld, Straßenasphaltierungsarbeiten, Maßnahmen in den Friedhöfen und den Rathausumbau. Anschaffungen waren ein Radlader- und Kipperhänger für den Bauhof , eine Küche für das ehemalige Geißhaus (Forstdienststelle) und eine Wasserpumpe für die Wasserversorgung im Gemeindeteil Thundorf .

Ein Meilenstein in der Geschichte war die Verlagerung der Grundschule in Rothhausen nach Poppenlauer. Seit September fanden drei Eheschließungen statt.

Nach der detaillierten Auflistung und Darstellung der wichtigsten Aufgaben, ließ es sich die Bürgermeisterin nicht nehmen, zum Jahresschluss sich beim Gemeinderat für die konstruktive und kollegiale Zusammenarbeit zu bedanken. Mit in den Dank schloss sie den Bauhof , die Verwaltung in Maßbach und alle ehrenamtlich Tätigen in der Gemeinde ein. Sie schloss mit dem Satz: "Gemeinsam wird es gelingen, die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu gestalten."

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