Rannungen

"Steuerausfälle werden sicherlich auftreten"

Die Bürgerversammlungen zum Jahresende sind in den meisten Gemeinden für die Bürger eine gute Möglichkeit, Fragen an das Gemeinde-Oberhaupt zu stellen. Doch wegen der Corona-Pandemie können dieses Jahr keine Versammlungen stattfinden. Unsere Redaktion sprach deshalb mit Rannungens Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU).
Ganz ohne Rotstift geht es nicht im Rannunger Rathaus. Die Planung für die  Brunnenstraße steht, aber eine Förderung ist nicht in Sicht. Für die  Mehrzweckhalle allerdings gibt es Geld aus einem Fördertopf des Bundes.   Der Schul-Kirchhof ist fast fertig, das Nebengebäude ist 2021 geplant. Die  zugesagten Zuschüsse allerdings sind noch nicht auf dem Konto der Gemeinde.   Montage/Fotos: Dieter Britz       -  Ganz ohne Rotstift geht es nicht im Rannunger Rathaus. Die Planung für die  Brunnenstraße steht, aber eine Förderung ist nicht in Sicht. Für die  Mehrzweckhalle allerdings gibt es Geld aus einem Fördertopf des Bundes.   Der Schul-Kirchhof ist fast fertig, das Nebengebäude ist 2021 geplant. Die  zugesagten Zuschüsse allerdings sind noch nicht auf dem Konto der Gemeinde.   Montage/Fotos: Dieter Britz
| Ganz ohne Rotstift geht es nicht im Rannunger Rathaus. Die Planung für die Brunnenstraße steht, aber eine Förderung ist nicht in Sicht. Für die Mehrzweckhalle allerdings gibt es Geld aus einem Fördertopf des Bundes.

Herr Zehner, dieses Jahr kann in Rannungen wegen der Corona-Pandemie keine Bürgerversammlung stattfinden. Welchen wichtigen zentralen Satz hätten Sie gesagt, wenn die Versammlung hätte stattfinden können?

Fridolin Zehner : Ein herzliches Dankeschön an das Verständnis aller, für die Einschränkungen, bedingt durch die Corona-Pandemie. Es ist für alle Vereine und Ehrenamtlichen schwer, ohne ein funktionierendes Vereinsleben durch das Jahr zu kommen. Auch dem Gemeinderat ein herzliches Dankeschön für die Gemeinderatssitzungen unter erschwerten Bedingungen in der Mehrzweckhalle .

Wie kam die Gemeinde bisher durch die Pandemie? Wie hoch sind dieses Jahr die finanziellen Einbußen bei den Steuereinnahmen ?

In diesem Jahr sind die Auswirkungen noch nicht gravierend; diese werden aber sicherlich in den nächsten beiden Jahren auftreten.

Rechnen Sie mit stärkeren Steuerausfällen und mit der Reduzierung von Zuschüssen durch den Freistaat im kommenden Jahr?

Steuerausfälle werden sicherlich auftreten (Gewerbesteuer und Einkommensteuer ). Eine Reduzierung der Zuschüsse durch den Freistaat befürchten wir, erhoffen wir aber nicht.

Wie stark wurde das soziale Leben ausgebremst?

Es wurde sehr ausgebremst. Alle großen und kleinen Veranstaltungen wurden seit März abgesagt, zum Teil entstehen den Vereinen dadurch natürlich auch erhebliche Kosten ohne Einnahmen.

Die Corona-Pandemie wird mit ziemlicher Sicherheit das Leben der Bürger einschließlich ihrer sozialen Kontakte noch längere Zeit mehr oder weniger stark beeinträchtigen. Was kann die Gemeinde dagegen tun?

Wir versuchen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten, die gemeindlichen Gebäude , Mehrzweckhalle , Rathaus, Alte Schule, Quartiersmanagement, unter Einhaltung der Hygienekonzepte offen zu halten.

Wie haben sich die Einwohnerzahlen entwickelt?

Die Einwohnerzahlen sind stabil geblieben bei etwa 1200 Einwohnern.

Das Leben muss trotz Corona auch im kommenden Jahr weitergehen. Welche Investitionen werden 2021 angegangen? Gibt es Vorhaben, die deswegen kürzere oder längere Zeit verschoben werden müssen?

Die geplanten Maßnahmen sind im Rundbrief zur Bürgerversammlung aufgeführt. Wegen Corona werden keine Maßnahmen verschoben, sondern bedingt durch Haushaltsrecht .

Rundbrief an die Bürger

Im Interview erwähnt Rannungens Bürgermeister Fridolin Zehner den Rundbrief: Unter anderem wird der bereits begonnenen Bau der neuen Wasserspeicher mit insgesamt 400 Kubikmeter Fassungsvermögen angesprochen, die den bisherigen Wasserturm ersetzen sollen. In Poppenlauer baut der Markt Maßbach einen Kinderhort , hier werden nach Fertigstellung auch Rannunger Kinder betreut. Durch den Kauf einer Grundstücks-Teilfläche wurde die Voraussetzung geschaffen, dass nun eine Tagespflegeeinrichtung gebaut werden kann. Der Schul-/Kirchhof ist so gut wie fertig, es fehlen noch ein Zaun, Geländer und Handläufe. Das Nebengebäude in Holzbauweise soll 2021 entstehen. Die Kosten betragen bisher 1,5 Millionen Euro, von den zugesagten Zuschüssen hat die Gemeinde noch nichts erhalten.

Die drei großen Projekte für das nächste Jahr sind das Baugebiet Johannesberg, die Sanierung der Mehrzweckhalle und die Erneuerung der Brunnenstraße. Finanziell ist es nicht möglich, alle drei Maßnahmen in drei Jahren zu realisieren. Für die Mehrzweckhalle , deren Sanierung 3,5 Millionen Euro kosten soll, sind Fördermittel des Bundes zugesagt. Die Planung für die Brunnenstraße ist abgeschlossen - "wir wissen noch nicht, wie wir diese Maßnahme umsetzen, Förderungen sind zurzeit nicht in Sicht". Für das Baugebiet Johannesberg sollen im kommenden Jahr ernsthaft interessierte Bauwerber gefunden werden, die auch bereit sind, eine Anzahlung zu leisten. Dann könnte 2022 die Erschließung beginnen.

Auch die Südlink-Stromtrasse betrifft die Gemeinde, denn der Korridor läuft 500 Meter links und rechts der Gemeinde. Welche Grundstücke schließlich betroffen sind, wird erst im Planfeststellungsverfahren festgelegt. "Zum Glück muss bei uns dafür kein Wald gerodet werden. Im Feld stört die Leitung später nicht", heißt es im Rundbrief des Bürgermeisters.

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