Steinach an der Saale

Steinach: 17 Ordner voller Heimat

Die Historie Steinachs liegt Andreas Alles und seinen Mitstreitern am Herzen. Jüngst erhielt ihr Heimatverein eine Dauerleihgabe, die die Herzen der Mitglieder höher schlägen lässt.
Ingrid Schuck und Andreas Alles sichten unter Achtung der Corona-Auflagen das Material von Helmut Schuck. Foto: Johannes Schlereth       -  Ingrid Schuck und Andreas Alles sichten unter Achtung der Corona-Auflagen das Material von Helmut Schuck. Foto: Johannes Schlereth
| Ingrid Schuck und Andreas Alles sichten unter Achtung der Corona-Auflagen das Material von Helmut Schuck. Foto: Johannes Schlereth

Helmut Schuck war in Steinach gut bekannt. Viele Jahre lenkte er als Bürgermeister die Geschicke des Ortes. Doch sein Lebenswerk umfasste mehr, als die Politik. Schuck war heimatbegeistert. 17 Ordner über die Geschichte Steinachs füllte er im Lauf der Jahre. Diese übergab seine Witwe nun an den Heimatverein Steinach.

"Das ist ein unfassbarer Schatz", konstatiert Andreas Alles, Vorsitzender des 2003 gegründeten Vereins. "Helmut Schuck hat die Ortsgeschichte akribisch aufgearbeitet." In 17 Leitz-Ordnern finden sich Bilder, Postkarten und zahlreiche Informationen zu dem Ort an der Saale. Die Ordner beginnen chronologisch in der Nachkriegszeit und führen bis in die 2000er Jahre.

Wissen bewahren

"Der Gedanke von meinem Mann war, dass das alles nicht verloren geht", sagt Ingrid Schuck, die Witwe des Altbürgermeisters. "Die Geschichte der Heimat soll nicht verloren gehen. Der Wunsch meines Mannes war, dass alles angesammelte und aufgeschriebene der Öffentlichkeit zu gute kommt." Seine Sammlung solle als Dauerleihgabe dem Heimatverein zukommen. "Das ist Heimatkunde in Echtform", betont Schuck. Das zeigt sich an den verschiedenen Themenfeldern, zu denen Schuck Materialien sammelte, darunter etwa die Flurbereinigung oder kirchliche Aspekte und Brauchtum.

"Es ist wirklich gut, dass er diese Menge an Material zusammengetragen hat, und es jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll", betont Kreisheimatpfleger Christian Neugebauer. Schuck gelte für ihn als "richtiger Heimatforscher ". Wie viel Arbeit in den Ordnern ihres verstorbenen Mannes steckt weiß Ingrid Schuck zu gut: "In den 90er Jahren war er eigentlich zwei drittel des Tages in seinem Büro und hat an den Ordnern gearbeitet."

Nun setzen Andreas Alles und seine Mitstreiter wie Frank Schmitt die Arbeit Schucks fort. "Als erstes wollen wir die Ordner sichten und digitalisieren", sagt Schmitt. Hierbei ist Jochen Metz vom Heimatverein stark eingebunden. Er scannt Seite für Seite und speichert die Bilder auf einer Festplatte. "Ziel ist es, die Informationen zum Beispiel über das Internet thematisch geordnet der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen", betont Schmitt. Als Möglichkeit käme hier die bereits bestehende Homepage des Vereins in Frage. An dieser ist derzeit der Vorsitzende Alles zugange. Seine Vision: Über Verweise auf verschiedene soziale Medien , sollen auch Jugendliche von der Heimatgeschichte begeistert werden.

Eine trockene Sache ist die Historie Steinachs nicht. Denn anpacken gehört ebenfalls zum Tagesgeschäft. So hat der Verein beispielsweise auf dem Berg oberhalb Steinachs eine Wanderschutzhütte mit integrierter Gedenkstätte für die Kämpfe um Steinach im Zweiten Weltkrieg errichtet. Dort wollen Alles und die Vereinsmitglieder demnächst Schautafeln montieren, auf denen Zeitzeugeninterviews zu lesen sind. "Einer unserer Wünsche ist es, dass wir die dann auch im Ort anbringen", sagt Schmitt. Denn nicht jeder Steinacher sei körperlich in der Lage den Weg zur Gedenkstätte zu beschreiten. In den Bereich der praktischen Heimatpflege gehören auch die Arbeiten rund um die Bergkapelle. Hier ist derzeit das Vorstandsmitglied Elmar Freibott zugange, um sowohl das Bauwerk als auch die Grünanlage zu erhalten.

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