Hammelburg

Spielerisch zu mehr Verkehrssicherheit

Knapp 30 Erzieherinnen und Erzieher besuchten ein Seminar der Verkehrswachten Hammelburg und Bad Brückenau.
In der Kissinger Straße ist bei Schulschluss gegen 13 Uhr die Hölle los. 15 Schulbusse sowie zahlreiche Schüler zu Fuß und auf dem Rad müssen sich den begrenzten Verkehrsraum mit  dem fließenden Verkehr teilen. Erzieher aus dem Landkreis besuchten jetzt ein Seminar der Verkehrswacht und lernten, wie sie Kinder auf die Gefahrensituationen vorbereiten können.Karlheinz Franz
In der Kissinger Straße ist bei Schulschluss gegen 13 Uhr die Hölle los. 15 Schulbusse sowie zahlreiche Schüler zu Fuß und auf dem Rad müssen sich den begrenzten Verkehrsraum mit dem fließenden Verkehr teilen. Erzieher aus dem Landkreis besuchten jetzt ein Seminar der Verkehrswacht und lernten, wie sie Kinder auf die Gefahrensituationen vorbereiten können.Karlheinz Franz

Die Kleinsten sind zugleich die Schwächsten im Straßenverkehr . Kindliche Unbekümmertheit, das kaum ausgeprägte Gespür für Risiken und unbändiger Tatendrang haben oft gefährliche Situationen zur Folge, gelegentlich auch Unfälle. Hinzu kommt das nicht unerhebliche Gefahrenpotenzial durch teils egoistische und rücksichtslose motorisierte Verkehrsteilnehmer .

29 Erzieherinnen und ein Erzieher aus den ehemaligen Landkreisen Hammelburg und Bad Brückenau beschäftigten sich einen Nachmittag lang mit dem gesamten Spektrum der Verkehrssicherheitsarbeit im frühen Kindesalter. Allesamt erhielten sie im Rahmen des von den Gebietsverkehrswachten Hammelburg und Bad Brückenau veranstalteten Seminars wichtige Tipps und Hilfen für die tägliche Arbeit.

Mit Katja Seßlen hatte die Hammelburger Verkehrswacht als Organisatorin der Veranstaltung eine Expertin aus München gewinnen können. Seßlen ist stellvertretende Abteilungsleiterin für das Bildungswesen und zugleich Aufsichtsperson bei der Kommunalen Unfallversicherung Bayern (KUVB). In ihrer Funktion ist sie häufig mit Fragen des Aufsichts- und Haftungsrechts betraut, zumal die KUVB für den Versicherungsschutz kommunaler Einrichtungen zuständig ist.

In ihrem kurzweiligen Vortrag zeigte Katja Seßlen auf, wie schmal oftmals der Grat zwischen Gut und Böse ist, wie schnell es zu Pflichtverletzung kommen kann. Aus Sicht nicht nur der Erziehungsberechtigten, sondern auch oder gerade des Erziehungspersonals müsse deshalb Vorsorge getroffen und mit Weitsicht gehandelt werden. Seßlen zeigte in ihrem Referat ferner die besondere Gefährdung von Kindern analog zu den jeweiligen Entwicklungsphasen auf. Gerade Fehleinschätzung von Risiken und Mangel an Angst könnten schnell zu schweren Unfällen führen.

Großer multimedialer Fundus

Die Münchner Referentin nannte den mit großem Interesse lauschenden Erziehern zahlreiche Quellen und verwies auf den großen multimedialen Fundus in punkto altersbezogener Verkehrssicherheitsarbeit. Mit dem sehnlichen Wunsch auf ein unfallfreies Gelingen der täglichen Arbeit verabschiedete sich Katja Seßlen aus dem Kreis des Erziehungspersonals.

Der nachfolgende Beitrag "Spielerisch mehr Verkehrssicherheit " informierte über das Programm "KIS" der Deutschen Verkehrswacht. KIS steht für "Kinder im Straßenverkehr " und wird von ehrenamtlich tätigen Moderatoren umgesetzt. Nadine und Stefan Löhser betreuen für die Gebietsverkehrswacht Hammelburg die Kindergärten im Altlandkreis, während Manfred Schneider diesen Part für den Bereich Bad Brückenau übernimmt. Angefangen von Informationsabenden bis hin zu speziellen Projekttagen reicht das Spektrum dieses von der Bundesregierung geförderten Programm, informierte Stefan Löhser.

An Unterstützung mangelt es nicht

Die Polizeihauptkommissare Manfred Schneider und Hubert Koch, beide Verkehrserzieher bei den örtlichen Polizeidienststellen, boten den Kindergarten-Einrichtungen weitreichende Unterstützung an. Vom Bereitstellen verschiedener Spiel- und Hilfsmittel, über Tipps für die Beschaffung von sicheren Fahrradhelmen und Kindersitzen bis hin zur individuellen Beratung spannten beide den Bogen der Hilfsmöglichkeiten. Schneider und Koch verwiesen zudem auf die enge Zusammenarbeit von Polizei und Verkehrswacht auch im Rahmen der vorschulischen Angebote.

Sicherheitsstandard weiter erhöhen

Der Hammelburger Verkehrswacht-Vorsitzende Karlheinz Franz, Impulsgeber und maßgeblich an der Vorbereitung beteiligt, übernahm die Moderation der Veranstaltung. Eingangs formulierte er die Ziele des Seminars wie folgt: Informieren, auf den neuesten Stand bringen, Impulse geben für die tägliche Arbeit, den Gedankenaustausch pflegen und nicht zuletzt das gegenseitige Kennenlernen waren Franz besonders wichtig. Den aktuell schon hohen Standard der Verkehrssicherheit weiter zu verbessern und zu erhöhen, die Kinder ebenso wie die Eltern für die im Straßenverkehr lauernden Gefahren zu sensibilisieren, so Unfällen präventiv vorzubeugen, seien weitere Anliegen der Veranstaltung. "Ohne eine enge und gute Zusammenarbeit mit den Eltern und dem Erziehungspersonal ist dies nicht möglich."

Sein Dank galt zum einen den vielen Verantwortlichen und Beschäftigten der Kindertageseinrichtungen für ihre Bereitschaft, ihre Zeit für diese Fortbildung zu opfern. Allen Referenten sollte Franz Anerkennung für ihre fundierte Wissensvermittlung zum Wohle der schwächsten Verkehrsteilnehmer . Für den guten Service und die perfekte Rundum-Versorgung im Jägercasino erging ein großes Kompliment aller Seminarteilnehmer an die Adresse von Heimleiter Stabsfeldwebel Gerhard Sauerwein und die Ordonnanzen.

Geschenke erhalten die Freundschaft

Letztlich erklärten sich die beiden Verkehrswachten zur Freude der Erzieherinnen und Erzieher bereit, allen beteiligten Kindertageseinrichtungen Spiel- und Fahrgeräten nach Wahl zu überlassen. Die Bestellung ist zwischenzeitlich erfolgt; die Überreichung der Bobby-Cars , Scooter und Laufräder erfolgt noch vor Weihnachten.

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