Bad Kissingen

Stadtratswahl Bad Kissingen: Grüne verdoppeln ihre Sitze

Die SPD stellt zwar den neuen Bad Kissinger Oberbürgermeister, verliert im Stadtrat aber deutlich. Auch CSU und DBK büßen ein, die FDP fliegt raus. Neu im Gremium sind AfD, Linkspartei und Zukunft Bad Kissingen.
Drei Listen ziehen bei der Stadtratswahl neu ins Bad Kissinger Rathaus ein, die FDP fliegt raus       -  Drei Listen ziehen bei der Stadtratswahl neu ins Bad Kissinger Rathaus ein, die FDP fliegt raus
Drei Listen ziehen bei der Stadtratswahl neu ins Bad Kissinger Rathaus ein, die FDP fliegt raus

Die Wahl hat den Kissinger Stadtrat gehörig durcheinander gewirbelt. Nahezu jeder dritte Mitglied ist neu in das Gremium gewählt worden. Die FDP erhielt nach dem vorläufigen Ergebnis nur 1,68 Prozent aller Stimmen und ist künftig nicht mehr vertreten. Neu mit dabei ist die AfD mit zwei Mandaten, Die Linke und die Wählerliste Zukunft Bad Kissingen stellen jeweils ein Ratsmitglied.

Die SPD (18,71 Prozent) büßte im Vergleich zur Wahl 2014 nahezu 13 Prozentpunkte ein und verlor damit ein Drittel ihrer Sitze. Doch auch mit sechs Sitzen bleibt sie hinter der CSU die zweitstärkste Fraktion. Dass die SPD verlieren würde "war zu erwarten, bei der Masse an Parteien", sagt Tobias Schneider, Stadtrat und Ortsvorsitzender. Politisch nahestehende Parteien wie Grüne und Linke hätten davon profitiert. Dass die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat zum Problem für den neuen SPD-Oberbürgermeister Dirk Vogel werden, glaubt Schneider nicht. "Dass man sich im Stadtrat Mehrheiten sucht, war schon immer so. Mal war es mehr, mal war es weniger komfortabel", meint er. Es gehe um Sachpolitik und darum die Stadt voranzubringen. Dafür arbeite die SPD gut mit anderen Fraktionen zusammen.

Leichte Verluste bei CSU und DBK

CSU (31,19 Prozent) und DBK (15,03 Prozent) verlieren beide jeweils ein Mandat. "Wir sind traurig darüber, dass ein Sitz knapp verloren gegangen ist", sagt Alexander Koller, Fraktionssprecher der DBK. Man müsse sich nun mit der Situation arrangieren.

Nach der Niederlage in der OB-Wahl war die Enttäuschung bei der Kissinger CSU groß. Mit dem Stadtratsergebnis ist Fraktionssprecher und Ortsvorsitzender Steffen Hörtler hingegen zufrieden. "Dass wir neun Kandidaten in den Stadtrat bekommen haben, ist ein gutes Ergebnis", sagt er. Die geringe Wahlbeteiligung - bei der Stadtratswahl lag sie bei 52,73 Prozent - und die Vielzahl an Gruppierungen, die angetreten sind, führt er als Gründe für die leichten Verluste an.

Die Freien Wähler haben ihren Stimmenanteil (9,35 Prozent) und ihre Mandate gehalten. "Wir haben uns mehr erwartet. Aber ich bin froh, dass wir wieder eigenständig eine Fraktion bilden können", meint Fraktionssprecher Andreas Kaiser. Größte Änderung bei den Freien Wählern ist, dass Sigismund von Dobschütz den Einzug ins Gremium verpasst hat. Dafür wurde Bernhard Schlereth bestätigt, nur eben jetzt als Freier Wähler . Schlereth war im Oktober im Stadtrat von der CSU zu den Freien Wählern gewechselt.

Von den bereits im Stadtrat vertretenen Gruppierungen waren die Kissinger Ökos die einzigen, die in der Wählergunst deutlich zulegten: Sie steigerten sich um rund fünf Prozentpunkte auf 13,27 Prozent. Die Wählerliste aus Grüne, Bürger für Umwelt und ödp stellt nun vier Stadträte und ist zum ersten Mal groß genug, um eine eigenständige Fraktion im Stadtrat zu bilden. "Ich freue mich wahnsinnig", sagt Stadtrat Richard Fix . Neben den etablierten Stadträten Fix und Klaus Werner , ziehen mit Larissa Renninger und Veronika Richler-Yazeji zwei junge Frauen neu ins Gremium ein. "Das freut mich. Es tut dem Stadtrat gut, wenn auch die junge Generation vertreten ist", findet Fix.

Neu im Stadtrat sind Eulenwirt Christian Hänsch (Linke) und Heiligenfeld-Geschäftsführer Michael Lang (Zukunft Bad Kissingen ). "Ich bin positiv überrascht. Mit so einem Ergebnis hätte ich nicht gerechnet", freut sich Hänsch. Auch Lang ist froh: "Ich finde es Klasse, dass sich unser Engagement gelohnt hat. Ich freue mich, dass ich es machen darf."

Schneider legt sich noch nicht fest

Gerhard Schneider , der OB-Kandidat der CSU , war nach eigenen Worten vom Ergebnis "völlig überrascht". Er habe die Niederlage nicht kommen sehen. Schneider hat auch auf Platz eins der Stadtratsliste der CSU kandidiert. Mit dem Schub aus der OB-Wahl kam er am Sonntag auf das drittbeste Ergebnis der Liste. Die Frage, ob er die Wahl annehmen will, vermochte er am Montag aber noch nicht zu beantworten. Er brauche noch etwas Zeit, um sich darüber klar zu werden, antwortete er auf Anfrage.

Wie berichtet, muss der 58-Jährige sich zwischen dem Stadtratsmandat und seiner beruflichen Position als Geschäftsleitender Beamter der Stadt Bad Kissingen entscheiden. Ob er auf das Stadtratsmandat verzichtet, wird sich zeigen. Denkbar ist, von außen betrachtet, jedenfalls schon, dass er Geschäftsleitender Beamter bleibt. Sollte er das Mandat nicht annehmen, würde Nikola Renner für ihn ins Gremium nachrücken.

9 Stadträte gehören dem neuen Gremium nicht mehr an: Reinhard Höhn , Klaus Lotter, Karin Reinshagen (alle SPD ) kandidierten nicht mehr. Keine Mandate erhalten haben Birgit Eber, Michael Heppes ( SPD ), Günter Götz (DBK), Hans-Joachim Hofstetter ( FDP ), Karin Renner ( CSU ) und Sigismund von Dobschütz ( Freie Wähler ).

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