Bad Brückenau

Stiftung kann Anreize schaffen

Die Aufzählung altbekannter Defizite in der Innenstadt, aber auch visionäre Ansätze standen im Mittelpunkt eines Unternehmerabends im Politcafé. Veranstalter war die Liste Freie Bürger und FDP Bad Brückenau.
Nur an Markt- und Festtagen pulsiert das Leben in der Bad Brückenauer Ludwigstraße, zu anderen Zeiten ist die Besucherfrequenz für die Geschäftsleute eher unbefriedigend. Beim Unternehmerabend wurde diese bekannte Problematik erneut diskutiert. Foto: Rolf Pralle
Nur an Markt- und Festtagen pulsiert das Leben in der Bad Brückenauer Ludwigstraße, zu anderen Zeiten ist die Besucherfrequenz für die Geschäftsleute eher unbefriedigend. Beim Unternehmerabend wurde diese bekannte Problematik erneut diskutiert. Foto: Rolf Pralle

Bei der von Gerhard Fläschner moderierten Zusammenkunft des Unternehmerabends im Politcafé nahmen einige Geschäftsleute nicht nur die die Gelegenheit wahr, ihre Firma vorzustellen, sondern machten sich auch detaillierte Gedanken über die weitere Entwicklung in der Stadt.

David Baer, Inhaber der Ludwigsapotheke, monierte beispielsweise, dass die gesamte Ludwigstraße seitens der Politik seit Jahren "stiefmütterlich behandelt" werde. Eine bessere Erreichbarkeit dieses Areals könne nur durch die Anbindung an den öffentlichen Verkehr realisiert werden. Auch sollten sich die Verantwortlichen im Rathaus Gedanken für eine Belebung der Geschäftswelt machen. "Ein Laden, der leersteht, bringt keine Gewerbesteuer", so Baer wörtlich.

Mehr Effektivität in der Verwaltung

Rüdiger Joachim, Vorstandsmitglied der Baugenossenschaft Bad Brückenau , machte einige Ausführungen zu den Veränderungen und künftigen Entwicklungen im Bereich Berliner Platz. Nach seinen Vorstellungen müsste mehr Effektivität in der Verwaltung einkehren, damit notwendige Entscheidungen schneller gefällt werden könnten.

Michael Schmaus und Holger Boller vom ITK-Systemhaus zeigten sich mit ihrem Domizil in Römershag recht zufrieden. Die Computer- und Telefonspezialisten hätten sich vor ein paar Jahren nach Abwägung einer Fülle von Faktoren bewusst für diesen Standort entschieden.

Schicksal selbst in die Hand nehmen

David Martin von der gleichnamigen Elektrotechnik-Firma empfahl den anwesenden Geschäftsleuten, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. "Ich will als Unternehmer gar nicht von der gefühlten Willkür eines Stadtrates oder Bürgermeisters abhängig sein." In Bad Brückenau stellten allein von der Alterstruktur her nun einmal die Senioren die größte Wählerschaft. Und dieser Gruppe versuche die Politik in erster Linie gerecht zu werden. Das sei der Wirtschaft nicht unbedingt zuträglich.

Martin hatte aber durchaus eine Vision, wie es auch für jüngere Leute attraktiv sein könnte, sich in der Stadt anzusiedeln und zu arbeiten. Er brachte eine Stiftung ins Gespräch, die mit geringem Geldeinsatz von den bereits jetzt dort ansässigen Unternehmern getragen werden sollte. So könnte ein enormer finanzieller Anreiz, beispielsweise als Starthilfe für Firmengründer, geschaffen werden. Denn eine gewisse Lebensqualität existiere in der Stadt und im Umfeld zweifellos. Nur müsse diese Tatsache eben zuerst zeitgemäß publiziert, die Annehmlichkeiten und Vorteile dann von allen Beteiligten auch in Anspruch genommen werden.

Frage nach Citymanager vom Tisch

Mit dieser Argumentation war praktisch die Frage nach einem im Rathaus installierten Citymanager, der in der Vergangenheit immer wieder einmal Thema in etlichen Gremien gewesen war, vom Tisch. "Wirtschaftsförderung gehört in die Hand der Akteure", machte in der Diskussion der Bad Brückenauer Architekt Stefan Richter deutlich. Stadträtin Adelheid Zimmermann ( FDP ) fand David Martins Idee einer Stiftung "äußerst spannend".

Gäste beim Unternehmerabend im ehemaligen Reformhaus Dittmayer waren auch die beiden Bürgermeisterkandidaten Jan Marberg ( SPD ) und Dirk Stumpe (PWG). Beide hatten im Verlauf der Veranstaltung mehrfach Gelegenheit, ihre Standpunkte zu den einzelnen Themenkreisen zu erörtern.

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