Münnerstadt

Sportzentrum wird noch viel teurer

Die voraussichtlichen Kosten für die Sanierung der Mehrzweckhalle belaufen sich auf nunmehr 8,78 Millionen Euro. Das sorgte für Diskussionen im Stadtrat.
Die Sanierung der Mehrzweckhalle wird nach der Planung wesentlich teurer als ursprünglich geplant. Thomas Malz
Die Sanierung der Mehrzweckhalle wird nach der Planung wesentlich teurer als ursprünglich geplant. Thomas Malz
Von ursprünglich drei geplanten Tagesordnungspunkten zum Thema Modernisierung der Mehrzweckhalle am Kleinfeldlein blieb gerade einmal einer übrig. Die Ermächtigung des Bürgermeisters Helmut Blank zur Aufgabevergabe wurde von den Stadträten gleich zu Beginn auf Vorschlag des Stadtoberhauptes selbst von der Tagesordnung genommen. Die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens hatte sich bereits erübrigt, als der Punkt an die Reihe kam. Denn zuvor hatte der Stadtrat nach ausgiebiger Diskussion die vorgelegte Genehmigungsplanung sowie die Kostenberechnung für die Modernisierung nur zur Kenntnis genommen und nicht gebilligt, wie es die Verwaltung vorgeschlagen hatte. Der Grund: eine enorme Kostenerhöhung auf nunmehr knapp 8,8 Millionen Euro. Während Michael Kastl (CSU) immer wieder nachbohrte und wissen wollte, wie diese Mehrkosten entstanden sind und wie das finanziert werden soll, sprach Axel Knauff (SPD) von zehn Millionen Euro, die das Projekt am Ende wohl kosten werde. Er bezeichnete die Halle als "Lauerphilharmonie".

Schon in seiner Einführung sprach Bürgermeister Helmut Blank von einer "deutlichen Überschreitung der von uns im Haushalt festgelegten Kosten". Dann überließ er es Carolin Auinger vom Büro WSP Deutschland, dem "Bauamt auf Zeit", wie es das Stadtoberhaupt bezeichnet und Lidwina Barthelmes vom Planungsbüro Baurconsult, die Details vorzutragen. Änderungen bei der WC-Anlage, der Brandschutz und der Einbau mehrerer Duschen wurden als Ursache für die Kostenmehrung genannt. Vor allem aber die erhöhten Kosten in der Bauwirtschaft. Am Ende stand der statt ursprünglich geplanten rund sechs Millionen Euro eine Summe von knapp neun Millionen Euro im Raum. "Wegen dieser hohen Mehrkosten haben wir auch geschaut, wo wir Einsparungen vornehmen können", sagte Carolin Auinger. Als Möglichkeit nannte sie unter anderem den Einbau von Prallwänden aus Textil statt aus Holz, die weniger aufwendige Gestaltung der Nebeneingänge und das Weglassen der Verkleidung für die Belüftung. Sie hatte aber auch Positives zu vermelden. So ist die maximale Summe der Förderung von 5,4 Millionen Euro auf 5,9 Millionen Euro angehoben worden.


Michael Kastl wollte bei einer solchen Kostensteigerung keine Billigung aussprechen. "Da sollten wir im nichtöffentlichen Teil noch einmal darüber sprechen", sagte er. Ohne die Billigung der Kostenberechnung mache es keinen Sinn, hielt Helmut Blank entgegen. Er nannte dann die für die Stadt Münnerstadt wirklich relevanten Zahlen. Der Eigenanteil der Stadt würde sich nach der vorliegenden Planung von 2,2 Millionen Euro auf 3.9 Millionen Euro erhöhen. "Das ist schwer zu verdauen", meinte Michael Kastl. "Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir uns vielleicht für eine andere Variante entschieden." Axel Knauff wollte wissen, was passiert, wenn ausgeschrieben wird. "Ich befürchte, dass wir irgendwann bei zehn Millionen Euro ankommen." Von Carolin Auinger wollte er wissen, ob da wirklich nichts mehr drauf kommt. "Das kann man nie sagen", erhielt er zur Antwort. So stellte sich auch Axel Knauff die Frage, ob die richtige Größe bei der Sanierung gewählt wurde.

Während der lebhaften Diskussion stellte Michael Kastl fest, dass die Stadt ja einen Haushalt habe. "Wir müssen uns Gedenken darüber machen, wo wir die zwei Millionen Euro herbekommen." Schließlich schlug Georg Heymann (CSU) vor, eine Sondersitzung zu dem Thema einzuberufen. Doch da trat schon das nächste Problem auf: Der Zeitplan sei so strukturiert, dass im Herbst und Winter ausgeschrieben werden könne, erläutere Carolin Auinger. Dann seien die Auftragsbücher noch nicht voll und es ließen sich günstigere Preise erzielen.

Der geschäftsleitende Beamte, Stefan Bierdimpfl, drängte darauf, dass die Verwaltung zur Regierung fahren kann, um die Fördermöglichkeiten abzuklären. Zumindest diesen Beschluss wollte er erreichen. Bürgermeister Helmut Blank hätte lieber auch eine Billigung der Genehmigungsplanung gehabt. Von der Aussage Carolin Auingers, dass man die Sanierung nie wieder so billig wie jetzt bekomme, sah sich Michael Kastl unter Druck gesetzt. Auch der Bürgermeister betonte, dass die Kostenmehrung wohl auch die anderen Vorhaben der Stadt wie den Neubau des Feuerwehrgerätehauses treffen werde. Letztendlich einigten sich die Stadträte einstimmig darauf, die Planung zur Kenntnis zu nehmen und die Verwaltung zu beauftragen, Gespräche mit der Regierung zu führen. Eine Billigung soll erst später erfolgen.

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